Kunst und Konsum, das ist der Inbegriff einer ambivalenten Beziehung. Ob Kunst oder Arbeit, die Würdigung dessen was eine Person tut, wird heutzutage mit Moneten angezeigt. Ohne Taler in der Tasche ist ein jeder von uns brotlos. Aber dient der Kommerz noch dem Künstler oder nicht längst der Künstler dem Kommerz? Betrifft diese Frage nicht alle Menschen? Wer soll diese Fragen jedoch noch beantworten, wenn der Geist des Geldes selbst vor den Geisteswissenschaften nicht halt macht.
Nur wenn die Berufung nicht zum Beruf wird, bleiben wir Amateure statt Profis. Ein Amateur glaubt daran, dass lieb nicht gleich teuer ist, er nimmt sich die Freiheit des Schaffens und pfeift auf den Zwang der Märkte.
Die Welt braucht Amateure.
Archiv für Dezember, 2006

„Schatz, was möchtest du am Wochenende für einen Kuchen essen?“
Für gewöhnlich kommt diese Frage jeden Freitag. Frau fragt Mann immer freitags morgens nach dem gemeinsamen Frühstück in der Küche, was er denn Leckeres übers Wochenende vernaschen will. Einen Anlass muss es dafür nicht geben. Wenn Mann nicht schon selbst den Vorschlag seiner Kaffeebeilage geäußert hat, kann er sich sicher sein, dass er gefragt wird. Die Antwort lässt dann meistens nicht lange auf sich warten. Und sollte Mann mal nichts einfallen, wird ihm ein Kuchen-Back-Buch mit lauter bunten Abbildungen unter die Nase gehalten. In diesem sind dann aber fast immer schon ein Paar Rezepte für ihn mit Zettelchen markiert. Die Auswahl soll ja nicht Stunden dauern und am Ende soll auf keinen Fall die Standartantwort „Rührkuchen wäre mir am Liebsten“ aus seinem Mund kommen. Ist die Entscheidung gefallen, trennen sich die Wege der beiden. Weiterlesen von ‘Kuchen backen’

Anderster-als-sonst an zu sehen: inspirierende, wenngleich auch teils ein wenig arg verdrogte Bilder des japanischen Künstlers Naoto Hattori – never mind the price labels.
Weiterlesen von ‘Den Horizont erjagen’
Was ist nun die Intention eines Interviews über weibliche Sexualität? Dies mag die erste Frage sein, die sich aufdrängt. Das Interesse für die Sexualität anderer Frauen entsprang persönlichen Erfahrungen und dem Wunsch nach Vergleich. Das Gefühl zu wenig zu wissen, über das was so wichtig zu sein scheint, dem Anschein nach überall präsent ist und doch verschwiegen wird.
So bin ich nicht der Meinung Sexualität sei ein Tabuthema, doch bekräftigen mich die Aussagen meiner acht Frauen in der Annahme, das zu wenig gesprochen wird, zu wenig Worte fallen und manches kaum reflektiert ist. Es kam mir manchmal vor, als sei dies ein Feld, auf dem jede für sich allein steht, Erfahrungen selten geteilt werden, obwohl Sexualität doch etwas ist, was jede/r in Begegnung mit sich selbst oder mit anderen irgendwann im Leben einmal erfährt.
Ich interviewte acht Frauen aus meinem persönlichen Umfeld getrennt voneinander, wobei mal mehr und mal weniger Alkohol im Spiel war. Selten sind wir dann übereinander hergefallen. Die jüngste ist 19 Jahre alt, die älteste 27. Im Durchschnitt ergibt sich ein Alter von 23. Weiterlesen von ‘Acht Frauen – Acht Interviews zu weiblicher Sexualität’
Dem Studium der Geisteswissenschaften wird an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg ein sehr geringer Stellenwert beigemessen. Wirtschaftstudenten und Maschinenbauer, Informatiker oder Mediziner belächeln Fächer wie die Germanistik oder die Politikwissenschaft. Stempeln sie gar als nicht zwingend notwenig ab. Die Uni würde auch ohne diesen Zweig der Wissenschaft prima funktionieren. Noch mehr Geld würde so für andere, „wichtige“ Studienfächer da sein und nicht sinnlos verschwendet werden. Geht man über den Campus der Uni, so sind Sätze wie die eben aufgeführten keine Seltenheit. Weiterlesen von ‘Die Geisteswissenschaften. 2. Klasse-Studium’
Im vorweihnachtlichen Getümmel mitfließend wie ein Sandkorn im Uhrglas, stolperte ich in dem Gedränge mit meinen Augen über etwas, das man euphemistisch vielleicht als Warenauslage hätte bezeichnen können, wäre da nicht, ja: wäre da nicht die eigentliche Tücke dieses Stilmittels die Beschönigung. Was sich mir im Entree zur neuen Thalia-Buchhandlung im Allee-Center kürzlich darbot, übersteigt in der Magdeburger Bücherlandschaft alles bisher Dagewesene. Weiterlesen von ‘Blutige Steine auf dem Altar der Thalia’


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