Es gibt Wichtigeres, doch muss auch einmal so etwas gesagt werden!
Der Versuch, ein Zugticket bei der DB schnell zu erwerben, stellt jedes Mal einen neuen Wettlauf mit der Zeit dar. Betritt man den Servicebereich der Verkaufstelle im Magdeburger Hauptbahnhof, steht man oft mit dem einen Fuß in der Ankunfts- und mit dem anderen in der Verkaufshalle. Geduld ist die Tugend, die ein jeder mitbringen sollte. Der Anfang der Schlange ist vom Ende aus nicht zu erkennen, der lange Weg zum Verkaufsschalter, Ziel dieses Unternehmens, scheint ewig.
Rucksäcke, Reisetaschen, große und kleine Reisende, Rentner und Erwerbslose, Schüler oder Studenten haben sich in die Schlange eingereiht um ein gültiges Ticket zu erwerben. Der Unmut der Gleichgesinnten ist nicht zu überhören. Kollektives Stöhnen, Meckern und Fluchen scheinen als Hintergrundmelodie die Zeit des Stehens und Wartens zu begleiten.
Es geht einfach nicht weiter. Die gefühlt gewartete Zeit erscheint einem ewig. Der in 10 min abfahrende Zug gilt als unerreichbar. Und wer ist schuld? Die verlorene Zeit sollte einem am besten ersetzt werden! Schaut man jedoch beim Betreten der Verkaufshalle auf die Uhr und vergewissert sich nach Abschluss des Geschäfts der wirklich gewarteten Zeit, so trügt das Gefühl. Denn die Zeit, die man glaubhaft durch das Gefühl beim Warten abgestanden hat, ist nur gefühlsmäßig so endlos lang. Im Schnitt verbringt der Wartende jedoch 2-3 min in der Schlange, könnte somit seinen Zug just in time schaffen.
Was jedoch verstärkt das Gefühl der ewigen Warterei?
Wer ist schuld an diesem Zustand? Vergewissert man sich der Anzahl der eingerichteten Schalter im Verkaufsraum und betrachtet man dann die aktuell mit Verkaufspersonal besetzten Plätze, so scheint eine Erklärung gefunden. Nur die Hälfte aller Arbeitsplätze ist besetzt. Die speziell ausgewiesenen Schalter für privilegierte Kunden der Bahn sind immer leer, die Dame dahinter verweist einen dann jedoch immer wieder an das Ende der langen Schlange. Sie ist einfach nicht zuständig, denn es könnte ja einmal einer kommen, der diesen extra Service in Anspruch nehmen muss, und dann stehst du da und er muss… warten.
Willkommen in der Mittelklasse!
Ein weiteres und viel schlimmeres Vergehen ist die Inanspruchnahme der Fahrplanauskunft am Schalter durch Rentner. Dass der ausgewählte Zug des Pensionärs erst in einem halben Jahr den Bahnsteig 1 verlassen wird, er aber jetzt schon genaue Informationen braucht, sich nicht einig über die 1. oder 2. Klasse ist und somit meine/ unsere kostbare Zeit einfach so vergeudet, ist schlimm. Das Personal am Schalter kann für die schlechte Laune der nachfolgenden Kunden nichts. Gut gelaunt versuchen sie die Wünsche zu bearbeiten.
Nicht alles ist schlecht bei der DB…
Das Verkaufspersonal am Schalter ist stets um ein freundliches Auftreten bemüht, die Preise sind moderat (in Anbetracht der einschlägigen Werbebanner, die uns dies suggerieren), doch sollte man sich einmal Gedanken in der Verkaufsstelle Magdeburg machen inwieweit man einen Expressschalter in Betracht ziehen sollte! Am Kölner Hauptbahnhof beispielsweise gibt es drei dieser genialen Schalter. Wenn man vor Reiseantritt noch schnell ein Ticket braucht erfüllt sich dieser Wunsch in Sekunden. Das überteuerte Nachlösen im Zug entfällt, ein jeder ist glücklicher und von mir aus können die nur so mit Freizeit umherwerfenden Rentner dann auch 5 Stunden am Schalter stehen und das Bahnpersonal beschäftigen.


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