An der Fleischtheke trifft Elfriede D. auf Waltraut M.

Elfriede D.: „Jut, das ich dich treffe. Ich bin schon wieder uff Hunnertachzig!”

Waltraut M.: „Na was…”

Elfriede D.: „Ich war heut uffen Bahnhof. Nächsten März hat nämlich meine Cousine Anneliese aus Delitzsch Jeburtstach. Sie wird Siebsch. Also nen runder! Da wollt ich se besuchen. Nun wollte ich also uffen Bahnhof frachen, wenn mein Zuch fährt.”

Waltraut M.: „Ach nee!”

Elfriede D.: „Du globst nich wie voll das da war! Und dann immer die Hektik von die Leute. Die uffen letzten Drücker ihre Fahrkarten holen müssen.”

Waltraut M.: „Ja, nee. Inne Mensa, wo ich jetze öfters esse – ist doch so schön billich – da muss ich och immer anstehen. Und neulich da war so ne Messe, das ha ich mir ersmal in Ruhe anjeguckt. Da war allerei Kampfjerät. Da dacht ich mir: Ach siehste! Es jibt noch junge Leute, die sich vernünftige Sachen ausdenken.”

Elfriede D.: „Naja, das ist doch bloß ne Ausnahme! Letzte Woche saß ich inner Bahn, und da kommen uff eenma so Fufftzsch junge Leute rinn, und die ham nix besseres zu tun, als mitten inner Bahn nen Fülm zu gucken. War wohl rgendson Mist für junge Leute. Ich hab da nix verstanden.”

Waltraut M.: „Du, das liecht daran, dass die immer so viel Drogen nehmen. Mein Enkel, der fährt immer nach Amsterdam. Und man wees ja aussen Fernsehn, dass eim das Zeuch da hinterher jeschmissen wird.”

Elfriede D.: „Die sollten mal lieber hier bleiben und unsre Heimat kennenlernen. Es jibt doch hier so schöne Orte und Jejenden. Die janze Welt kennse, aber von Deutschland ham se keene Ahnung.”

Waltraut M.: „Issen Mist mit die jungen Leute.”

Elfriede D.: „Du, sach mal, riechst Du das och?”

Waltraut M.: „Hast Recht! Ich glob ich bin in Scheiße jetreten.”

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