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	<title>Der Amateur &#187; kirsten</title>
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		<title>Ältere Damen und die Jugend</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 17:39:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kirsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mensch]]></category>

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		<description><![CDATA[
Ein Tisch, Tee und Sommerluft. Mit mir allein und Augen und Ohren in die Welt gerichtet. Ältere Damen am Nachbartisch.
Und: „Guten Tag, Frau Welke!“ Und: „Was machen die Pflaumen?“
[…]
„Sechsundvierzig/ Siebenundvierzig, bevor ich geheiratet habe, was hat man da gehabt?“
[…]
Geschichten, die sich durch verstaubte Tage in die Gegenwart retten. Belebte alte Welt. Mal freudig, mal voller [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.uwepasbrig.de"><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/07/Damen-und-Jungvolk.JPG" alt="Damen und Jungvolk" width="500" height="312" class="alignnone size-full wp-image-739" /></a></p>
<p>Ein Tisch, Tee und Sommerluft. Mit mir allein und Augen und Ohren in die Welt gerichtet. Ältere Damen am Nachbartisch.<br />
Und: „Guten Tag, Frau Welke!“ Und: „Was machen die Pflaumen?“<br />
[…]<br />
„Sechsundvierzig/ Siebenundvierzig, bevor ich geheiratet habe, was hat man da gehabt?“<br />
[…]<span id="more-738"></span><br />
Geschichten, die sich durch verstaubte Tage in die Gegenwart retten. Belebte alte Welt. Mal freudig, mal voller Melancholie erblickt das schon Gewesene das Licht des Hier und Jetzt. Beeindruckend: diese Ruhe der gesicherten Verortung des Selbst in der Zeiten Spiel. Beide Beine auf dem Boden, in der Hand eine Tasse alltäglichen Kaffees und unbekümmerte Reden über Fenchel und Rosmarin und den Vater, wie er damals [...] und die Mutter und den ersten Mann.<br />
[…]<br />
„Warum machen die sich so kaputt?“<br />
[…]<br />
„Die“, das sind wohl die jüngeren Menschen, die anderen Generationen. Ich höre Unverständnis über die Rauheit und Kantigkeit des modernen Lebens. Verwunderung über Lichter, Farben und Exzesse einer für sie kaum noch greifbaren Gegenwart. Teil sind sie und doch nur ruhender Pol in einer hektisch zappelnden Masse. Dann ziehen sie weiter, die älteren Damen, frierend ins Sonnenlicht.</p>
<p>Hinter einer Hecke taucht es dann auf, das junge Volk mit Schießgerät aus Plaste. Sehen nicht nach links, nicht nach rechts. Sehen sie nicht, die älteren Damen. Hitzige kleine Wesen, die sich mit ihrer Kreativität und ihrem Entdeckungsdrang die Welt zu erschließen suchen. Drang nach Erfahrung, der mit jedem Schritt durch die Jahre verweicht. Auflösung, Abreißen, Aufbrechen. Eingepflanzte Not durch bunte Bilder und die Lüge von der Lehre des Habens. Medial gestaltete gepimpte Geschwüre, die sich einnisten, wachsen, bleiben. Bleiben und verderben, was einst noch voller Neugier und Inspiration war. Diese jungen Menschen, welche Geschichten werden sie dereinst erzählen?</p>
<p>Foto: <a href="http://www.uwepasbrig.de/">Uwe Pasbrig Images</a></p>
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		<title>Der Körper als Mittel zum Zweck</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/der-korper-als-mittel-zum-zweck/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 May 2008 10:02:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kirsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mensch]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die Eröffnung eines Figurformungszentrums in Magdeburg mit dem wunderbaren Slogan ‚design your body’ ist Anlass der Auseinandersetzung mit dem Körper als zu bearbeitender Dauerbaustelle. Nun ist festzustellen, dass der Fleischberg, den wir Körper nennen, neuerdings auch in soziologischem Kontext intensiv debattiert wird. Lange Zeit galt er als etwas biologisch Gegebenes und niemand wäre auch nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2008/07/koerper2.jpg' alt='koerper2.jpg' width='350'/></p>
<p><code>Die Eröffnung eines Figurformungszentrums in Magdeburg mit dem wunderbaren Slogan ‚design your body’ ist Anlass der Auseinandersetzung mit dem Körper als zu bearbeitender Dauerbaustelle. Nun ist festzustellen, dass der Fleischberg, den wir Körper nennen, neuerdings auch in soziologischem Kontext intensiv debattiert wird. Lange Zeit galt er als etwas biologisch Gegebenes und niemand wäre auch nur auf den Gedanken gekommen, ihn unter soziologischen Gesichtspunkten zu verhandeln.</code></p>
<p>“<em>Ha, weit gefehlt</em>!”, ruft uns da der gemeine Soziologe entgegen. Stellen wir uns einen zerzausten Unausgeschlafenen vor, jener welcher wohl in irgendeiner Großstadt in den letzten Nischen des verrauchten Milieus an einer Tasse schwarzen Kaffees nippt.<br />
„<em>Die Körperdebatte ist mir durchaus nicht fremd, obschon sie vor noch nicht allzu langer Zeit in soziologischen Kreisen schlichtweg nicht verhandelt wurde…</em>“.<br />
Nun, das erwähnte ich bereits.<br />
<span id="more-214"></span>Dies änderte sich nun jedoch mit der Annahme, der Körper sei Produkt kultureller Formung und unterläge historischen Entwicklungen. Ausgangspunkt seien hier die jeweiligen gesellschaftlichen Strukturen, nach denen sich der Umgang mit dem Körper richte.<br />
“<em>Da haben Sie mal einen feinen Gedanken</em>!”.<br />
Vielen Dank, Herr&#8230; wie darf ich Sie eigentlich nennen? Da Sie sich hier schon ungefragt einmischen?<br />
„<em>Möbius!</em>“<br />
Herr Möbius, aber der Gedanke der kulturellen Formung des Körpers stammt gar nicht von mir – natürlich nicht. Den hat u. a. der Franzose Pierre Bourdieu zu verantworten, aber das wissen Sie ja sicherlich. Nach ihm ist der Körper Speicher einer Geschichte &#8211; Instrument, Schauplatz und außerdem Kapital. Durch den gezielten Einsatz des eigenen Fleisches könnten soziale Gewinne erzielt werden. Persönliche Rendite lässt sich dann einfahren, wenn handwerkliches, sportliches, stimmliches oder Bewegungstalent vorzuweisen sind. Auch Gesundheit und vor allem gutes Aussehen rangieren auf der Körper-Kapital-Skala ganz weit oben.<br />
„<em>Richtig, richtig! Bourdieu unterstrich, dass sich materieller oder immaterieller Erfolg in Form von sozialer Anerkennung und Ansehen relativ schnell durch bestimmte Investitionen am eigenen Körper erreichen lassen. Dies gilt für den Arbeits- oder auch den Beziehungsmarkt. Die Kontrolle des eigenen Körpers, die Zurichtung auf ein ideales Maß &#8211; das verspricht Erfolg im Beruf und Spaß in der Freizeit. Und an dieser Stelle greifen nun Ihre Fitnesscenter, oder um was es Ihnen hier auch immer gehen mag</em>“.<br />
Ähm, ja vielen Dank Herr, ähm, Möbius. Das ist wirklich sehr freundlich. Na, wo war ich? Körper – Anerkennung – gutes Aussehen… ach ja richtig. Ich find es ja unheimlich wichtig zu unterstreichen, dass das, was Menschen in den jeweiligen Epochen der Geschichte für gutes Aussehen hielten, variierte. So galt zum Beispiel ein durch ein Korsett geformter Frauenkörper einst als äußerst erstrebenswert.<br />
„<em>Wichtig ist nur zu wissen, was gerade en vogue ist auf dem sich ständig entwickelnden Körper-Formungs-Markt.</em>“<br />
Das ist ja nun nicht das Problem, Herr M.! Dank massenmedialer Präsenz des Körpers, bzw. seinem Ideal ist dies ein Leichtes.  Im Fernsehen, in Zeitschriften, überall wird der schlanke, muskulöse, bewegliche Körper als ästhetisch und erotisch inszeniert und zelebriert. Die eigene Unzulänglichkeit wird in Form von Werbeplakaten täglich neu vor Augen geführt.<br />
„<em>In der Gesellschaft kursieren Ideen, Wertvorstellungen und Weltbilder, welche die Sicht auf den eigenen und den Körper der anderen prägen. Es gibt somit keine natürliche Auffassung vom und Einstellung zum Körper. Jene Phänomene, welche von der Allgemeinheit als dem Wesen des Menschen ‘natürlich’ zugehörig betrachtet werden, werden als durch kulturelle Prozesse hervorgebracht gesehen. Es handelt sich hier nicht um biologische Gegebenheiten, sondern um soziale Praktiken. Willkürliche Grenzen werden als legitim und natürlich anerkannt und eben nicht als willkürlich gesehen, so zum Beispiel die Geschlechtsrollen.</em>“<br />
Das klingt mir viel zu theoretisch und lebensfern. Was heißt das konkret für den Alltag der Menschen, Herr Möbius? Erklär&#8217;n se mal!<br />
„<em>Das kann doch so schwer nicht zu verstehen sein! Der eigene Köper wird zunehmend zum Gegenstand der Gestaltung. Das Schönheitsdiktat zum elementaren Teil des Selbst &#8211; der eigenen Identität. Der junge, attraktive Körper wird zum Objekt der Anbetung, das Fitnesscenter zur Kathedrale der Postmoderne. Menschen können durch ihr äußeres Erscheinungsbild ihrer Individualität Ausdruck verleihen.</em>“<br />
Ja, gut. Ich hab’s ja nun verstanden! Was aber noch hinzukommt, ist ein ganzer Industriezweig, der von der Kommerzialisierung des Körpers lebt &#8211; Kosmetika, Schlank- und Fitmachangebote, Fett-weg-Programme. Mit einer Vielzahl an Produkten wurde und wird Frauen  &#8211; und in zunehmendem Maße auch Männern &#8211;  suggeriert, ständig an ihrem Äußeren arbeiten zu müssen. Und in eben jenen  Figurformungszentren kann der eigene Körper von diversen Maschinen bearbeitet werden. Schweiß muss ordentlich fließen, das Blut gut zirkulieren, dann wird das Fett besser abtransportiert – an den Problemzonen. Ja, wer hat denn hier eigentlich Problemzonen, Herr Möbius?<br />
“<em>Ja ganz recht. Allein die Begrifflichkeit müsste schon zu denken geben. Aber die Hauptproblemzone ist eben der Kopf und der ist regelrecht vergiftet von massenmedialer Präsenz irgendwelcher Körperideale.</em>”<br />
Na, jetzt sprechen wir eine Sprache! Die eigene Körperform ist selbst verantwortet, so ist doch die allgemeine Vorstellung. In der Zähmung des störrischen Fleisches soll sich der Mensch als diszipliniert und erfolgreich im Umgang mit sich selbst zeigen.<br />
„<em>Stichwort: selbstzerstörerische Dressur des Fleisches.</em>“<br />
 Danke, Herr M.! sagte ich das nicht ganz ähnlich? &#8230;<br />
	„<em>Ach und eins noch. Ich würde mal behaupten, dass wir in einer Inszenierungsgesellschaft leben… aber ich hab jetzt keine Zeit mehr Ihnen das auch noch plastisch zu machen!</em>“<br />
Ja, wo wollen Sie denn hin, Herr Möbius?<br />
&#8220;<em>Die Lebensabschnittsgefährtin aus dem Fitnessstudio abholen</em>&#8220;.<br />
Naja, dann.</p>
<p><em>Foto von <a href="http://flickr.com/photos/procsilas/47367938/">procsilas auf Flickr</a></em></p>
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		<title>BürgerBosse&amp;Beamte</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/burgerbossebeamte/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Oct 2007 11:04:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kirsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>
		<category><![CDATA[Unikate]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.deramateur.de/presse/burgerbossebeamte/</guid>
		<description><![CDATA[
Der Bürger wie er leibt und lebt,
ist glücklich, wenn es vorwärts geht.
Den Fußball mag der Bürger sehr
Und Pommes Fritz – meist zum Verzehr.
Die Ziehung seiner Lottozahlen
Tangier’n ihn mehr als Landtachswahlen.
 Und wenn das Wetter scheen is’,
denn jeht er jern spazier’n,
mit’s Muttchen anne Seite,
da musser och nich frier’n.

Der Boss, der weeßes janz jenau,
trägt det Sakko meist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><center><br />
Der Bürger wie er leibt und lebt,<br />
ist glücklich, wenn es vorwärts geht.<br />
Den Fußball mag der Bürger sehr<br />
Und Pommes Fritz – meist zum Verzehr.<br />
Die Ziehung seiner Lottozahlen<br />
Tangier’n ihn mehr als Landtachswahlen.<br />
 Und wenn das Wetter scheen is’,<br />
denn jeht er jern spazier’n,<br />
mit’s Muttchen anne Seite,<br />
da musser och nich frier’n.<br />
<span id="more-181"></span><br />
Der Boss, der weeßes janz jenau,<br />
trägt det Sakko meist in grau,<br />
hat eene, die ihm Kaffee kocht<br />
und sich janz unfreiwillig unterjocht.<br />
Der Boss, den nennt man auch mal Cheffe,<br />
den Traumjob, den bekommt sein Neffe.<br />
Und weil er Politik so mag,<br />
sitzt sein Freund Karl im Bundestag.<br />
Am liebsten liest er Börsenzahlen,<br />
verdienter Lohn der Arbeit Qualen.<br />
Zwei Dinge mag er wirklich nicht,<br />
die Konkurrenz und Steuerpflicht.</p>
<p>Der Beamte, als Freund der Bürokratie,<br />
ist im Aktenordnen ein Genie.<br />
Um Acht beginnt sein Arbeitstag,<br />
das Brötchen schmiert Frau Müller-Brak.<br />
Bis auf Formblatt sieben &#8211; Abschnitt IV<br />
hält den Jungen jar nichts hier.<br />
Zum Kunden freundlich: “Tach Herr Klinge!“,<br />
hat im Kopf janz and’re Dinge.<br />
Denkt an Vronis blondes Haar<br />
und ach wie schön der Sommer war!<br />
Freut sich auf des Wochenends’ Ruh,<br />
macht Freitach Mittach &#8217;s Türchen zu.<br />
Und denken muss der Arme nicht,<br />
steht ja alles im Bericht.</p>
<p>Auch Bürgerin<br />
und Frau des Amts,<br />
selbst Chefinnen solls jeben.<br />
Doch wie es nu so üblich is,<br />
wolln mer nich drüber reden.<br />
</center></p>
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		<title>Acht Frauen – Acht Interviews zu weiblicher Sexualität</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/acht-frauen-%e2%80%93%c2%a0acht-interviews-zu-weiblicher-sexualitat/</link>
		<comments>http://www.deramateur.de/blog/acht-frauen-%e2%80%93%c2%a0acht-interviews-zu-weiblicher-sexualitat/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 08 Dec 2006 16:50:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kirsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mensch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.deramateur.de/presse/acht-frauen-%e2%80%93%c2%a0acht-interviews-zu-weiblicher-sexualitat/</guid>
		<description><![CDATA[Was ist nun die Intention eines Interviews über weibliche Sexualität? Dies mag die erste Frage sein, die sich aufdrängt. Das Interesse für die Sexualität anderer Frauen entsprang persönlichen Erfahrungen und dem Wunsch nach Vergleich. Das Gefühl zu wenig zu wissen, über das was so wichtig zu sein scheint, dem Anschein nach überall präsent ist und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist nun die Intention eines Interviews über weibliche Sexualität? Dies mag die erste Frage sein, die sich aufdrängt. Das Interesse für die Sexualität anderer Frauen entsprang persönlichen Erfahrungen und dem Wunsch nach Vergleich. Das Gefühl zu wenig zu wissen, über das was so wichtig zu sein scheint, dem Anschein nach überall präsent ist und doch verschwiegen wird.<br />
So bin ich nicht der Meinung Sexualität sei ein Tabuthema, doch bekräftigen mich die Aussagen meiner acht Frauen in der Annahme, das zu wenig gesprochen wird, zu wenig Worte fallen und manches kaum reflektiert ist. Es kam mir manchmal vor, als sei dies ein Feld, auf dem jede für sich allein steht, Erfahrungen selten geteilt werden, obwohl Sexualität doch etwas ist, was jede/r in Begegnung mit sich selbst oder mit anderen irgendwann im Leben einmal erfährt.<br />
Ich interviewte acht Frauen aus meinem persönlichen Umfeld getrennt voneinander, wobei mal mehr und mal weniger Alkohol im Spiel war. Selten sind wir dann übereinander hergefallen. Die jüngste ist 19 Jahre alt, die älteste 27. Im Durchschnitt ergibt sich ein Alter von 23.<span id="more-165"></span></p>
<p>Wie sich herausstellte, hatten alle mit demselben Mann geschlafen. – Scherz.</p>
<p>Ich hätte die Interviewauswertung wie folgt überschreiben können: „Manchmal ist Sex der einzige Weg, ihm mal nah zu sein“. Dies klang mir zu pathetisch, doch ist die Möglichkeit, den Artikel genau so zu überschreiben erschreckend bis verblüffend. Jene mögliche Überschrift war bereits im Vorfeld einer der vielen Gedanken, die mich am meisten beschäftigten. Wenn es eine These gab, dann jene. Doch nun einmal der Reihe nach. Ich hatte einen Interviewleitfaden vorbereitet, der verschiedene, der Sexualität zugehörige Bereiche, einschloss. So hatte ich anfänglich die Ebene der Selbstbefriedigung vergessen – eine recht zähe Thematik, wie sich herausstellen sollte.</p>
<p>Klar ist, dass es sich hier nicht um Aussagen handelt, welche für die gesamte weibliche Welt repräsentativ wären. Die Studie wäre wohl nicht einmal als solche zu bezeichnen und hält bei weitem keinen wissenschaftlichen Standards stand. Jedoch nimmt sie die Aussagen der acht Frauen ernst. So haben viele die Interviews als befreiend erlebt, fanden es sehr schön gefragt zu werden. Auch die Tatsache, dass da jemand ist, der wirklich wissen will, wurde als sehr positiv empfunden. Schon allein dafür hat sich die Fragerei gelohnt. Die Auswertung wird sich eher an der Oberfläche bewegen, da sowohl unzureichende Daten, als auch ein Mangel an Zeit, keine tieferen Einblicke zulassen.<br />
An dieser Stelle sei betont, dass die männliche Sicht (ein großes Verzeihung an alle KonstruktivistInnen) auf einem anderen Blatt steht und nicht auf meinem – leider. Also, acht Frauen, acht subjektive Standpunkte und ich, die so verrückt ist, dies auswerten zu wollen…</p>
<p>Ist die Rede von sexuellen Erfahrungen, so stellt sich schnell die Frage nach dem Faktor, welcher eine Erfahrung zu einer sexuellen macht.<br />
An dieser Stelle will ich mit dem Aufzeigen möglicher Ergebnisse, sowie Tendenzen (zumindest innerhalb dieser begrenzten Gruppe), Merkwürdigkeiten etc. beginnen, was für die interviewten Frauen eine sexuelle Erfahrung ausmacht.<br />
Die jungen Frauen fanden hier unterschiedliche Ausdrücke für gewisse Regungen ihres Körpers. Da ist die Rede von „sexuellen Energien“, „Herzklopfen“ und einem „Kribbeln… und zwar da unten, aber innen“. Für die eine ist küssen „im Grunde schon eine sexuelle Erfahrung“, für die andere muss es da schon mehr sein. Auf jeden Fall ist Sexualität ohne den Körper nicht zu denken – logisch?! Da der Körper eine nicht unerhebliche Rolle zu spielen scheint, galt es sich mit ihm auseinander zusetzen. Gefragt war nach dem Verhältnis zum eigenen Körper und ebenso, ob das eigene Körpergefühl einen Einfluss auf Sexualität habe. Im letzten Punkt waren sich alle einig. Ein veranschaulichendes Zitat: „Sexualität hat etwas mit dem Körper zu tun. Wenn man unoffen mit seinem Körper umgeht, dann ist Sex schwierig. […] Dein Kopf ist nicht frei, du kannst dich nicht fallen lassen, der Sex ist nicht so erfüllt“.<br />
In punkto Körpergefühl ist allerdings eine komplette Bandbreite an Aussagen auszumachen. Das Spektrum reicht von einem positiven Verhältnis zum eigenen Körper über ein sehr negatives bis zu Hass. In der Tat steht tatsächlich nur eine der Frauen wirklich uneingeschränkt positiv zu ihrem Körper. Ansonsten wird sich „eher arrangiert“. Eine der Frauen fand sich „nie hässlich“ (– wohl aber auch nie schön?), wieder eine andere mag ihren Körper an sich, „aber manche Sachen eben auch nicht“. Sowohl auffallend als auch erschreckend war, dass vier von acht Frauen die Pubertät nicht ohne Essstörung überstanden hatten. Ich will an dieser Stelle betonen, dass ich nicht der Meinung bin, mein Umfeld bestünde aus einem Haufen essgestörter Verrückter. Sie als durchschnittlich zu bezeichnen, wäre wohl aber auch an der Wahrheit vorbei. Allerdings sind sie Teil dieser Gesellschaft und können mit ihren Worten soziale Vorgänge – so will ich es mal nennen – erhellen. Nun an dieser Stelle eine interessante Sichtweise: „Frauen beziehen andere Probleme auf ihren Körper“. Eine Rolle spiele auch ein gewisses „Überlegenheitsgefühl gegenüber anderen Frauen“, welches sich wohl dann einstellt, wenn ausreichend „Kontrolle und Disziplin“ im Umgang mit dem eigenen Körper geübt wird. Die Rede ist hier auch von „Aggressionen gegen sich selbst“, welche in Bulimie oder auch Magersucht ihren Ausdruck fänden. Mittlerweile haben alle vier dieses Kapitel in ihrem Leben hinter sich gelassen. „Ich versuche es unwichtiger erscheinen zu lassen – kein Kalorienzählen mehr, nicht mehr sechs bis sieben Mal am Tag auf die Waage. Aber: davor bist du niemals sicher. Wenn du einmal in die Maschine gekommen bist…man trägt es immer in sich“.<br />
Nun ist noch mal der Zusammenhang zur Sexualität herzustellen. Der Glaube daran, dass das Körpergefühl einen Einfluss auf das sexuelle Erleben habe, lässt sich anhand einiger Aussagen sehr gut nachzeichnen.<br />
„Ich fand mich abstoßend, da hatte ich keine Lust, dass mir irgendjemand zu nahe kommt“.<br />
„Ich hasse meinen Körper. Man sieht andere Frauen und vergleicht sich und stellt fest: ich sehe nicht so aus. Irgendwas stimmt nicht mit mir. Ich werte mich selbst ab. Das hat Auswirkungen. Ich zeige meinen Körper nicht – niemandem“.<br />
Ihrem subjektiven Empfinden nach ist ihr Körper unzureichend. Dabei saßen mir sehr schöne intelligente Frauen gegenüber. Ich habe den Eindruck, dass jene, die in ihrer Pubertät nicht so starke weibliche Rundungen (wie das schon klingt…) ausprägten ein positiveres Gefühl zu ihrem Körper entwickelten. Dennoch scheinen auch sie nicht frei von dem ein oder anderen Gedanken an ‚Problemzonen’…</p>
<p>Wie sind nun aber die jeweiligen Erfahrungen mit Sexualität? Wie wurde die erste sexuelle Begegnung mit einem anderen Menschen erlebt?<br />
Jene beiden, welche ihre erste sexuelle Erfahrung knutschenderweise mit einem „fremden Typ“ erlebten, empfanden dies eher neutral. Die Mehrheit hingegen hatte innerhalb einer festen Beziehung ihre erste sexuelle Erfahrung und erlebte diese als „eklig“, „sehr negativ“ oder fühlte sich unter Druck gesetzt. „Ich möchte das nie wieder haben, wenn das Sex sein soll“, so eine Aussage, die hier aber nicht repräsentativ für alle acht steht.</p>
<p>Ich bat die Frauen genau abzugrenzen, wann eine sexuelle Erfahrung für sie positiv und wann negativ sei. Welche ‚Bedingungen’ müssen gegeben sein? Hier ein Schlaglicht:<br />
Ein positives Erlebnis geht einher mit:<br />
„ungebunden sein; ohne Hemmungen; keine Lautstärke; Natur; kein Zeitdruck; kein Stress; habe mich geborgen gefühlt; war leidenschaftlich; Vertrauen; Wärme; Spaß; habe nichts um mich herum mitgekriegt; Gefühle waren da; Vertrauen; fallen lassen können; menschlich nah sein; los lassen; fallen lassen; Vertrauen; Liebe; ein Mann, den ich gern habe; müssten allein sein; viel Zeit; muss nicht mal einen Orgasmus haben; muss sich gut anfühlen; wenn ich merke, er ist bei mir; nur ich bin wichtig; wenn auch ich nichts anderes im Kopf habe; störungsfrei; gut kennen; Vertrauen; Entspannung; wenn ich nicht die ganze Zeit den Bauch einziehen muss; Liebe; Zuneigung; Romantik“.<br />
Bei der Beschreibung negativer Erlebnisse wurde folgendes genannt:<br />
„er hat nicht aufgehört; war gar nicht mehr da; wenn ich nicht dabei bin; in meinen Gedanken bin; wenn ich nicht will; totale Unsicherheit; wenn es weh tut; wenn ich mich unsicher und eklig fühle; wenn er nicht aufhört; Gewalt; wenn er versucht, mir seinen sexuellen Willen aufzuzwängen; wenn ich nicht will; hektisch; will fertig werden; One-Night-Stands; wenn er zu sehr auf sich bedacht ist“.</p>
<p>Welchen Stellenwert nimmt Sexualität im Leben der Befragten ein? Dies unterlag wohl häufig einem zeitlichen Wandel. Bezogen auf den Ist-Zustand lässt sich feststellen, dass Nähe und Wärme häufig als wichtiger empfunden werden. Auch Freundschaften oder „sich mit anderen Menschen zu verstehen“. Die eine oder andere möchte allerdings auch „ungern darauf verzichten“. Bei wieder einer anderen hat Sexualität einen „sehr hohen“ Stellenwert. Sie könne „Aufmerksamkeit daraus ziehen“ und Spaß hätte es auch schon immer gemacht. Jenem Empfinden stehen folgende Ansichten einer anderen Interviewten entgegen:<br />
„Sex ist eine Sache, die ich mache, weil jemand anders es wichtig findet“.<br />
„Ich fühle mich eher als Objekt, das zur Befriedigung eines Menschen beiträgt“. Und nicht zu vergessen: „Du bist halt auch dafür verantwortlich, dass du den Ständer wieder weg machst“. Dies klingt hier ganz schön einseitig. Jedoch tauchten jene Sätze auf… was soll ich also tun?<br />
So unterschiedlich wie die Frauen, ist nun also auch der Stellenwert, den sie Sexualität in ihrem Leben beimessen, sowie auch der Grund für „sexuelle Betätigung“. </p>
<p>Weiter im Text. Was würdest du an deiner Sexualität ändern, wenn du es könntest? So eine Frage. Da schlägt uns Experimentierfreudigkeit einiger Damen entgegen – nun, sagen wir dreier Damen. Experimenteller soll es sein. Dann der Wunsch nach dem Wunsch nach mehr Experimentierfreude – verstanden? – darauf wäre selbst ich nicht gekommen. Eine andere hat maximal etwas am Wetter auszusetzen. Wieder eine andere würde gern das negative Gefühl zu sich selbst ändern, da sie damit auch eine positivere Änderung ihrer Sexualität annimmt. Und schlussendlich der Wunsch nach mehr. Und zwar: „küssen und streicheln und kuscheln, ohne Verkehr“. </p>
<p>Nicht nur nach dem Bedarf nach Veränderung der eigenen Sexualität, auch danach, was an der medialen Darstellung weiblicher Sexualität störend sei, wurde gefragt. Hier stand vorerst die Frage nach der persönlichen Wahrnehmung in Bezug auf das Fernsehen im Raum. Eine pauschale Antwort schien hier oft nicht möglich, da „kein einheitliches Bild“ existiere. Alsbald richtete sich das Gespräch auf das Subjekt ‚Porno’. Hier gab es schon konkretere Statements:<br />
„Da spielt die Frau sexuell nicht wirklich eine Rolle;  wenn die Löcher der Ohren groß genug wären, dann würden sie die wahrscheinlich auch noch einbeziehen; Pornos sehe ich nicht; sind schlecht; sollen reizen; tun sie auch; sind zu zielstrebig; verschobenes Bild; ist nicht der Reiz, den ich möchte; Porno kann ich nicht lange gucken; zu viel Input; ich will das gar nicht wissen, was andere machen; vergleiche ich dann; ist Druck;  wenn es dem Mann gefällt…müsste man das jetzt machen?; Frauen werden objektiviert, auf ihren Körper reduziert, speziell in Pornofilmen; hat viel mit Macht zu tun; Frau wird gefickt; Machtgefälle zwischen Mann und Frau; keine gleichberechtigte Sexualität; bei den meisten geht alles zu schnell, mit zu wenig Gefühl; offen und expressiv;  Frau dreht sich um, der Mann kommt von hinten – ich hasse das; Pornos sind schrecklich; Frauen werden immer so dargestellt, als wollen sie einfach nur genommen werden (weiß allerdings nicht, wann sie den letzten Porno gesehen hat – ist lange her); Sprache ist schlimm; furchtbar; richtig heftig; viele Männer; finde ich nicht gut; habe eine Abneigung gegen die Darstellung des Körpers auf diese Art und Weise (rein sexuelle Darstellung); mein Körper passt da nicht rein“.<br />
Was gilt es demnach zu ändern?<br />
„Der Körper soll nicht so im Vordergrund stehen (v.a. Aussehen); Nacktsein soll nicht immer etwas mit Sexualität zu tun haben; mehr auf die Sexualität der Frau eingehen; Machtzuschreibungen – Frau wird genommen, ist passiv; eher den Menschen darstellen; der Mensch im Vordergrund, nicht der Körper; nicht nur einen Typ Körper darstellen, sondern tausende Sachen, die total normal sind (Cellulitis… so was)“.<br />
Dann der Wunsch nach mehr Raum für Fantasie, mehr Ästhetik oder auch weniger „hart, dolle, plump, krass“. „Weniger ist manchmal mehr“ und dies wohl auch im Bereich ‚Porno’. Ein Zitat, welches hervorragend geeignet ist, dem eben genannten ein Bild hinzuzufügen: „Ich brauch’ keine Nahperspektive von ’ner Muschi“.<br />
Eine Äußerung, die auch im Zusammenhang mit medialer Darstellung weiblicher Sexualität stand, führt zum nächsten Bereich: „einfacher Steckkontakt ist für Frauen nicht immer die beste Lösung“. Ich hatte den Frauen ein Zitat vorgelegt, welches sich wie folgt ließt: „Klitoral kommen 80% der Frauen besser als vaginal“.  Die Mehrheit der Frauen stimmt dieser Aussage zu.  „Ohne Klitoris geht nichts“; „Ich dachte, es wären 100%?!“. Ich persönlich dachte immer, die vaginale Penetration sei das A und O. Dieser Glaube hatte sich irgendwie im Laufe meines unsäglichen Lebens, durch irgendwelche, nicht mehr vollständig rekonstruierbaren Kanäle, zu mir durchgefressen. Und dann so was: „Sex war fast immer vaginal und dabei hatte ich, seit ich Sex habe, nur ein oder zwei Mal einen Höhepunkt, wohingegen ich bei der klitoralen Selbstbefriedigung mehrere Orgasmen hintereinander bekommen kann“. Für wen das ganze also? Hhm, na ja, ich will ja hier keine aufwiegeln…<br />
Wie steht es denn eigentlich mit der Offenheit dem eigenen Geschlecht gegenüber (herrje, das liest sich ja nun schon fast wie ein Pamphlet für ein Dasein als Wahl-Lesbe). Egal. Zwei Frauen haben keine Erfahrungen mit Frauen, in sexueller Hinsicht zumindest und haben auch kein Bedürfnis danach. Eine andere hat ebenfalls keine interessanten Episoden zu erzählen, „hat aber schon mehrmals darüber nachgedacht, aber es ist noch nie dazu gekommen“. Alle anderen haben andere Frauen schon einmal geküsst (häufig Freundinnen im Suff), doch nicht mehr. Die Rede ist hier von einer Hemmschwelle, die verhindere, tiefer gehende sexuelle Erfahrungen mit dem eigenen Geschlecht zu machen. Die Rede ist auch von einer „Schere im Kopf“. Ach, und dann weiß frau auch schon mal nicht wie sie „das machen soll“. Nur einmal kam es zu mutueller Masturbation (mutuell heißt ‚gegenseitig’ – ich musste dieses Wort einfach verwenden…). Sehr interessant fand ich die Aussage zweier Frauen, sie würden bei ihrer Selbstbefriedigung an Frauen und nicht an Männer denken (einige finden Frauenkörper auch viel schöner).<br />
Nun gelingt die Überleitung zur ‚zähen Thematik’ der Selbstbefriedigung nahezu geräuschlos. Möglich ist maximal ein winziges Stöhnen, wahrnehmbar aus der hintersten Ecke unseres Bewusstseins – hhm.<br />
„Das Thema an sich ist schwer zu besprechen; Männer holen sich einen runter und Frauen?; spiegelt noch mal Ungleichheit; ist bei Männern normaler; rede nicht darüber; fand ich damals (mit elf Jahren) schlimm; ist Tabuthema; hat mir nicht viel gebracht; habe Probleme mit meinem Körper, weil ich den nicht will und auch nicht kennen lernen will; vielleicht schon mit zwölf, aber schüchtern wie sau war ich; es war geheim und unendlich peinlich, auch für mich selbst; heute: ich rede darüber, aber selten mit wem anderes als dem Partner; aber so peinlich ist es nicht mehr; ich weiß es macht jeder; ich war 14 oder so, denk ich, vielleicht auch früher; eigentlich ist es etwas normales, aber mir fällt es sogar schwer, jetzt darüber zu sprechen; ich empfand das früher als etwas ekliges und perverses und ich habe mich den ganzen nächsten Tag dafür geschämt; mittlerweile bin ich damit offener, aber immer noch ziemlich verklemmt; mit meinem letzten Freund habe ich da recht offen drüber geredet; aber auch nur über seine Selbstbefriedigung; meine habe ich versucht zu verschweigen; mit Frauen nie darüber gesprochen; tabuisiert, peinlich zuzugeben“.<br />
Nun wollen wir nicht so schwarz malen. Hier ein Lichtblick:<br />
„Ich gehe offen damit um, dass ich mich selbst befriedige und das dies kurze Glücksmomente in mir auslöst; habe mir eine blau leuchtende Nachttischlampe erstanden <em>(Vibrator &#8211; ist allerdings nicht mehr in Benutzung)</em>“.</p>
<p>Ich kann es weder dem Amateur, noch mir selbst zumuten, hier noch weitere Ausführungen vorzunehmen. Material gäbe es da allerdings noch jede Menge. Abschließend möchte ich nun aber noch zusammenfassen, was meine acht Frauen einem Mädchen mit auf den Weg geben würden, welches seine ersten sexuellen Erfahrungen noch vor sich hat:<br />
„du solltest es wollen und nimm, wen du wirklich magst; vielleicht hast du auch Pech, wenn er dich nicht so sehr mag; zwangsweise wird das irgendwie abgedroschen sein: sie soll nichts tun, nur um den anderen glücklich zu machen und zu behalten; ist allerdings leichter gesagt…; klare Granzen setzen; soll sagen, was es will, was nicht; nicht gleich alles Preis geben; nicht sofort mit dem Typen schlafen; Ich finde schon, dass das was Besonderes ist, und sie sollte es nur machen, wenn SIE sich dafür bereit fühlt und nicht wenn ihre Freundinnen es auch machen; da ist jeder wann anders dafür reif; keine Panik; Wasser ist für alle da; entspann dich; pass auf dich auf; verhüte; dass sie immer das Recht hat, zu sagen, dass sie etwas nicht mehr möchte; du bist ja ne verklemmt frigide Kuh, wenn du heutzutage mit 15 noch Jungfrau bist; von der Gesellschaft nicht unter Druck setzen lassen; ich würde ihr sagen, dass sie sich für das erste Mal Zeit lassen soll und nicht gleich den Erstbesten ‚ran lassen’ soll; Sexualität kann etwas wunderbares sein, wenn man ein erfüllsames Gegenüber hat … und sie brauch keine Angst davor zu haben; soll gucken, dass das was sie macht ihr auch gefällt und ansonsten Mut aufbringen Nein zu sagen; selbstbewusst sein; kein schlechtes Gewissen machen lassen; soll vorerst selbst herausfinden, was ihr gefällt, um unangenehmen Situationen soweit aus dem Weg zu gehen“.<br />
Mit jenen Ratschlägen an die Nachwelt, will ich nun die Auswertung abschließen und bin mir nicht wirklich im Klaren, ob ich diesen Schriebs hier tatsächlich ‚Auswertung’ nennen kann. Wer nun auch noch ein Fazit erwartet, wird enttäuscht werden. Es gibt keins.</p>
<p>Acht Frauen, acht Mal Dank für ihre Offenheit – und ein Wunsch: gebt auf euch Acht. Oder habt Achtung vor euch selbst!</p>
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		<title>Gedanken, Geräusche und andere Unannehmlichkeiten</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2005 15:16:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kirsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unikate]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf Grund eines widrigen Umstands, welcher in engem Zusammenhang mit meinem Studium steht, wähnte ich meinen sich zeitweise wehrenden Körper im Magdeburger Unibibliotheksgebäude &#8211; zu Recherchezwecken und anderen ausfüllenden Dingen. Besagter widriger Umstand (von erfahrenen Menschen, welche selbigen schon hinter sich gebracht haben lapidar auch ‚Schreiben einer Diplomarbeit’ genannt) zwingt mich nun zu der einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Grund eines widrigen Umstands, welcher in engem Zusammenhang mit meinem Studium steht, wähnte ich meinen sich zeitweise wehrenden Körper im Magdeburger Unibibliotheksgebäude &#8211; zu Recherchezwecken und anderen ausfüllenden Dingen. Besagter widriger Umstand (von erfahrenen Menschen, welche selbigen schon hinter sich gebracht haben lapidar auch ‚Schreiben einer Diplomarbeit’ genannt) zwingt mich nun zu der einen oder anderen Beobachtung. <span id="more-135"></span><br />
Schon in der zweiten Woche, des vor mich hin Sinnierens und in die Gegend Starrens, scheiterte ich kläglich beim Versuch, meinen Geist auf die mir gestellte Aufgabe einer Auseinandersetzung mit der Entstehung von Ödemen im Bereich des großen Zehs festzunageln.<br />
Meine Beobachtungen, der in der Bibliothek vor sich hin denkenden Individuen, erschienen mir nicht minder Wert in den verzweigten Windungen meines Hirns abgelegt zu werden. Gleich neben den wahnwitzigen Gedanken sei noch Platz, so dachte ich mir.<br />
So fühlte ich mich zutiefst gestört durch mehrere Geräusche, ähnlich klingender, doch vorerst nicht zu definierender Art. Eine Geräuschkulisse bohrend-dröhnender Manier schien sich hervorragend zwischen den Bücherregalen auszubreiten. Gerade als ich &#8211; in einem wundersamen Moment &#8211; kurz davor stand, einen klaren Gedanken zu fassen, wurde ich dessen gewahr, was mir ständig und vorerst unbemerkt von allen Seiten in den Schädel drang… das Geräusch von hämmernden Hackenschuhen. Angesichts jener Erkenntnis überlegte ich kurz, ob ich in lautes Grummeln verfallen sollte, wurde allerdings von den kümmerlichen Resten meiner Vernunft zurückgehalten.<br />
Es schien, als schoben sich dutzende elfengleicher Wesen in spitzbesohltem Schuhwerk durch mein Seh- und Hörfeld, eine Dunstglocke widerwärtigen Geräuschs hinterlassend. Der Schall fand seinen Weg, geschickt an nett drapierten Schallschluckvorrichtungen vorbei bis in meine Gehörgänge. Selbst die Masse der hier aufgereihten Bücher unterschiedlichster Couleur, welche sich den unsichtbaren Wellen mutig in den Weg stellten, versagten kläglich. Ich überlegte kurz, ob Schall eventuell vergleichbar mit einer intelligenten Lebensform sei und somit in der Lage Hindernisse zu analysieren, um sie dann geschickt umgehen zu können. Ich verwarf den Gedanken ebenso schnell, wie er aufgetaucht war, um dann spontan in Phantasien von flauschig-weichen Plüschpantoffeln zu verfallen, welche hier allen gereicht werden. Und in einer, für meinen trägen Körper durchaus unüblichen Geschwindigkeit, stellte sich eine Art Wohnzimmergefühl ein … was wieder weniger untypisch war. Gleich darauf folgte die Überzeugung, solch Schuhwerk fördere den studentischen Zusammenhalt. Sonst ach so verfeindete Professionen fänden eine erste Ebene des miteinander Lebens. Wir alle – eine große Couchfamilie!<br />
For haven’s sake! No! Das ging zu weit. Ich konzentrierte mich wieder auf Wesentlicheres. Hackenschuhe…<br />
Ich begann mich erneut recht unmöglich zu fühlen, angesichts der, den (meist) weiblichen Körper schädigenden, spitzgesichtigen Hacken, welche sich durch alle Poren in meinen Körper bohrten (bildlich gesprochen, natürlich).<br />
Da stakste schon wieder ein Exemplar vorüber und mutete gar ganz entengleich an und war nun überhaupt nicht grazil, elegant und elfengleich. Nun gut, immerhin unternahm sie den Versuch, dem Entendasein zu entkommen. Ich begnügte mich mit diesem Zustand.<br />
Das Schlimmste war, so fand ich, dass ich nicht nur begann sie zu beobachten, sondern jeden ihrer Schritte schon im Vorhinein zu hören. Sie nutzten bevorzugt jene in meiner Nähe befindliche Querverbindung, welche in der Abteilung „Psychologie“ mündet und direkt über meinem Kopf verlief.<br />
Ich wusste um das nächste TOCK. TOCK … TOCK … TOCK. Und mit jedem weiteren TOCK war ich dem Wahnsinn ein Stück näher. Ich zwang mich, Abstand von dem Gedanken einer chronischen Hackenschuhaversion zu nehmen. Schließlich hörte ich erst kürzlich auf einem unserer innerdeutschen TV-Sender, hier besprochenes Schuhwerk wäre elementarer Teil der weiblichen Identität und ich sollte möglichst nicht im Entferntesten daran denken, mich mit inneren Abneigungen zu tragen.<br />
Aber wie sollte ich mir das eigentlich vorstellen &#8211; den ganzen Tag mit einem TOCK- Geräusch an den Füssen  herumzulaufen? Ich dachte darüber nach eine Art Studie durchzuführen. Vielleicht ließ sich irgendwie nachweisen, dass Wahnsinn, Orientierungslosigkeit oder die Vorliebe für Tennissocken eventuell in direkter räumlicher Nähe zu Hackenschuhgeräuschen gehäuft auftreten. Doch bei genauerer Betrachtung musste auch diese Analyse auf einen späteren Abschnitt meines Lebens verschoben werden. Schließlich musste ich mich anderen Aufgaben stellen. Und da war sie – die Verbindung! Im Endeffekt hatten meine hoch philosophischen Gedanken nun doch gewissen Wert in die Überlegungen zum widrigen Umstand einbezogen zu werden. Schließlich haben elfengleiche Wesen (und dies erneut mit aller Achtung vor dem Menschen gesprochen – trotz der anders anmutenden Formulierung) eine gewisses Gewicht. Wenn jene Wesen nun spitzbesohlt auf anderer Menschen Füßen stehen, hat dies Ödeme zur Folge, welche ihrerseits recht schmerzhaft sind und dringend einer genaueren Betrachtung bedürfen.</p>
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		<title>Frauen und Informatik wie Fisch und Fahrrad?</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2004 07:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kirsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mensch]]></category>

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		<description><![CDATA[A woman called the Canon help desk with a problem with her printer. The tech asked her if she was “running it under Windows”. The woman responded: “No, my desk is next to the door. But that’s a good point. The man sitting in the cubicle next to me is under a window, and his [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>A woman called the Canon help desk with a problem with her printer. The tech asked her if she was “running it under Windows”. The woman responded: “No, my desk is next to the door. But that’s a good point. The man sitting in the cubicle next to me is under a window, and his is working fine.”<br />
<span id="more-36"></span></p>
<p>Wer kennt sie nicht, die Witze über Frauen und Technik. Frauen haben keine Ahnung, verstehen kein Wort und sind auch sonst nicht besonders interessiert an so Dingen, die fernab jeglicher weiblicher Natur erscheinen.<br />
Ja und weiter? Wie sieht es denn im IT-Bereich aus? Frauen und Informatik, passt das zusammen, oder ist das etwas, das einander nicht braucht – wie Fisch und Fahrrad?! (Anm.: Angelehnt an den (nicht unumstrittenen) Satz „Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad“, ein Spruch der Frauenbewegung, der mit dem alten Vorurteil aufräumen sollte, eine Frau ohne Mann sei nur ein halber Mensch.)<br />
Historisch gesehen war Programmierung ein Frauenberuf, der schon seit den 40er Jahren existiert. Die als wichtiger angesehene Hardware blieb den Männern überlassen. Mit der zunehmenden Entwicklung von Programmiersprachen, Betriebssystemen und weiteren Anwendungen in den 50ern trat die Software allmählich in den Vordergrund, und ihre Wichtigkeit wurde verstärkt erkannt. Gleichzeitig vermännlichte sich der Beruf in zunehmendem Maße. Es ist sogar so, dass mit der Einführung des Informatikunterrichts an den Schulen und den PCs in den Haushalten Mitte der 80er Jahre die Frauenbeteiligung am Informatikstudium kontinuierlich sank. Für Deutschland bedeutet das ein Sinken von etwa 20-25% auf 7-10%.<br />
Ein vorherrschendes kulturell männlich kodiertes Verständnis von Technik und ein Verständnis von Informatik als Ingenieurswissenschaft haben zu Einseitigkeiten, also einer männlich definierten Computerkultur und Informatik geführt, die Frauen weitgehend ausschließt. Dies bringt eine<br />
einseitige Prägung des Fachs mit sich. Dieses von Männern für Männer Gemachte zieht Männer stärker an als Frauen. Frauen bringen sich deshalb auch nicht mit ihren Prägungen ein, mit der Wirkung: Informatik und Computer sind und bleiben eine männliche Domäne, so Britta Schinzel (Professorin für Informatik und Gesellschaft an der Universität<br />
Freiburg). Eine Gesellschaft kann nur Vorteile daraus ziehen, wenn Frauen ihre Fähigkeiten in alle Lebens- und Arbeitsbereiche einbringen.<br />
Laut statistischem Bundesamt liegt der Prozentsatz von Studentinnen in der Informatik in Deutschland derzeit noch immer unter 15%. Der Vergleich zu anderen Ländern zeigt, dass dies nicht so sein muss. In Zahlen: Schweden hat einen Anteil von 38%, Irland 36% und England immerhin 25% (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2001 und 2002/3).<br />
Auch wenn Frauen das Internet weniger nutzen als Männer (März 2004 Frauen = 47% und Männer =64,1%), ist eine positive Entwicklung bei den Mädchen zu verzeichnen. Während bei Jungen mit Computererfahrung der Anteil an Internetnutzern nur um fünf Prozentpunkte angestiegen ist, fiel der Zuwachs bei Mädchen doppelt so stark aus (plus elf Prozentpunkte). Somit zählen erstmals mehr computererfahrene Mädchen (62%) als Jungen (58%) zu denen, die zumindest selten das Internet nutzen (Studie KIM 2003 &#8211; Kinder und Medien).<br />
Also&#8230;Fisch und Fahrrad? Nein! Auch Frauen sind zunehmend auf Kenntnisse im Bereich der Informatik angewiesen und wollen augenscheinlich auch vermehrt dazulernen (es gibt mittlerweile schon einen Informatikstudiengang für Frauen an der Hochschule Bremen).<br />
Und auch die Mädchen scheinen sich nicht vom männlich geprägten Internet abschrecken zu lassen und gestalten es mit – heute und in Zukunft.<br />
Weitere Links zum Thema Frauen und Informatik:<br />
http://www.werde-informatikerin.de/<br />
http://www.frauen-informatik-geschichte.de/<br />
http://www.powercat.de/</p>
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