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	<title>Der Amateur &#187; marco</title>
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		<title>Das Buch der Bücher</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 14:54:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sender & Empfänger]]></category>

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Es gibt Dinge im Leben, deren Sinn man trotz aller Bemühungen nie ganz versteht. Was hat die Liebe zum gedruckten Wort etwa damit zu tun, in Messenhallen mit der Gemütlichkeit einer Shopping-Mall, eingezwängt in einer Herde dick bebeutelter Menschen und von ihr zwischen Regalen und Verkaufsständen, Druckwerken und Durstlöchern, Hörbüchern und Bockwürsten hindurch umhergetrieben zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/07/Buch-der-Bücher-Blog.jpg" alt="Das Buch der Bücher" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-753" /></p>
<p>Es gibt Dinge im Leben, deren Sinn man trotz aller Bemühungen nie ganz versteht. Was hat die Liebe zum gedruckten Wort etwa damit zu tun, in Messenhallen mit der Gemütlichkeit einer Shopping-Mall, eingezwängt in einer Herde dick bebeutelter Menschen und von ihr zwischen Regalen und Verkaufsständen, Druckwerken und Durstlöchern, Hörbüchern und Bockwürsten hindurch umhergetrieben zu werden? <span id="more-748"></span>Es ergibt doch keinen Sinn, Bücher wie Autos oder Fernseher auszustellen, weil sich ihre Qualität erst im vollständigen Lesen zeigen kann. Liegt es an meiner ausgeprägten Misanthropie, oder stehen Büchermessen nicht tatsächlich im Gegensatz zum Charakter des Lesens als einer ganz persönlichen, in geistiger Zurückgezogenheit ausgeführten Tätigkeit? Nur die alleinige Konzentration auf den Text ermöglicht, neben der bloßen Wahrnehmung der einzelnen Wörter, auch das Erleben und Verstehen des Geschriebenen. Aus genau diesem Grund ist ein Leser nicht multitaskingfähig. Lesen ist schlicht eine interaktionsfreie Oase. Einfach mal den Mund halten und die Finger weg von Computer, Handy und ihren unzähligen Verwandten.<br />
Das Buch – Hörbücher zähle ich ausdrücklich nicht dazu – konnte sich erstaunlich lange der Digitalisierung unserer Lebenswelt widersetzen. In dieser Welt digitaler Medien und grenzenloser Interaktion ist es zu einem Anachronismus geworden. Nun bröckelt allerdings auch noch diese letzte analoge Festung. So galt auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse bereits ein Schwerpunkt dem elektronischen Buch. Elektronische Dokumente gibt es beinahe schon so lange, wie es Computer gibt, demnach eine gefühlte Ewigkeit. Vor allem Dateien im .pdf-Format begegnen uns ständig bei unseren Reisen ins Innere des Netzes. Dennoch konnten sie sich bisher, jenseits wissenschaftlicher Publikationen, nicht als ernstzunehmender Ersatz für ihre gedruckten Geschwister etablieren. Dies liegt in erster Linie daran, dass diese sogenannten e-books bis jetzt in ausreichender Qualität nur am Computer selbst gelesen werden konnten. Lesen bedeutet für die meisten Menschen jedoch Entspannung, welche allerdings nur für  wenige vor dem Computer zu erreichen ist; da helfen auch nicht die kleinsten und leichtesten Notebooks. Computer, auch wenn sie noch so mobil sein mögen, sind nun mal vor allem Arbeitsinstrumente, wenn es dabei auch Ausnahmen geben mag. Schon die Haltung die man vor ihnen zwangsläufig einnimmt schränkt die Möglichkeiten des entspannten Lesens erheblich ein.<br />
Inzwischen scheint diese technische Hürde aber überwunden. Es gibt nun Geräte, zum Teil sogar handlicher als ein gedrucktes Buch, deren Displays ermüdungsarmes Lesen ermöglichen. Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit, e-books direkt aus dem Internet zu kaufen und kabellos zu laden. Zusätzlich können Zeitungen oder Magazine abonniert werden und das alles, ohne die Lesegeräte mit einem Computer zu verbinden. Da begrenzte Speicherkapazitäten heutzutage und zumal bei dem vergleichsweise geringen Speicherplatzbedarf von e-books keine wirkliche Einschränkung bedeuten, fassen diese Geräte ganze Bibliotheken. Dabei unterbieten sie in Größe und Gewicht sogar einige Taschenbücher. Neben der praktischen Bequemlichkeit ist ein grundlegender Vorteil offensichtlich. Gegenüber gedruckten sparen elektronische Bücher erhebliche Ressourcen ein, und schonen damit die Umwelt; wobei der Stromverbrauch der Lesegeräte allerdings nicht vergessen werden darf. Hinzu kommt der partizipative Aspekt von e-books, welcher keinesfalls vernachlässigt werden sollte. Diese Technologie ermöglicht es jedem Menschen, sein eigenes Buch zu veröffentlichen, unabhängig von den kommerziellen Vermarktungschancen seines Inhalts. Zudem ist im Vergleich die elektronische Version eines Buches naturgemäß stets deutlich günstiger als die gedruckte. Bücher, bei denen das Urheberrecht (in Deutschland nach 70 Jahren) erloschen ist, können sogar kostenlos aus dem Internet geladen werden. Die beste Möglichkeit dafür bietet das internationale gemeinnützige „Project Gutenberg“.[1] Das bereits 1971 gegründete Projekt kann inzwischen auf ein Angebot von über 25.000 Büchern in mehr als 20 Sprachen verweisen und die Zahl wächst stetig weiter. Gut 500 e-books davon sind in deutscher Sprache erschienen, unter anderem Werke Heinrich Heines und Franz Kafkas, aber auch englische Klassiker von William Shakespeare. Eines haben alle e-books gemeinsam: Die Möglichkeit zur Volltextsuche. Vor allem  im Umgang mit Sach- und Fachtexten ist dies von unschätzbarem Vorteil.<br />
Trotz dieser überzeugenden Möglichkeiten werden die neuen Lesegeräte für e-books vermutlich keine technische Revolution ähnlich der Digitalisierung der Fotografie auslösen. E-books stoßen auf eine Mauer von Vorurteilen, welche die Vorbehalte die es gegenüber der Digitalfotografie anfangs gab, in ihrer unerschütterlichen Resistenz bei weitem übertreffen. Diese grundsätzliche Ablehnung liegt nicht unbedingt in einem irrationalen Technik-Skeptizismus lesender Menschen begründet. Der Grund betrifft vielmehr die Natur des Lesens als einer enttechnisierten Zone unseres Alltagslebens. Weitaus stärker als in der Musik oder Fotografie sind im gedruckten Buch Information und Medium in einzigartiger Form miteinander verschmolzen. Die Ablösung des Textes von seinem Träger ist daher ungleich schwerer zu vollziehen, was schon an der Bezeichnung „e-book“ deutlich wird. Während zum Lesen nie mehr nötig war als das Medium Buch selbst, sind wir bei Musik und Fotografie seit jeher an die Verwendung mechanischer Abspiel- bzw. Aufnahmegeräte gewöhnt. Der Umstieg von der Analog- zur Digitaltechnik war so nur ein vergleichsweise kleiner Schritt, welcher zudem fast nur Vorteile gegenüber der Handhabung und Qualität der bisherigen Technologie bot. Das Lesen eines elektronischen Buches erfordert eine weitaus größere Umstellung, nicht nur in der Bedienung, sondern vor allem in der Haptik. Das Blättern und Streichen durch eine Fülle dünner Papierseiten und der Geruch gedruckter Worte sind eng mit dem eigentlichen Leseerlebnis verbunden. Hinzu kommt, dass Bücher über etliche Jahrhunderte zu einem wichtigen Statusobjekt und Wohnaccessoire geworden sind, auf das vor allem sich für gebildet haltende Menschen nicht verzichten können. Bourdieu hätte diesen Zweck als Distinktion bezeichnet. Hesse und Sartre werden eben im Wohnzimmer nicht nur aufbewahrt, sondern leisten ihren Beitrag zur Abgrenzung und Verortung innerhalb der Gesellschaft. Ein vermeintlich prall gefülltes Lesegerät wird diese Aufgabe nie erfüllen können.<br />
Angesichts der Vorteile von elektronischen Büchern mögen diese Gegenargumente häufig irrational klingen, doch Poesie und Belletristik pfeifen schließlich auch auf Vernunft. Indessen wird bei der Auseinandersetzung mit dem Thema oft eines missverstanden: Es ist keinesfalls eine Frage des Entweder/Oder. Am Beispiel der Digitalfotografie wird deutlich, dass auch digitale Technik gedruckte Medien nicht zwangsläufig überflüssig macht. Ganz im Gegenteil sie kann dazu beitragen Auswahl und Qualität zu verbessern.<br />
Einen entscheidenden Vorteil könnte der Durchbruch der e-books auf jeden Fall haben:  Büchermessen bestehen in Zukunft vielleicht nur noch aus Lesungen. Auf Regale mit sinnlos ausgestellten Büchern oder Prospekten sowie auf Menschen- und Beutelmassen könnte dann endlich verzichtet werden.</p>
<p>[1] Achtung, nicht zu verwechseln mit dem deutschen kommerziellen Angebot „Projekt Gutenberg“.</p>
<p>Project Gutenberg: <a href="http://www.gutenberg.org">http://www.gutenberg.org</a></p>
<p><em>Foto von noellium auf Flickr<br />
(<a href="http://www.flickr.com/photos/designosophy/2298109777/">http://www.flickr.com/photos/designosophy/2298109777/</a>)</em></p>
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		<title>45 Gramm</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/45-gramm/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Jul 2008 12:21:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>

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		<description><![CDATA[
Manchmal sagen Zahlen mehr als tausend Worte. Ein A4-Blatt ganz normalen Druckerpapiers wiegt ca. 5 Gramm, das Heft &#8216;Der Amateur #5&#8242; wiegt etwa 45 Gramm.  Jeder einzelne Mensch in diesem Land liest, beschreibt, zerreißt, ignoriert, entsorgt, kurzum verbraucht im Jahr ca. 233 Kilogramm Papier, Pappe und Karton (Stand 2005). Theoretisch sind das 46.600 A4-Seiten oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://www.deramateur.de/DerAmateur05.pdf'><img src='http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2008/10/amateurcover5_preview.jpg' alt='Foto von HolySnappers (Flickr)' title='download elektrische Version Der Amateur #5' class='alignleft' /></a></p>
<p>Manchmal sagen Zahlen mehr als tausend Worte. Ein A4-Blatt ganz normalen Druckerpapiers wiegt ca. 5 Gramm, das Heft &#8216;Der Amateur #5&#8242; wiegt etwa 45 Gramm.  Jeder einzelne Mensch in diesem Land liest, beschreibt, zerreißt, ignoriert, entsorgt, kurzum verbraucht im Jahr ca. 233 Kilogramm Papier, Pappe und Karton (Stand 2005). Theoretisch sind das 46.600 A4-Seiten oder 5178 Hefte von &#8216;Der Amateur&#8217;. Im Jahr 1950 waren es nur 32 Kilogramm pro Einwohner. Sind wir in dieser Zeit ein Volk von Bücherwürmern und Leseratten geworden? Oder erging es dem Papier nur wie anderen natürlichen Ressourcen, wie etwa Wasser, Energie und Nahrung?  Steigt die verfügbare Menge eines Gutes, sinkt sein Wert. Für diese Einsicht braucht Mensch keinen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften. Mit dem Überangebot an Papier verliert jedoch nicht nur das Material an Wert für uns, sondern auch die Ideen, welche es treu bis zu seinem Ende beherbergt. Heute waten wir in einer Flut von gedruckten Konsumanreizen und Printprodukten von mannigfaltiger Quantität, aber zweifelhafter Qualität. 233 Kilogramm, 46.600 A4-Seiten, angesichts dieser Zahlen verliert sich, was davon zählt.  Aus diesem Grund hat sich &#8216;Der Amateur&#8217; für ein Geben und Nehmen entschieden. Jedes Heft wird zu 100% auf recyceltem Papier gedruckt und teilweise aus dem Recycling von bedrucktem Papier finanziert.</p>
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		<title>Editorial der 4. Ausgabe</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Dec 2006 16:34:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marco</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kunst und Konsum, das ist der Inbegriff einer ambivalenten Beziehung. Ob Kunst oder Arbeit, die Würdigung dessen was eine Person tut, wird heutzutage mit Moneten angezeigt. Ohne Taler in der Tasche ist ein jeder von uns brotlos. Aber dient der Kommerz noch dem Künstler oder nicht längst der Künstler dem Kommerz? Betrifft diese Frage nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kunst und Konsum, das ist der Inbegriff einer ambivalenten Beziehung. Ob Kunst oder Arbeit, die Würdigung dessen was eine Person tut, wird heutzutage mit Moneten angezeigt. Ohne Taler in der Tasche ist ein jeder von uns brotlos. Aber dient der Kommerz noch dem Künstler oder nicht längst der Künstler dem Kommerz? Betrifft diese Frage nicht alle Menschen? Wer soll diese Fragen jedoch noch beantworten, wenn der Geist des Geldes selbst vor den Geisteswissenschaften nicht halt macht.<br />
Nur wenn die Berufung nicht zum Beruf wird, bleiben wir Amateure statt Profis. Ein Amateur glaubt daran, dass lieb nicht gleich teuer ist, er nimmt sich die Freiheit des Schaffens und pfeift auf den Zwang der Märkte.<br />
Die Welt braucht Amateure.  </p>
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		<title>Die Totengräber</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2005 11:10:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unikate]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist nun zwar schon wieder den einen oder anderen Monat her, als sich mir als passioniertem „Volksstimme“-Leser ein Diskurs aufdrängte, der schließlich auch mein Herz berührte. Es wurde immerfort von fiesen Verbrechen berichtet, die eigentlich niemanden kalt lassen können.Es ging um scheinbar geistig und körperlich unausgelastete Jugendliche, welche mit ungebremstem kriminellen Tatendrang versuchen unsere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist nun zwar schon wieder den einen oder anderen Monat her, als sich mir als passioniertem „Volksstimme“-Leser ein Diskurs aufdrängte, der schließlich auch mein Herz berührte. Es wurde immerfort von fiesen Verbrechen berichtet, die eigentlich niemanden kalt lassen können.<span id="more-130"></span>Es ging um scheinbar geistig und körperlich unausgelastete Jugendliche, welche mit ungebremstem kriminellen Tatendrang versuchen unsere Heimatstadt in den kulturellen und vor allem wirtschaftlichen Bankrott zu drängen. Es ging um nicht weniger als die optische Vergewaltigung von Wohn- und Geschäftseigentum. Die „Volksstimme“ tat das einzig Richtige und tat sich als Anwalt der Opfer hervor und sie tat es mit einer gehörigen Portion Nachdruck. Ihre Redakteure erörterten bemerkenswert, welche hohen wirtschaftlichen Schäden diese Schandtaten für unsere Landeshauptstadt bedeuten. Jeder Mitbürger weiß, wenn es um die Wirtschaft geht, dann hört bei uns der Spaß auf. Daher dulden wir es nicht, wenn jemand versucht, ihr mutwillig die oftmals beschworene Vorfahrt zu nehmen.<br />
Aus diesem Grund startete der journalistische Marktführer und moralische Speerspitze unserer Region eine Kampagne für deutlich härtere Strafen für jene Rabauken. Das Volk ist zu großen Teilen der gleichen Meinung wie ihre Meinungsmacher und so stimmte es mit in den Ruf ein. Einige Bürger taten sich besonders hervor und förderten eigene Vorschläge aus ihren grauen Zellen hervor. Ein ganz außergewöhnlicher war beispielsweise das generelle Verkaufsverbot von Spraydosen in Baumärkten. Ganz richtig, es muss endlich ein Ruck durch Deutschland gehen, und die Bürger müssen verstehen, dass Farbe in Spraydosen eine Waffe ist und hinter Panzerglas oder höchstens in die Hände von Sicherheitskräften gehört.<br />
Aber mal ganz ehrlich, was diese Diskussion letzten Endes leistete, war nicht weniger als eine Lehrstunde zum Thema Zivilgesellschaft. Seit langer Zeit schon wird sie totgesagt, totgeschrieben und beweint, doch die „Volksstimme“ feierte ihre wundersame Wiederauferstehung. Graffiti, das wurde schnell erkannt, ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und als solches bedarf es auch entsprechend dimensionierter Gegenmaßnahmen. Es dauerte also nicht lang, bis das Sprachorgan der Magdeburger vom ersten Schulterschluß künden konnte. Der erste Impuls kam nicht überraschend von Unternehmern. Angeführt vom Stadtmarketingverein Pro Magdeburg wurde ein Maßnahmen-Programm gegen illegale Schmierereien erarbeitet und vereinbart. Beteiligt haben sich anfangs Vereine, die IG Innenstadt, die Taxi-Genossenschaft, die MVB und andere private Unternehmen, darunter sowohl Hauseigentümer als auch Sicherheitsfirmen. Sie waren fest entschlossen, gemeinsam eine Art Unternehmerwehr zu bilden. Das Herzstück dieser schlagkräftigen Truppe sollten Bewachungsunternehmen, MVB und die Taxi-Innung einnehmen.<br />
Sie erklärten sich bereit ihre gewerblich-betriebenen nächtlichen Streifzüge durch unsere Heimatstadt zu nutzen um gleichzeitig in den Straßen von Magdeburg zu patrouillieren. Diese Hilfssheriffs sollten im Falle einer Feindsichtung natürlich nicht auf die Jagd nach den Gangstern gehen, sondern lediglich die regulären Ordnungskräfte alarmieren. Desweiteren wurde in der Agenda vereinbart, dass illegale Graffiti möglichst schnell beseitigt werden und die Übeltäter sowohl straf- als auch zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen werden sollen. Selbstverständlich sollte auch die Werbung für dieses einzigartige Projekt nicht zu kurz kommen und die potentiellen jugendlichen Täter schon vorab über die möglichen Konsequenzen aufgeklärt werden. Getreu der Erfahrung aus fünf Jahrzehnten Kaltem Krieg war man von der Wirkung von Abschreckung überzeugt.<br />
Von einem zweitem Beispiel für die möglichen Selbstheilungskräfte unserer Gesellschaft konnte die „Volksstimme“ bereits zwei Monate später künden. Der Vorsitzende des Vereins „Haus&#038;Grund“ hatte die blendende Idee, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der sich zur Aufgabe stellt, den geschundenen Hausbesitzern finanziell unter die Arme zu greifen. Dr. Neumann beschrieb seinen uneigennützigen Plan so: „Der Verein könnte Spenden und finanzielle Hilfe einspielen und dann Privateigentümern helfen“. Ich würde sogar noch ein Stück weiter gehen. Um genügend Geld für dieses selbstlose Projekt zu sammeln, wäre es doch beispielsweise möglich, eine große Spendengala zu veranstalten, welche zeitgleich sowohl auf MDF.1 als auch beim MDR übertragen wird. Was Unicef &#038; Co. können, muss doch auch für gepeinigte Hauseigentümer legitim sein. Ich glaube bei soviel karritativem Engagement und Zivilcourage steht ein heißer Favourit für den Titel „Magdeburger des Jahres“ schon fest.<br />
Niemand muss sich also ängstigen, unsere Gesellschaft ist sehr wohl in der Lage auch unüberwindlich erscheinende Probleme aus eigener Kraft zu lösen. Die Akteure als auch Motive, welche dabei als Triebkraft wirken, können durchaus überraschen. Wer mir jetzt aber immer noch chronisch vom Ableben der Zivilgesellschaft erzählen will, dem verordne ich die tägliche Lektüre der Volksstimme, als Schocktherapie.</p>
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		<title>Touché!</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/touche/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2005 18:58:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weltenbummler]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus der Serie „Deutschland eine Weltreise“: Waterloo
Von Uwe, Marco und Martin
Nachdem wir uns auf unserer „Weltreise“ bisher nur in sonnenreichen Gegenden unseres Planeten herumgetrieben haben und vielleicht der Eindruck enstanden sein mag, wir täten dies nur zu unserem Vergnügen, war die Zeit längst gekommen, um die Ernsthaftigkeit unserer Expedition unter Beweis zu stellen. Am geeignetsten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus der Serie „Deutschland eine Weltreise“: Waterloo</p>
<p>Von Uwe, Marco und Martin</p>
<p>Nachdem wir uns auf unserer „Weltreise“ bisher nur in sonnenreichen Gegenden unseres Planeten herumgetrieben haben und vielleicht der Eindruck enstanden sein mag, wir täten dies nur zu unserem Vergnügen, war die Zeit längst gekommen, um die Ernsthaftigkeit unserer Expedition unter Beweis zu stellen. Am geeignetsten dafür erschien uns ein Ausflug in die oftmals dunkle Vergangenheit Europas. Da die Geschichte unseres geliebten Heimatkontinents geprägt ist von blutigen Auseinandersetzungen, lag es nah den Originalschauplatz einer dieser heroischen Gemetzel zu besuchen. Es gibt nur wenige Schlachten die ihren Bekanntheitsgrad über die etlichen Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte dermaßen aufrechterhalten konnten, wie jene bei Waterloo. Dies mag zum einen am klingenden Namen der belgischen Ortschaft liegen, die ihr den Namen gab, welcher schließlich auch ABBA zum größten Grandprixhit aller Zeiten inspirierte. Zum anderen war diese Schlacht einer dieser magischen Momente in denen sich ganz Europa in seinem Herzen einfand, um sich mal wieder so richtig die … ähh … Meinung zu sagen. Kein Wunder also, dass sich der Sitz der Europäischen Union in genau jenem kleinen Land befindet, in dem auch die Schlacht bei Waterloo stattfand.<br />
<span id="more-121"></span><br />
<img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/waterloo.jpg' alt='' /></p>
<p>Als wir das Ortseingangsschild von Waterloo hinter uns gelassen haben, stellen wir fest, dass diesen, nicht besonders großen, Ort eine morbide Ruhe erfüllt. In Andacht an die gefallenen Helden versunken, nehmen wir in Anbetracht des herrschenden Friedhofswetters ersteinmal einen Glühwein zu uns, um die müden Geister unserer Seelen aus der Totenstarre zu reißen, die uns erfasst hat. Die verwunschene Athmosphäre scheint sich durch das Nichtvorhandensein von Menschen außerhalb ihrer geschützten Mauern noch zu verstärken. Die Ruhe vor dem Sturm oder auch die Leere nach dem Kampf, wenn nur noch die Toten als stumme Zeugen des Geschehenen zurückbleiben, wird für uns fühlbar wie die Wärme des Glühweins in unseren Körpern. Doch mehr oder weniger nüchtern betrachtet stellen wir fest, dass kaum etwas tatsächlich an das brutale Morden erinnert. Obwohl das Wort &#8220;Schlacht&#8221; ganz offensichtlich von Schlachten kommt, scheint dies nicht der Ort vielfachen Tötens und Sterbens zu sein. Wir sind im Gegenteil überrascht, welch seltsame Ordnung in diesem Ort herrscht. Sie konterkariert geradezu das Chaos, welches 1815 entstand als sich die französische Streitmacht unter Führung von Napoleon Bonaparte in ihrer Niederlage gegen Engländer und Preußen geradezu kopflos in sämtliche Himmelsrichtungen auflöste. Die Menschen hier geben sich ganz offensichtlich große Mühe bei der Pflege und Reinhaltung ihres Ortes. Die Fassaden sind schmuck verklinkert, die Türen und Tore frisch gestrichen und der Rasen in den Vorgärten mit Liebe und Leidenschaft getrimmt. Das einzige, was noch ein wenig an die Schlacht erinnert, ist der Kampf von Zierbrunnen und Modell-Windmühle gegen die Übermacht der Gartenzwerge. Vielleicht ist das eine hintersinnige Art Vergangenheitsbewältigung, die die wackeren Waterlooner in Trauer um die ca. 57000 Menschen erdacht haben, die hier ihr letztes Gefecht bestritten. Mit diesen Gedanken verlassen wir schließlich den Ort des Grauens über eine lange graue Allee, die scheinbar ins Nichts führt.</p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/waterloo2.jpg' alt='' /></p>
<p><b>Waterloo</b> (gehört zum Ortsteil Βlüthen der Gemeinde Karstädt)</p>
<p>	Bundesland:	Brandenburg<br />
	Postleitzahl:	19357<br />
	Einwohner:	80 ( davon 64 wahlberechtigt )<br />
	Highlights:	Ortseingangsschild, Zierbrunnen, Kopfsteinpflaster,<br />
			unzählige Gartenzwerge<br />
	Entfernung:	von Magdeburg ca. 140 Kilometer</p>
<p>	<b>Wie kommt man hin?:</b></p>
<p>	Mit Auto:	von Magdeburg B189 Richtung Norden (Stendal,Wittenberge)<br />
			in Perleberg nach links auf B5<br />
			kurz vor Karstädt rechts in Richtung Waterloo</p>
<p>	Mit Bahn/Bus:mit dem Zug nach Wittenberge<br />
			Umsteigen in Zug nach Perleberg<br />
			Am ZOB Perleberg in den Bus nach Waterloo<br />
	(dauert insgesamt ca. 3h und ist nur in der Woche möglich) </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Krone der Werteschöpfung</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/die-krone-der-werteschopfung/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2004 07:02:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Gewaltspirale dreht sich in den Niederlanden. Unaufhörlich wird ein Gewicht nach dem anderen auf die Waage der Selbstjustiz gelegt. Nach dem Mord am Islam-kritischen Filmemacher Theo van Gogh durch einen radikalen Moslem brennen Moscheen, daraufhin Kirchen und schließlich wiederum islamische Schulen. Rächer rächen sich an Rächern und man ist gezwungen an den Nahen Osten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gewaltspirale dreht sich in den Niederlanden. Unaufhörlich wird ein Gewicht nach dem anderen auf die Waage der Selbstjustiz gelegt. Nach dem Mord am Islam-kritischen Filmemacher Theo van Gogh durch einen radikalen Moslem brennen Moscheen, daraufhin Kirchen und schließlich wiederum islamische Schulen. Rächer rächen sich an Rächern und man ist gezwungen an den Nahen Osten zu denken. Diese schrecklichen Ereignisse in der Nachbarschaft können und dürfen uns nicht kalt lassen. Die Frage ob so etwas auch bei uns geschehen könnte steht düster und drohend im politischen Raum. Während die Regierungskoalition scheinbar zum Tagesgeschäft übergeht, ruft vor allem die CSU laut nach Konsequenzen in der Integrationspolitik.<br />
<span id="more-31"></span></p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/himmel.jpg" height="337" width="450" border="0" hspace="4" vspace="4" alt="Himmel" /></p>
<p>Als erstes müssen wir mal ein Missverständnis aufklären. Nein, die Niederlande ist nicht „unser tolerantestes Nachbarland“, wie manche BILD-Kommentatoren und ihre Fachkollegen behaupten. Die Wahrnehmung bleibt schon seit einiger Zeit hinter den politischen und gesellschaftlichen Realitäten zurück. In keinem anderen Land der Europäischen Union hat sich seit dem 11. September 2001 das gesellschaftliche Klima gegenüber Moslems stärker verschlechtert als in den Niederlanden. Ein nicht zu übersehendes Indiz dafür war der Erfolg der rechtsextremen Lijst Pim Fortuyn bei den Parlamentswahlen 2002. Zwar war die Partei des bereits vor der Wahl ermordeten Rechtspopulisten Pim Fortuyn nur ganze 87 Tage an der Regierung beteiligt und verlor bei den Neuwahlen den Großteil ihrer Sitze, es zeigte sich jedoch deutlich welche breite Basis rassistische Ressentiments in der niederländischen Gesellschaft haben. Dennoch wird in den Medien der Eindruck erweckt als wäre das Konzept des niederländischen Multikulturalismus mit den Anschlägen einem plötzlichen politischen Tod erlegen. Dabei gilt die Politik der Minderheitenförderung spätestens seit Ende der neunziger Jahre als gescheitert. Diese Integrationspolitik musste scheitern weil die wichtigste Voraussetzung für einen Erfolg nicht gegeben war, sie hatte nie die Unterstützung einer Mehrheit der Bevölkerung. Es ist also nicht nur etwas anmaßend sondern auch reaktionär, wenn der bayrische Innenminister Günter Beckstein (CSU) der Bild am Sonntag erklärt, „Holland ist der Illusion einer multikulturellen Gesellschaft erlegen.“ Trotz offensichtlich beschränkter Kompetenz ist Beckstein scheinbar omnipräsent, wenn es in den Medien um die Geschehnisse in unserem Nachbarland geht. Stellvertretend für seine Partei schwingt er lautstark die verbale Keule gegen den Multikulturalismus. Nicht nur von ihm wird dabei immer wieder vor Parallelgesellschaften gewarnt. Dieser Begriff gehört wohl zur Herbstmode partei- und fraktionsinterner Sprachregelungen und dient leider oft der Stigmatisierung eines pluralistischen Integrationskonzepts, welches eine kulturelle Vielfalt zur Folge hätte.</p>
<p>Mit gewohnter Entschlossenheit wird von der CSU nun eine verstärkte Integration von Ausländern gefordert. Obwohl die Integration von Ausländern ganz offensichtlich nur eine politische Zielsetzung ist wird kaum ein Wort über den Weg dorthin verloren. Man hat so den Eindruck als versuche so mancher Politiker das Erlernen der deutschen Sprache als alternatives Integrationskonzept zu verkaufen. Immer getreu dem Motto: Wer deutsch spricht, ist auch deutsch. Diese Idee ist einfach zu verstehen und so nickt auch das Volk zustimmend. Einzig die umtriebigen CSU-Jünger sind ganz offen der Meinung, dass noch ein bisschen mehr zum Deutschsein gehört als nur die Beherrschung der Landessprache. Aber selbst dort traut sich niemand als Konsequenz dieser Einsicht die Erhöhung des Assimilationsdrucks zu fordern. Mit dem Ruf nach kultureller Anpassung macht man sich als bayrische Volkspartei vermutlich auch eher lächerlich. Um das zu verhindern, wurden keine Mühen gescheut und selbst Tote wieder zum Leben erweckt. Denn Totgesagte leben bekanntermaßen länger und genau das erhofft sich die CSU nun von der (deutschen) Leitkultur, dem Unwort der Herzen des Jahres 2000. Das furiose Comeback wird noch befeiert, da erhebt sich auf ein Neues die gesellschaftliche Diskussion um den Begriff und seine inhaltliche Füllung. Schließlich ist auch im Jahr 2004 die Frage weiterhin offen, was diese Leitkultur denn nun kennzeichnet, an der sich unsere ausländischen Mitbürger orientieren sollen. Um der Konfusion beizukommen, die dieser Begriff scheinbar überall auslöst, versucht vor allem die CSU Aufklärungsarbeit zu leisten. Als Chefaufklärer dient der Partei ihr Oberhaupt, der Drei-Minuten-Kanzler Edmund Stoiber, der zügig klar stellt, dass es gesellschaftliche Grundwerte sind, an denen sich die Zuwanderer orientieren sollen. Für verbale Eindeutigkeit soll der Begriff Wertekultur dienen, den Stoiber auf dem 69. CSU-Parteitag der erstaunten Öffentlichkeit vorstellte. Meine Empfehlung für Eineindeutigkeit wäre die Verwendung des Wortes Leitwerte. Auch wenn passionierte Scrabble-Spieler bei diesen tollen Kombinationsmöglichkeiten unverzüglich ins Schwärmen geraten, bleibt noch immer eine Frage offen. Was sind denn die deutschen Grundwerte? Fleiß, Ordnung, Pünktlichkeit und Disziplin, das allein kann es doch nicht sein! Wären das die zentralen Elemente der von Stoiber geforderten Wertekultur, drohte mir auch als deutscher Staatsbürger wohl die sofortige Abschiebung. Führt man sich einmal die ganze Rede des bayrischen Staatsoberhauptes zu Gemüte, wird einem schnell klar, was dieser Alleinherrscher uns sagen möchte. Dort heißt es beispielsweise: „Unser Volk ist eine Schicksalsgemeinschaft. Diese Gemeinschaft ist entstanden aus einer gemeinsamen Geschichte im Schlechten wie im Guten, gemeinsamer Sprache und Kultur, gemeinsamen Traditionen und gemeinsamer christlicher Religion.“; „Für eine vom christlichen Menschenbild geprägte Bildungspolitik ist Bildung aber nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch Wertevermittlung.“; „Es ist richtig, die christliche Prägung unseres Landes zu verteidigen!“ Ich könnte die Aufzählung weiter führen, aber ich denke an dieser Stelle ist sich bereits jeder der Antwort auf unsere Frage bewusst. Neben der Verfassung dient uns also die Bibel als Wertekanon unserer Leitkultur.</p>
<p>Es mutet fast schon prophetisch an, aber die Bild-Zeitung hat es tatsächlich geschafft diese Position bereits tatkräftig zu unterstützen bevor sie überhaupt auf die politische Agenda kam. Denn nach dem Volks-PC, dem Volksrekorder und der Volkskarte, mit der man unter anderem erotische Fotos und Bildschirmschoner kostenlos auf den eigenen Computer laden kann, kommt jetzt die Volks-Bibel. Die Bild nimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst und versucht, ihren Beitrag zur Vermittlung unserer Grundwerte zu leisten. Kai Diekmann, der Bild-Chefredakteur, straft alle Kritiker Lügen indem er die Bild von der vierten Gewalt zur moralischen Instanz erhebt. Um diesen Anspruch zu unterstreichen, hat der bekennende Katholik zusammen mit den beiden Vorsitzenden der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland eigens für diese Sonderausgabe ein Geleitwort verfasst. Die Welt steckt einmal mehr voller Überraschungen. Wenn Kai Diekmann das Geleitwort zur Bibel mit verfasst, wird der Papst womöglich bald Chefredakteur beim Playboy.</p>
<p>Nüchtern betrachtet ist jedoch mehr als fraglich, ob eine Rückbesinnung auf christliche Grundwerte der Integration von Ausländern, zumal jenen islamischer Religionszugehörigkeit, besonders förderlich ist. Da geht es einfach auch um das Prinzip. Religiös motivierte Werte haben in der Politik nichts zu suchen, weder bei nationaler Integrationspolitik noch in der EU-Verfassung. Das sollte eigentlich auch die CSU verstehen, denn wir können Länder wie der Türkei nicht Wasser predigen und selbst Wein trinken. Also vergessen wir doch einfach mal unsere Leit- oder Wertekultur. Es gibt nur eines, was uns wirklich eint, und das ist unsere Verfassung. Diese macht keinen Unterschied zwischen Christen und Moslems und hält somit unsere wahren Grundwerte hoch, nämlich Freiheit und Toleranz. Leider glaube ich nicht, dass das Grundgesetz auch nur in annähernd so vielen Bücherregalen steht wie die Bibel. Das klingt ganz nach einem Auftrag für Kai Diekmann und seine Bild-Zeitung. Wenn die „Volksverfassung“ auf der Bestsellerliste noch vor dem neuen Harry Potter auf Platz eins steht, dann ist auch meine Welt wieder in Ordnung.</p>
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		<title>Im Rausch der Tiefe</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2004 03:53:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Frühes EM-Ausscheiden, letzter Platz im europäischen Wachstumsvergleich. Was nun?
Zuerst PISA, dann die rote Laterne im europäischen Wachstumsvergleich und jetzt auch noch das: Deutschland gehört auch im Fußball nicht mehr zur europäischen Spitze.
Ganz Deutschland fragt: Was nun? Im Jahr 2006 findet die Weltmeisterschaft nicht nur in unseren Wohnzimmern, sondern auch direkt in unserem Land statt, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frühes EM-Ausscheiden, letzter Platz im europäischen Wachstumsvergleich. Was nun?</p>
<p>Zuerst PISA, dann die rote Laterne im europäischen Wachstumsvergleich und jetzt auch noch das: Deutschland gehört auch im Fußball nicht mehr zur europäischen Spitze.<br />
Ganz Deutschland fragt: Was nun? Im Jahr 2006 findet die Weltmeisterschaft nicht nur in unseren Wohnzimmern, sondern auch direkt in unserem Land statt, und in den Träumen von 80 Millionen Deutschen ist der Titel für „unsere Jungs“ schon gebucht. Rudi Völler weckt uns jedoch mit seinem Rücktritt unsanft auf, er glaubt nicht, er könne uns unsere Träume erfüllen. Auch das noch. Durch die Gesellschaft geht ein Ruck des Entsetzens, auf den tiefe Ratlosigkeit folgt. Erst die Europameisterschaft verloren und nun auch noch den besten Mann auf dem Platz. Lieber hätte die ganze Mannschaft zurücktreten sollen, das ist den Experten der Presse und des Stammtisches sofort klar. Wie soll es jetzt bloß weitergehen, wer oder was kann uns retten?<br />
<span id="more-4"></span></p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/tiefe.jpg" height="320" width="450" border="1" hspace="4" vspace="4" alt="Tiefe" /><br />
Foto: www.cdu.de [M]</p>
<p><strong>Wer wagt, gewinnt.<br />
</strong><br />
Die Frage ist ergreifend einfach, die Antwort ist es auch.<br />
Die CDU muss ran, ganz klar. Die derzeit amtierende Opposition hat es schon lange gewusst und noch länger angemahnt: Mit Deutschland geht es abwärts, wie mit einem Schlauchboot in den Niagara-Fällen. Schuld ist, wer hätte das gedacht, die rot-grüne Regierung. Glaubt man den aktuellen Umfragen, so ist das Volk sich recht einig darüber, wer unser Land regieren sollte. Die CDU hat jedoch weit mehr als nur politische Kompetenz zu bieten. Ich erinnere mich an einen Slogan der Europawahl-Kampagne: „Damit Deutschland wieder oben mitspielt“. Die Wahlkampf-Strategen der Christdemokraten bewiesen mit dieser Ansage nahezu hellseherische Kräfte, zudem verdeutlicht sie auch die sportlichen Ambitionen der Volkspartei.<br />
Deutschlands Chance kann nur in einer unkonventionellen Lösung bestehen, was Fußball-Deutschland jetzt braucht, sind keine Reformen, wir brauchen eine ausgewachsene Revolution. Die Menschen in unserem Land haben nun wirklich keine Lust mehr auf Reformen, die haben schließlich auch absolut keinen Sexappeal. Revolutionen hingegen sind attraktiv wie riesige Überschriften. Die Vernunft sollte daher bei der Trainerwahl völlig ausgeschaltet werden, im Fußball ist die Begeisterung schließlich wichtiger als nüchterne Fakten.<br />
Vorbild für die kreative Bewältigung offener Führungsfragen ist neuerdings, der Zufall will es so, der Deutsche Fußballbund. Dort zauberte man vor kurzem gleich zwei Kaninchen aus dem Zylinder. Doppelspitze heißt der magische Zaubertrank, der den DFB wieder stärken soll. Bravo, das ist die Lösung all unserer Probleme.<br />
Deutschland braucht eine Doppelspitze, aber nicht in Form von zwei Personen, die das gleiche Amt ausfüllen. Wir bündeln die beiden wichtigsten Ämter der Nation, Bundeskanzler und Bundestrainer, zu einem einzigen Super-Posten. Wir nennen ihn Bundeschef.<br />
Für diesen Job kommt nur eine Person in Frage, welche bereits Vorsitzende der Partei ist, die sich sportliche und politische Kompetenz zuspricht. Ja richtig, es ist eine Frau, und ja, sie ist ein Ossi. Angela Merkel. Ich bin entzückt, mehr Revolution geht nun wirklich nicht.<br />
Sollte diese Variante am Unverständnis des Bürgers scheitern, so steht selbstverständlich<br />
auch eine Zweitbesetzung bereit. Diese Zweitbesetzung besteht, wie der Name schon sagt, aus zwei Personen. Lothar Matthäus und Roland Koch könnten den Posten des Bundeschefs zu zweit übernehmen. Wobei völlig egal ist, wer welchen Aufgabenbereich übernimmt, schließlich trauen sich beide so ziemlich alles zu.</p>
<p><strong>Mut zum Mittelmaß<br />
</strong><br />
Mein liebes Deutschland, schauen wir der Realität genau in die Augen, so erkennen wir, dass im Leben manches doch so ist, wie es uns das Fernsehen vorspielt. Es gibt gute Zeiten und es gibt schlechte Zeiten. Nun ist es an uns, in Zeiten sich häufender Niederlagen Größe zu beweisen. Höre nicht auf die Vertreter großer Volksparteien, welche dir erzählen wollen, dein Platz sei selbstverständlich an der Spitze Europas, du hättest von Gott gegebenes Talent, und die dir versprechen, dich wieder ganz groß herauszubringen. Wir müssen uns endlich von diesem fast unverschämten Großmachtdenken trennen. Wir überschreiten oft die Grenze des gesunden Ehrgeizes und verhalten uns wie Streber, innerhalb unserer 25-köpfigen Klasse möchten wir immer die Besten sein. Streber mag jedoch niemand. Im Fußball und in der Volkswirtschaft gibt es schließlich auch kein Naturrecht auf Erstklassigkeit.<br />
Deutschland, du musst jetzt Mut haben zum Mittelmaß. Vergiss nicht, Verlieren ist nicht immer nur ein Zeichen eigener Schwäche, es kann auch das Ergebnis der starken Leistung des Gegners sein.<br />
Komm, wir beide freuen uns über das Ergebnis der jahrelangen Vorbildfunktion, die du für viele inne hattest. Sieh dir den amtierenden Europameister Griechenland an, du müsstest vor Stolz fast platzen. Die Grundpfeiler des griechischen Spiels waren Disziplin, Fleiß und unerschütterbarer Kampfgeist, Tugenden, die dir und deinem Volk nachgesagt werden. Das die Hellenen diese, ihnen zum Teil fremden Werte übernommen haben, ist auch ein Zeichen für den Respekt und die Anerkennung dir gegenüber. Nicht umsonst ist ihr Trainer einer von vielen Deutschen, welche ausländische Mannschaften trainieren. Du bist eines der erfolgreichsten Export-Länder der Welt. Doch wichtiger als Mercedes und Co. ist, dass die Eigenschaften, die dich vor Jahren so erfolgreich gemacht haben, zu einem Exportschlager geworden sind. Es gibt also keinen Grund, jetzt den Kopf hängen zu lassen.<br />
Stattdessen solltest du genau hinsehen und aufpassen, denn wir müssen jetzt endlich auch das Importieren lernen. Als erstes steht der Reimport der eigenen Tugenden an, zudem könnten wir Spielfreude, -witz und Laufbereitschaft durchaus gut gebrauchen.</p>
<p><strong>Neue Größen braucht das Land.</strong></p>
<p>Nach dem Rücktritt Rudi Völlers fragen viele Menschen nach der Moral von der Geschicht. Eine befriedigende Antwort darauf gibt es wohl nicht. Diese Geschichte und ihr Hauptdarsteller bleiben ein Phänomen. Völler bekleidet das zweitwichtigste Amt im Land, ist am Ende offensichtlich an seiner Aufgabe gescheitert und tritt zurück. Inzwischen ist er so beliebt, als hätte er im eigenen Land die Weltmeisterschaft gewonnen, und zwar im Finale mit 6:0 gegen Holland. Was können wir also von diesem Mann lernen?<br />
Die Beliebtheit einer Person ist ein nicht zu unterschätzender Integrations- und Begeisterungsfaktor.<br />
Obwohl die Erwartungen in die deutsche Mannschaft nicht höher waren als im Jahr 2000, sahen 6 Mio. Menschen mehr das EM-Spiel Deutschland gegen die Niederlande (23,54 Mio.) als bei der Europameisterschaft 2000 den Klassiker Deutschland gegen England (17,43 Mio.).  Der deutsche Fußball ist in den letzten Jahren zwar nicht viel erfolgreicher geworden, aber die Begeisterung ist sprunghaft angestiegen.<br />
Im fast gleichen Zeitraum (1998/2002 bzw. 1999/2004) sind die Wahlbeteiligungen bei den Europa- und Bundestagswahlen um 2,2 bzw. 3,1 Prozent zurückgegangen.<br />
Wäre eine Integrationsfigur also ein mögliches Mittel gegen politisches Desinteresse?<br />
Spannend ist diese Frage, wenn man sich durch den Kopf gehen lässt, weshalb Rudi Völler so beliebt beim deutschen Volk ist. Dieser Mann hat nie eine starke Führungspersönlichkeit verkörpert, er hat kein besonderes Talent im Umgang mit Medien, und auch als kühlen Pragmatiker kann man ihn kaum bezeichnen. Dieser Mann ist einfach nur ehrlich, glaubwürdig und bescheiden.</p>
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		<title>Deutschland eine Weltreise</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2004 03:28:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weltenbummler]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum machen manche Menschen eigentlich für Tausende von Euronen Reisen rund um die Welt? In vier Wochen durch die Staaten, von der Ost- zur Westküste, dann zum unverzichtbaren Urlaubs-Nachweis-Sonnenbad an die Copacabana, Fidel zuwinken auf Cuba, den Zoo mal ohne Zäune in Südafrika, Wasserpfeife ohne Zweideutigkeit in Saudi-Arabien, ein bisschen Mitleid für die Armenviertel von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum machen manche Menschen eigentlich für Tausende von Euronen Reisen rund um die Welt? In vier Wochen durch die Staaten, von der Ost- zur Westküste, dann zum unverzichtbaren Urlaubs-Nachweis-Sonnenbad an die Copacabana, Fidel zuwinken auf Cuba, den Zoo mal ohne Zäune in Südafrika, Wasserpfeife ohne Zweideutigkeit in Saudi-Arabien, ein bisschen Mitleid für die Armenviertel von Bombay und schnell noch einen Bumerang als Souvenir. Geht es um die Eindrücke von Natur und Kultur, um die guten wie schlechten Erfahrungen mit Menschen aus aller Welt? Vor allem geht es um Postkarten und um die Photos. Der Vati mit Harley-Davidson-Shirt neben dem Schild der Route 66, die Mutti Didgeridoo blasend vorm Ayers Rock. Man braucht Beweise, sonst wird der Ausspruch „da war ich schon“ zur Farce. Es gibt leider genug Menschen, die sich mit ihren Urlaubszielen schmücken wie mit der hässlichen 40€-Haarspange von Dolce&#38;Gabbana.<br />
<span id="more-13"></span><br />
Der Amateur möchte an dieser Stelle helfen. Es ist kein Geheimnis, es gibt in Deutschland zahlreiche Orte mit den wohlklingenden Namen ferner Urlaubsziele. Wieso also das Geld nicht einfach der einheimischen Tourismusbranche zukommen lassen? Deutschland liegt uns am Herzen und daher werden wir in dieser und den kommenden Ausgaben zeigen, dass es sich lohnt, mal eine Weltreise durch Deutschland zu machen.<br />
Es heißt also, das Geld lieber in den neuen Mercedes investieren, die Louis-Vuitton – Köfferchen packen und los geht’s.</p>
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		<title>Mehr als Meer?</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2004 03:26:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weltenbummler]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus der Serie „Deutschland eine Weltreise“: Kalifornien
„Wo gibt es mehr als Meer&#8230;? In Kalifornien an der Ostsee.“ So wird man auf der „offiziellen“ Homepage des kleinen Ostseebades Kalifornien begrüßt. Für alle Geographie-Studenten, Kalifornien ist Teil der Gemeinde Schönberg im Kreis Plön. Im Klartext, es liegt 20 Kilometer nordöstlich von Kiel, direkt hinter dem Ostseedeich. Mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus der Serie „Deutschland eine Weltreise“: Kalifornien</p>
<p>„Wo gibt es mehr als Meer&#8230;? In Kalifornien an der Ostsee.“ So wird man auf der „offiziellen“ Homepage des kleinen Ostseebades Kalifornien begrüßt. Für alle Geographie-Studenten, Kalifornien ist Teil der Gemeinde Schönberg im Kreis Plön. Im Klartext, es liegt 20 Kilometer nordöstlich von Kiel, direkt hinter dem Ostseedeich. Mit seinen 60 Einwohnern und einer Hand voll Straßen ist es eher überschaubar. Die Häuser reihen sich wie die Autos vorm Elbtunnel gut 2 Kilometer den Deich entlang, an jedem zweiten steht Ferienwohnung oder Gästezimmer frei. Frei sind sie allerdings nur im Winter, im Sommer schwillt die Zahl der Bevölkerung mit Hilfe der Kalifornien-Urlauber schon mal ganz locker auf das 20fache an. Dann kann man wie im amerikanischen Vorbild Surfer gegen die aufgewühlte See und den peitschenden Wind ankämpfen sehen, wenn man Glück hat, sogar leicht bekleidete Sonnenanbeter.<br />
<span id="more-12"></span></p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/Kalifornien.jpg" onclick="window.open('http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/Kalifornien.jpg','popup','width=400,height=267,scrollbars=no,resizable=yes,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=yes,left=0,top=0');return false"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/Kalifornien-tm.jpg" height="100" width="149" border="1" hspace="4" vspace="4" alt="Kalifornien" /></a></p>
<p>David Hasselhoff, das Idol meiner Kindheit, in roten Badeshorts und seine weiblichen Rettungsinseln suche ich bei meinem Besuch jedoch vergebens. Langsam stelle ich mir nun auch die Frage, was es denn noch „mehr als Meer“ gibt, hier in Kalifornien. Nun gut, es gibt einen wunderschönen Sandstrand, insgesamt 20 Kilometer lang, aber gehört der nicht irgendwie zum Meer dazu? Als ich den Ort bereits wieder verlassen möchte, kommt die Erkenntnis. Es ist, wie sollte es anders sein, das Ortseingangsschild, was dieses „mehr“ ausmacht. Ich habe vielleicht 5 Photos am Strand gemacht und genauso viele vom Ortseingangsschild. Diese Attraktivität ist für die Kalifornische Verwaltung nicht ganz unproblematisch. Es gibt Wochen, in denen das Schild gleich zweimal geklaut wird. Man hat es schon versucht anzuschweißen, aber dann wurde die Halterung gleich ganz abgesägt. Ich gebe zu, auch mich hat es gejuckt, aber meine Eltern haben mir beigebracht, nicht immer gleich zu kratzen.<br />
Schließlich entdecke ich, es gibt noch einen zweiten Grund. Man glaubt es kaum, aber von Kalifornien sind es nur ein paar Schritte nach Brasilien. Ein Campingplatz, eine Hand voll Häuser und ein Surfbrettverleih, das ist Brasilien. Ich bin fasziniert, die gut 6500 Kilometer schaffe ich in knapp einer halben Minute, Weltrekord.<br />
Aber warum gibt es in Brasilien kein Hotel „Copacabana“, keine Pension „Zuckerhut“ und wo ist die Strandbar mit den halb nackten Mädels? Jetzt erst fällt es mir wie Schuppen von den Augen, der Ort existiert zwar in meinem Straßenatlas, aber er hat kein eigenes Ortseingangsschild.</p>
<p>Kalifornien</p>
<p>Bundesland:    Schleswig-Holstein<br />
Postleitzahl:    24217<br />
Einwohner:    ca.60 (ständige)<br />
Highlights:    Meer, Strand, Ortseingangsschild,<br />
Surfverleih Brasilien<br />
Infos:        www.kalifornien-tourismus.de ( mit webcam!!! )<br />
Entfernung:    von Magdeburg ca.400 Kilometer</p>
<p>Wie kommt man hin?:</p>
<p>mit Auto     Autobahnen A2, A7, A215 bis Kiel ,<br />
B502 Richtung Schönberg,<br />
hinter Wisch Richtg. Kalifornien abbiegen</p>
<p>Bahn/Bus    mit dem Zug bis Kiel ,<br />
mit der Buslinie 200 bis Kalifornien</p>
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