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	<title>Der Amateur &#187; marian</title>
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		<title>Kein Selbstmord am Samstag</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 04:13:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Städtische Gemeinschaftsgärten für eine bessere Welt

Mit dem Song Samstag ist Selbstmord besang die Hamburger Band Tocotronic einst die Trostlosigkeit des Wochenendes, das mit Gemütlichkeit, Gartenarbeit und zu viel Freizeit noch die ganze Menschheit zugrunde richten würde. Tocotronics Ablehnung einer ritualisierten Freizeitgestaltung im übergemütlichen Garten mag harsch ausfallen, aber sie steht für die verbreitete Auffassung, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Städtische Gemeinschaftsgärten für eine bessere Welt</strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/anarchitect/3778933839"><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/08/samstag1.jpg" alt="Community Garden in Cambridge, Massachusetts" /></a></p>
<p>Mit dem Song <em>Samstag ist Selbstmord</em> besang die Hamburger Band Tocotronic einst die Trostlosigkeit des Wochenendes, das mit Gemütlichkeit, Gartenarbeit und zu viel Freizeit noch die ganze Menschheit zugrunde richten würde. Tocotronics Ablehnung einer ritualisierten Freizeitgestaltung im übergemütlichen Garten mag harsch ausfallen, aber sie steht für die verbreitete Auffassung, dass Gartenbau langweilig, rückständig und bieder sei. Diese Vorstellung ist in Deutschland sicherlich geprägt durch die Mehrzahl an Gärten, die eingezäunt in Einfamilienhaussiedlungen und Gartensparten für den Rückzug in die private Monotonie stehen.<br />
<span id="more-758"></span></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/anarchitect/3763810793"><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/08/samstag2.jpg" class='alignright' alt="Community Garden in Somerville, Massachusetts" /></a></p>
<p>Im Kontrast dazu erleben wir gerade weltweit insbesondere in Nordamerika ein Aufkeimen offener Gemeinschaftsgärten (community gardens), in denen Städter unabhängig von Herkunft, Alter und Einkommen gemeinsam Gemüse anbauen. Die Flächen werden den Gärtnern in der Regel von der Stadt günstig oder kostenlos zur Verfügung gestellt, zum Teil unter der Voraussetzung, dass in erster Linie Essbares angebaut wird und der Garten der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Die Beete werden dann entweder gemeinschaftlich oder individuell kultiviert, was bedeutet, dass es normalerweise mehr Gärtner pro Fläche gibt als in hiesigen Gartenvereinen. Somit müssen die Gärtner nicht ihre ganze Freizeit der Gartenpflege widmen und können während Reisen die Wässerung und Ernte einfach auf andere Gärtner übertragen.</p>
<p>Die Motivationen sich in einem Gemeinschaftsgarten zu betätigen sind so vielfältig wie die Gärtner selber. Jene Mitmenschen unter uns, die sich tagsüber mit digitalen und leblosen Sachen verdingen, schätzen es mit allen Sinnen mit der (kultivierten) Natur in Berührung zu kommen. Gärten schmecken und riechen dufte, fühlen und hören sich äußerst gut an und schauen darüber noch fantastisch aus. Gartenanfänger müssen sich nicht auf die Beackerung einer großen Fläche verpflichten und können leicht von den Erfahrungen anderer lernen. Sich in Gemeinschaftsgärten zu engagieren heißt oft auch etwas für die Gemeinschaft zu tun, denn oft wird ein Teil der Erträge an Volx- und Suppenküchen, Frauenhäuser und Obdachlosenheime weitergegeben.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/anarchitect/3779722970"><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/08/samstag3.jpg" class='alignleft' alt="Community Garden in Somerville, Massachusetts" /></a></p>
<p>Zwar säumt der grüne Teppich nach wie vor die Grundstücke der meisten amerikanischen Vororte, allerdings haben sich über die letzten Jahre Gemeinschaftsgärten kontinuierlich in urbanen Ballungsräumen ausgebreitet. Dieser Trend wird sicher im Laufe der aktuellen Wirtschaftskrise und bei weiter steigenden Lebensmittelpreisen anhalten. Das weltweite Aufkommen von Gemeinschaftsgärten scheint wie eine Renaissance einer fast vergessenen Gartenbewegung. Die frühen Kleingärten waren aus der Armut und Unterernährung unter der städtischen Arbeiterschicht entstanden. Später wurden sie zunehmend auch als naturnaher Ort der Erholung und Entspannung verstanden. Während diese Faktoren auch für die heutigen Gemeinschaftsgärten gelten, sind letztere auch von aktuellen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen beeinflusst.</p>
<p>Viele Menschen sind der Agrar- und Lebensmittelindustrie zunehmend misstrauisch und möchten wissen wo ihre Nahrungsmittel herkommen. Bei Gemüse aus einem städtischen Gemeinschaftsgärten können sie sich sicher sein wo und wie es angebaut wurde. Ein Gemeinschaftsgarten kann auch ein offener Ort der Begegnung zwischen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen sein. In Deutschland wurde das Konzept interkultureller Gärten entwickelt, in denen Migranten und Deutsche aufeinander treffen und Erlebtes austauschen. Insbesondere für Flüchtlinge aus Krisengebieten können diese Gärten als Ort praktischer Solidarität und Therapie gesehen werden. Gemeinschaftsgärten sind oft auch fassbare Projekte basisdemokratischer Selbstverwaltung, in denen Gärtner gemeinsam über Fruchtfolge, Arbeitsverteilung und Kulturveranstaltungen entscheiden.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/anarchitect/3737592337"><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/08/samstag4.jpg" alt="Community Garden in Calgary, Kanada" /></a></p>
<p>Betrachtet mensch die großen Herausforderungen unserer Zeit wie globale Erwärmung, soziale Entfremdung und politische Ohnmacht, so stellt ein Samstag im Gemeinschaftsgarten keinen Selbstmord sondern einen spannenden, lokalen und konkreten Handlungsansatz dar. Städtische Gemeinschaftsgärten reduzieren Transportwege und Preise von ökologischen Lebensmitteln erheblich, bringen Menschen verschiedener Hintergründe näher zusammen und schaffen ein Stück Selbstbestimmung in einem weitgehend fremdbestimmten Alltag.</p>
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		<title>Guerilla Gardening kommt nach Magdeburg</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/guerilla-gardening-kommt-nach-magdeburg/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 20:54:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[
Jedenfalls wünschen sich das die Gartenguerrilleros Gregor Schneider (Stadtplaner) und Oliver Schilling (Architekt) von Raum391 [1]. Um diesem Anliegen weiter Anschub zu verleihen, gab es jüngst im ÖZIM einen Vortrag, den ich verpasst habe, und der Blog zur Bewegung ist auch schon eingerichtet [2].  Auf dem Blog liest mensch dann auch, was die Motivation [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2008/07/guerilla_gardening_500.jpg" alt="pbo31 von Flickr" width="250" class="alignright"></p>
<p>Jedenfalls wünschen sich das die Gartenguerrilleros Gregor Schneider (Stadtplaner) und Oliver Schilling (Architekt) von <a href="http://www.raum391.de/">Raum391</a> [1]. Um diesem Anliegen weiter Anschub zu verleihen, gab es jüngst im ÖZIM einen <a href="http://magdeburg.webuni.de/?mod=topic&amp;id=15681">Vortrag</a>, den ich verpasst habe, und der <a href="http://seed391.wordpress.com/">Blog</a> zur Bewegung ist auch schon eingerichtet [2]. <span id="more-228"></span> Auf dem Blog liest mensch dann auch, was die <a href="http://seed391.wordpress.com/projekt/willkommen/guerilla-gardening/">Motivation</a> ist: &#8220;Wir sind Bürger. Wir haben Pflichten. WIR SIND MAGDEBURG.&#8221; Dann kann dem Partisanenkampf für ein noch grüneres, bunteres und schöneres Magdeburg ja nix im Wege stehen. Die Blumenbewegung sucht auch <a href="http://seed391.wordpress.com/projekt/willkommen/wir/sponsoren/">Sponsoren</a> und zu bestellen sind die Gartenguerrilleros auch noch. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla_Gardening">Guerilla Gardening</a> [3] ist eine feine Sache, aber ebenso wie gutes Graffiti und Streetart bedarf es nicht zwangsläufig einer eingeschworenen Öffentlichkeit oder Sponsoring, sondern der klandestinen Aktion und des dazugehörigen subversiven und kreativen Potenzials. Wie Schneider und Schilling das urbane Gärtnern anpreisen, erinnert ein wenig an <a href="http://www.anarchitect.org/log/2005/11/26/sauberkeit-und-gute-laune/">Sauberkeitskampagnen</a> der Magdeburger Stadtverwaltung.</p>
<p>Der Witz (lies: die Tragik) ist doch, dass Schönheit blumenverzierter Verkehrsinseln oder Sauberkeit hundekotbefreiter Gehwege die gesamtgesellschaftliche Scheiße unberührt lassen. Sicher, wenn wir uns beim gemeinsamen urbanen Gärtnern besser kennen lernen, ist das schon mal etwas. Blumenbeete sind toll, keine Frage. Aber was ist mit Ernährung? Brachflächen ungefragt zu begrünen ist nett… Ist es aber möglich darauf <a href="http://www.anarchitect.org/log/2006/05/24/start-a-community-garden-in-your-neigborhood-now/">Gemeinschaftsgärten</a> zu starten? Wie war das noch mal mit Privateigentum? Welche Rolle spielt freies Saatgut im agrarindustriellen Kontext? Ich bin gespannt, was sich aus der Idee hier in Magdeburg ergibt. Aber es kann beim Guerilla Gardening um mehr gehen als ums Aufhübschen öder Innenstädte.</p>
<p>Links:<br />
[1] Raum391: http://www.raum391.de<br />
[2] Projektblog: http://seed391.wordpress.com<br />
[3] Guerilla Gardening auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla_Gardening</p>
<p>Foto von pbo31: <a href="http://flickr.com/photos/pbo31/120892044/">http://flickr.com/photos/pbo31/120892044/</a></p>
<p><em>Dies ist eine <a href="http://www.anarchitect.org/log/2008/07/07/guerilla-gardening-kommt-nach-magdeburg/">schamlose Wiederverwertung</a> aus meinem persönlichen Weblog</em></p>
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		<title>Die Dinge, die uns besitzen</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/die-dinge-die-uns-besitzen/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Jul 2008 14:42:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[
Wer einmal umgezogen ist, kennt das Phänomen. Es hat sich mit der Zeit einiges zusammengetragen. In Schubläden, Schränken und Kisten. Auf Ablage, Tisch und Fensterbrett. Es sind Dinge, die einst nützlich, interessant oder bedeutend waren, aber mit der Zeit wurde aus der Ansammlung von Unikaten eine Dinghalde. Wie sie da so liegen, sich in den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2008/07/dave_500.jpg' alt='Foto von HolyHolySnappers (Flickr)' width='250' class='alignleft' /></p>
<p>Wer einmal umgezogen ist, kennt das Phänomen. Es hat sich mit der Zeit einiges zusammengetragen. In Schubläden, Schränken und Kisten. Auf Ablage, Tisch und Fensterbrett. Es sind Dinge, die einst nützlich, interessant oder bedeutend waren, aber mit der Zeit wurde aus der Ansammlung von Unikaten eine Dinghalde. Wie sie da so liegen, sich in den Vierwänden zusammenrotten, verlieren die Dinge langsam aber sicher die frühere Wertschätzung und werden zu bedrückendem Ballast.<br />
<span id="more-216"></span><br />
Was ist ein Buch wert, an dessen Inhalt mensch sich kaum erinnert, das zwischen all den anderen Ziegeln aus Papier versauert und darauf wartet, wieder oder überhaupt gelesen zu werden? Was wird aus Klamotten vergangener Jahre, die nicht mehr getragen werden, aber an denen Erinnerungen hängen? Was nützt dir die Zeitschriftensammlung, die du eifrig geordnet aufgehoben, aber doch nur zum geringen Teil gelesen hast, weil so oft eine unberührte Ausgabe der nächsten folgte, und du bei Informationsbedarf ohnehin eher das Netz bemühst? Was bringt dir das Küchengerät, womit du deine einstige Lieblingsspeise so hervorragend zubereiten kannst, dass sie dir nun nach x-maligen Verzehr zum Halse raushängt? Warum messen wir gewissen Dingen nur beim Umräumen oder Ausziehen Bedeutung und Wert bei?</p>
<p>Dinge sind ein wenig wie Erinnerungen. Je länger ein Mensch lebt, desto mehr sammeln sie sich an; in den Schubladen und Schränken unserer Wohnungen (oder Köpfe). Aber das Gedächtnis eines Menschen beherrscht neben des Erinnerns die wertvolle Fähigkeit, Erinnerungen loszulassen. Weil wir vergessen, können wir einerseits mit schlechten Erlebnissen der Vergangenheit umgehen und andererseits in der Gegenwart handeln. Während unser Gedächtnis unterbewusst die Auswahl für uns trifft, belagern uns die materiellen Dinge der Vergangenheit in der Gegenwart. Sie belagern nicht nur unsere Wohnstätte, sondern bereiten uns ein schlechtes Gewissen, wenn es Zeit wird zu scheiden. Sie lähmen uns, in die Zukunft zu schreiten.</p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2008/07/dave2_500.jpg' alt='Foto von HolyHolySnappers (Flickr)' width='250' class='alignright' /></p>
<p>Der Futurist Bruce Sterling erdenkt sich Objekte, deren Geschichte, Verwendung und aktueller Ort über Technologien wie RFID und GPS nachvollziehbar machen. Sie würden es möglich machen, eine Art Suchanfrage an den Haushalt zu stellen, „zeig mir alle Dinge, die ich über ein Jahr nicht mehr verwendet habe.“ Eine sicherlich etwas einfachere, aber ebenso effektive Methode ist das Kistensystem. Statt bei Einzug in eine neue Wohnung alle Umzugskartons sofort auszupacken, könnten jene Kisten die über ein Jahr lang nicht geöffnet wurden, sofort ausrangiert werden. Natürlich wäre sicherheitshalber ein prüfender Blick notwendig. Aber genau bei dieser Überprüfung kommt das schlechte Gewissen längst vergangener Wertschätzung geballt zur Geltung, und die Dinge versuchen ihre Besitzer in Besitz zu nehmen. Was unser Kopf oft zurecht vergessen hätte, lagert, lungert und schlummert um uns herum und wartet auf den Tag der Wiederentdeckung. Der Versuch, sich von angesammelten Dingen zu trennen, wird zum Kampf.</p>
<p>Wie können wir uns aber von Dingen lösen, ohne auf ihre Nützlichkeit zu verzichten? Dinge machen uns immerhin auch das Leben leichter, angenehmer und interessanter. Dawn Danby von WorldChanging plädiert für Produkt-Dienst-Szenarios, die die Verwendung von Dingen statt deren Besitz vorsehen. Sie verweist auf die Bohrmaschine, die nur 20 Minuten in ihrer gesamten Lebensdauer zum Bohren kommt [1]. Wie kann es sein, dass wir einem Gerät so viel Raum (und Geld) zustehen, das letztendlich nur dazu da ist, ab und zu ein Loch in die Wand zu machen? Ein Großteil der Werkzeuge, Gegenstände und Geräte liegen oder stehen ungenutzt rum. Haushalte verfügen zusammengenommen über eine enorme Anzahl redundanter Geräte wie zum Beispiel Waschmaschinen und Staubsauger, die zum großen Teil ihres Dinglebens verkümmern. Warum brauchen wir alle unsere eigenen Bohrmaschinen, Hämmer und Wasserwaagen? Warum gibt es dafür keine Werkzeugbibliothek um die Ecke? </p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2008/07/books_500.jpg' alt='Foto von glynnish (Flickr)' width='250' class='alignleft' /></p>
<p>Es ist keine neue Idee, nützliche Dinge miteinander zu teilen. Das sicherlich prominenteste und erfolgreichste Beispiel ist das Buch. In Bibliotheken erfahren tausende von Büchern, wonach die vereinsamten Geschwister in unseren privaten Regalen nur von träumen können. Sicher verleihen wir auch das ein oder andere, aber auf alle Bücher bezogen ist es die Seltenheit. Bibliotheksbücher allerdings werden von vielen Menschen gelesen und letztendlich auch getragen. Niemand könnte sich eine so breite Vielfalt alleine leisten. Mag sein, dass die Auswahl nicht immer die ist, die mensch sich selbst wünschen würde, aber das lässt sich ändern. Bibliotheken nehmen Leserwünsche entgegen und werden sich in Zukunft auch mehr nach ihren LeserInnen richten [2].</p>
<p>Die Vielfalt, die eine Bücherbibliothek für ihre Leser bereitstellt, kann auf andere Bereiche wie Werkzeuge oder Haushaltsgeräte übertragen werden. Alleine kann und will ich mir nur eine geringe Auswahl von Werkzeugen und Geräten leisten. Was soll ich mit einem Wok, den ich nur einmal in 3 Monaten bemühe? Was bringt mir eine Stichsäge, die ich womöglich nur einmal im Jahr benötige? Wenn sich aber mehrere Menschen Anschaffung, Pflege und Verwendung von nützlichen Dinge teilen würden, könnte eine Dingbibliothek von wesentlich größerer Vielfalt und höherer Qualität entstehen. Diese Dinge müssen schon höherwertig sein, weil sie tatsächlich eingesetzt werden.</p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2008/07/bikeshop_500.jpg' alt='Foto von youngrobv (Flickr)' width='250' class='alignright' /></p>
<p>Im Mobilitätsmetier zum Beispiel hat sich diese Idee bereits etabliert. In vielen Großstädten gibt es Carsharing-Gemeinschaften [3], in denen sich Menschen zusammenschließen, die auf das Auto als Fortbewegungsmittel nicht gänzlich verzichten wollen, aber es auch nicht täglich benötigen. Während die Teilnehmer sich die Kosten für Anschaffung und Wartung teilen, stehen ihnen die Autos auf öffentlichen Parkplätzen fahrbereit zur Verfügung. Aber auch für Fahrradliebhaber hält das Prinzip des Teilens einige Annehmlichkeiten bereit. Ist das Fahrrad gerade kaputt, muss es nicht Wochen lang als Ausrede für motorisierte Fortbewegung herhalten. Für die Reparatur von Fahrrädern sind Selbsthilfewerkstätten eine tolle Sache, um Rat und Hilfe auszutauschen und sich Räumlichkeiten und Werkzeuge zu teilen. </p>
<p>Für viele Dinge wäre allerdings die Infrastruktur einer Bibliothek zu aufwändig. Klamotten, Geschirr oder andere Alltagsgegenstände, die längerfristig von einer Person oder in einem Haushalt eingesetzt werden, bedürfen keiner Leihstruktur und könnten auch unproblematisch Besitzer wechseln. Dafür stellen Umsonstläden [4] eine äußerst charmante Institution dar. Sie unterwandern den Warenfetisch und tragen progressiv zur Entknappung bei. So kann Dingbedürfnissen jenseits von Marktmechanismen nachgegangen werden – wenn die Dinge denn im Laden gerade verfügbar sind. Gerade bei Umzügen und Haushaltsauflösungen treten große Mengen von Dinge zu Tage, deren allgemeiner Gebrauchswert ungebrochen ist. Hier stellt der Umsonstladen eine geeignete Anlaufstelle dar, um unbürokratisch Dinge in den Kreislauf einer sich entwickelnden Gratisökonomie zu führen oder bei Haushaltsgründung darauf zuzugreifen. Der Magdeburger Umsonstladen Lirumlarum öffnet zweimal in der Woche (Montag- und Freitagnachmittag) seine Türen zur praktischen Gratisökonomie [5] und freut sich sowohl über Geber als auch Nehmer.</p>
<p>Ist der Mensch zur Emanzipation von den Dingen bereit, öffnen sich völlig neue Perspektiven. Lasst aus Dinghalden Umsonstläden und Dingbibliotheken werden!</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Alex Steffen (auch von WorldChanging) spricht in der Radiosendng Spark der CBC auch über den Trend weg von Besitz zur Benutzung von Dingen [6].</p>
<p>Links:<br />
[1] <a href="http://www.worldchanging.com/archives/002198.html">Product-Service Scenarios for the Bright Green City</a> (WorldChanging)<br />
[2] <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bibliothek_2.0">Bibliothek 2.0</a>  (Wikipedia)<br />
[3] <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carsharing">Carsharing</a>  (Wikipedia)<br />
[4] <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Umsonstladen">Umsonstladen</a> (Wikipedia)<br />
[5] <a href="http://www.umsonstladen.blogspot.com/">Umsonstladen »Lirumlarum« Magdeburg</a><br />
[6] <a href="http://www.cbc.ca/spark/blog/2008/01/unedited_interview_with_alex_s.html">Volles Interview mit Alex Steffen auf CBC Spark (englisch)</a></p>
<p>Fotos von:<br />
- HolyHolySnappers: <a href="http://flickr.com/photos/lawrencebraunphoto/462951793/">Foto 1</a> und <a href="http://flickr.com/photos/lawrencebraunphoto/462951739/">Foto 2</a> (Flickr)<br />
- <a href="http://flickr.com/photos/glynnis/218801706/">glynnish</a> (Flickr)<br />
- <a href="http://flickr.com/photos/youngrobv/512177041/">youngrobv</a> (Flickr)<br />
er</p>
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		<title>Der smarte Pöbel</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/der-smarte-pobel/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2005 17:48:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sender & Empfänger]]></category>

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		<description><![CDATA[Howard Rheingold hat Herbst 2002 ein Buch über das soziale und politische Potenzial gegenwärtiger Technologie und deren zukünftige Weiterentwicklung herausgebracht: Smart Mobs &#8211; The Next Social Revolution. Er sieht, wie der Computer im Begriff ist, sowohl wesentlich mobiler zu werden und dennoch vernetzt zu bleiben, und elaboriert darüber, was das für die Gesellschaft im Allgemeinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.anarchitect.org/log/wp-content/smartmobs-1.jpg" height="225" width="150" align="" border="0" hspace="4" vspace="2" alt="Smartmobs-1" title="" longdesc="" class="alignright" /><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Howard_Rheingold">Howard Rheingold</a> hat Herbst 2002 ein Buch über das soziale und politische Potenzial gegenwärtiger Technologie und deren zukünftige Weiterentwicklung herausgebracht: <em>Smart Mobs &#8211; The Next Social Revolution</em>. Er sieht, wie der Computer im Begriff ist, sowohl wesentlich mobiler zu werden und dennoch vernetzt zu bleiben, und elaboriert darüber, was das für die Gesellschaft im Allgemeinen und politischer Teilhabe im Speziellen bedeutet. Das hat er erstmal beispielhaft an der Rolle von tragbaren Handtelefonen (lies: Handys) und SMS festgemacht, welche im Prinzip auf der ganzen Welt verbreitet sind und im Buch stellvertretend in den skandinavischen Ländern und im asiatischen Raum verstärkt durch die Jugend pioniert werden.<span id="more-138"></span></p>
<p>Über soziologisch interessantes Teenagergebaren hinaus können diese Geräte aufgrund ihrer großen Verbreitung aber eben auch ein mächtiges oder besser: bemächtigendes (engl.: empowering) Werkzeug sein, um politische Teilhabe einzufordern. So kann die Mobilisierung für Demonstrationen mithilfe weitergeleiteter SMS mit sehr geringem Aufwand sehr große Konsequenzen tragen, was Rheingold mit den großen Kundgebungen in Manila 2001 erläutert, die den Sturz des unter Korruptionsverdacht geratenen Präsidenten der Philippinen mit einer kurzen SMS eingeleitet haben: „Go 2EDSA, Wear blck.“</p>
<p>Es folgt ein kleiner Abstecher in die Erforschung menschlicher (und tierischer) Kooperation und inwiefern, Smart Mob Technologien dabei helfen können, ein kooperatives Klima zu schaffen. So spinnt Rheingold die Idee von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wearable_Computing">smarter Kleidung</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ubiquitous_Computing">ubiquitous Computing</a> und computergestützten Reputationssystemen ein wenig weiter, und wirft Fragen auf, inwiefern intelligente, vernetzte Geräte uns dabei behilflich sein können, uns in einer scheinbar komplexer werdenden Umgebung zu recht zu finden. Diese Orientierungsfunktion wird in Zukunft womöglich viel weiter gehen als akustische Richtungsanweisungen des Boardcomputers im Auto an den Fahrer. So könnten z.B. auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gruppendynamik">gruppendynamische</a> Fragestellungen durch zukünftige Technologie viel weiter beeinflusst/unterstützt werden, als mensch sich das heute vorstellt.</p>
<p>Rheingold stellt die Verwendung von Bewertungsprofilen im Alltag vor, wie es sie z.B. bereits bei eBay gibt, mithilfe deren potenzielles Vertrauen zwischen Menschen organisiert werden kann. So könnten ständig anwesende Helfer (lies: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pervasive_Computing">Pervasive Computing</a>) mir anhand von Reputationsdaten anderer Anwesenden an einem Ort vorschlagen, wem ich vertrauen kann oder ob ich gar völlig fehl am Platz bin, falls die hinterlegten Profile und Bewertungen nicht mit meinen korrelieren sollten. Spätestens hier wird dann auch offensichtlich, dass Smart Mob Technologien nicht nur zum Wohle der Menschen sondern eben auch gegen sie verwendet werden können, würden diese persönlichen Informationen gewissen Institutionen zur Verfügung stehen.</p>
<p>Howard Rheingold hat mir mit dem Buch ein wenig die Augen darüber geöffnet, wieviel Gerät progressiven Potenzials bereits in den Händen der Menschen schlummert. Sicherlich hat die Verwendung heutiger Handys wenig mit dem Einsatz vollwertiger Computer gemeinsam, allerdings nähern sich beide auf technischer Ebene zunehmend an.</p>
<p>Und eben diese Annäherung, wie sie von Rheingold und anderen beobachtet wird, bringt wesentliche Veränderungen für den (öffentlichen) Raum und, wie sich Menschen darin verhalten, mit sich. Die ständige, allgegenwärtige Verfügbarkeit eines Uplinks ans Netz wird weitreichende Implikationen haben, von denen einige in diesem Buch angeschnitten werden. Ich fand es erstmal ganz angenehm, dass nicht die Bedenken sondern eher die Potenziale dieser Technologien im Mittelpunkt des Buches stehen. Inwiefern wir, die Menschen, uns der Möglichkeiten bemächtigen, gilt es nicht abzuwarten sondern zu gestalten. Die Antworten auf diese, sicher drängenden, Fragen können nicht Intellektuelle für die Gesellschaft beantworten – sie können nur die Optionen aufzeigen. So folgen die kritischeren Gedanken dann im letzten Kapitel: <em>Always-On </em><em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Panoptikum_%28Philosophie%29">Panopticon</a></em><em> &#8230; or Cooperation Amplifier.</em> Hier werden die beiden möglichen Richtungen gegenübergestellt, zwischen denen es zu entscheiden gilt.</p>
<p>Bislang liegt noch keine deutsche Übersetzung für das Buch vor, obwohl es langsam an der Zeit wäre. Es beschreibt sehr gekonnt den technologischen Zeitgeist und die Visionen für eine zukünftige Gesellschaft geprägt von Teilhabe und Kooperation. Der populär-wissenschaftliche Charakter des Buches sorgt für ein entspanntes Lesevergnügen.</p>
<p>Zum Buch gibt es eine <a href="http://www.smartmobs.com/">aktive Webseite</a> (lies: Blog), auf der die vom Buch vorgestellten Konzepte und Visionen immer wieder mit aktuellem Bezug aufgegriffen werden. So werden die im Buch vorgestellten Entwicklungen greifbarer und bekommen eine breitere Realitätsbasis.</p>
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		<title>Der Amateur #3 &#8211; Die Macht des Möglichen</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/der-amateur-3-die-macht-des-moglichen/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2005 14:42:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>

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		<description><![CDATA[
Nach ein wenig krankheitsbedingter Verzögerung seitens der Druckerei sind die Amateure nun endlich beim Redaktionskollektiv eingetroffen. Für die Verteilung haben wir uns dieses Mal etwas neues überlegt:  spätestens morgen liegt die dritte Ausgabe bei ‘Freunden des Amateurs’ für den universellen Lesegenuss bereit. Freunde des Amateurs sind einerseits jene Läden, die uns bei den Druckkosten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="aligncenter"><img src="http://www.deramateur.de/files/DA3Coverkl.jpg"/></p>
<p>Nach ein wenig krankheitsbedingter Verzögerung seitens der Druckerei sind die Amateure nun endlich beim Redaktionskollektiv eingetroffen. Für die Verteilung haben wir uns dieses Mal etwas neues überlegt: <span id="more-137"></span> spätestens morgen liegt die dritte Ausgabe bei <a href="http://www.deramateur.de/presse/hier-gibt-es-die-aktuelle-print-ausgabe/">‘Freunden des Amateurs’</a> für den universellen Lesegenuss bereit. Freunde des Amateurs sind einerseits jene Läden, die <em>uns</em> bei den Druckkosten unterstützen, und andererseits Projekte, dessen Idee <em>wir</em> unterstützen. Somit findet der geneigte Leser dieses amateurhafte Druckerzeugnis nur dort, wo das Autorenkollektiv selbst gern verkehrt und mit Dienstleistungen, Tonträgern, Büchern, Getränken, Nahrungsmitteln, Geschenken und Idealen in Beziehung tritt &#8211; die werte Leserschaft ist eingeladen, dies auch zu tun. Allen Freunden eint, dass wir sie — wie wir uns — pauschal als lokal begreifen. Wir hoffen somit weiterhin für das Gute und Gerechte einzutreten.</p>
<p>So, nun viel Spaß bei der Lektüre der dritten Ausgabe des Fachblatts für Nachwuchsenthusiasten.</p>
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		<title>Ein Stattplan muss her!</title>
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		<pubDate>Sun, 22 May 2005 16:47:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weltenbummler]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich mich in eine fremde Stadt begebe, schätze ich es, das urbane Geflecht zu erlaufen. Es ist für mich eine Art persönliche Annäherung an städtische Räume, nicht zu vergessen mit Hilfe des Fotoapparats. Das macht sich zwar zumeist an den Füßen durch Blasen bemerkbar, aber das nehme ich gern in Kauf. Auf diese Weise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich mich in eine fremde Stadt begebe, schätze ich es, das urbane Geflecht zu erlaufen. Es ist für mich eine Art persönliche Annäherung an städtische Räume, nicht zu vergessen mit Hilfe des Fotoapparats. Das macht sich zwar zumeist an den Füßen durch Blasen bemerkbar, aber das nehme ich gern in Kauf. Auf diese Weise kann ich nur eine klitzekleine Stichprobe erfahren und verpasse womöglich spannende Seiten einer Stadt.<br />
<span id="more-69"></span><br />
Die Probe ließe sich ein wenig verfeinern, wenn ich mich im Vorfeld auf die Stadt vorbereiten und dann gezielt <em>Orte von Interesse</em> abarbeiten würde. So könnte ich der zeitlichen Knappheit einen Strich durch die Rechnung machen. Dies setzt wiederum voraus, dass ich mir vor Antritt der Reise auch die Zeit nehme, ein wenig Recherche zu betreiben. Allerdings hab ich das in der Vergangenheit nur selten gemacht. Vielmehr habe ich mir einen Reiseführer besorgt und dann während der Reise diesen genutzt. Das Problem mit konventioneller Reisebegleitliteratur ist, dass sie einen Fokus setzt, der nicht immer meiner ist. Ich schätze nicht notwendigerweise „Insider Tipps“ aus der Marco Polo-Reihe.</p>
<p>Wir müssten alternative Stadtpläne erstellen, in denen nicht der Tourist als Konsument im Vordergrund steht, sondern der vielfältig neugierige Mensch. Mir schwebt da ein Plan vor, in denen auch kulturelle, politische und ökonomische Kollektive vorgestellt werden, die in Mainstreamplänen nur selten Beachtung finden. Da könnten dann alternative Projekte wie Cafés, Volxküchen, Wohnungsprojekte, etc. drinnen gesammelt beieinander stehen. Sicher kann mensch sich sowas meistens im Netz zusammensuchen, aber es wäre für den politisch-bewussten Gast eine große Orientierungshilfe, wenn ein solcher Plan kompakt als Druckerzeugnis und auch Internetseite verfügbar wäre. Ein solcher alternativer Reisebegleiter–ich vermeide hier das Wort Führer–würde den explorativ-abenteuerlichen Aspekt des Erlaufens einer Stadt nicht ersetzen, sondern eher eine gewisse Hilfestellung darstellen.</p>
<p>Auch könnte ich mir gut vorstellen, dass bei der Erstellung eines solchen Plans die lokalen Projekte sich darüber auch ein wenig kennenlernen und vernetzen würden. So ist es wichtig diesen Plan stetig auf den neuesten Stand zu halten–linke Projekte sind naturgemäß gefährdet–was sich mit Hilfe eines Wikis gut realisieren ließe. Veranstaltungen, Aktionen, selbstgezeichnete Straßenpläne, Fotos und viel mehr könnte sich dort wiederfinden. Der <em>Kollektivtourist</em> würde sich so ein ungefähres Bild von der politischen Sphäre einer Stadt machen können, welche er dann mit Hilfe des Stattplans genauer kennenlernen könnte. In der Ökonomie würde mensch wahrscheinlich von einer Win-Win-Situation sprechen: sowohl Kollektivtouristen als auch lokale Projekte würden von dem <em>Stattplan</em> profitieren. Da es sich hierbei aber nicht um eine Idee der konventionell-kapitalistischen sondern einer entstehenden post-kapitalistischen Ökonomie handelt, könnte ein solcher Plan ein weiteres Werkzeug gesellschaftlicher Emanzipation bedeuten. Aktive könnten sich besser finden, Erfahrungen und (Überlebens-)Strategien in ihrer Praxis austauschen und gemeinsam eine neue Welt schaffen.</p>
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		<title>Friede, Freude, Freier Markt</title>
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		<pubDate>Sun, 08 May 2005 19:22:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; wenn die vielen Männer und die paar Frauen, die für uns die Platzhalter spielen, nicht mehr weiter wissen, müssen Imagekampagnen ran. Die sind dafür da, frische Luft und Enthusiasmus bei den einfachen Menschen von der Straße zu verbreiten, damit es uns allen wieder gut geht. Einfach mal vorbehaltlos glücklich sein und sich gut fühlen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; wenn die vielen Männer und die paar Frauen, die für uns die Platzhalter spielen, nicht mehr weiter wissen, müssen Imagekampagnen ran. Die sind dafür da, frische Luft und Enthusiasmus bei den einfachen Menschen von der Straße zu verbreiten, damit es uns allen wieder gut geht. Einfach mal vorbehaltlos glücklich sein und sich gut fühlen. Es geht ja im Prinzip auch schon aufwärts und vor allem vorwärts.<br />
<span id="more-65"></span><br />
Und wenn ich mir letzteres nochmal durch den Kopf gehen lasse, kommen so Assoziationen in mir hoch, die ich nicht verbergen kann. Ich stell mir das dann so vor wie einst in realsozialistischen Ländern. Wo ja auch ein wenig &#8230; naja, sagen wir Propaganda betrieben wurde. Das ist im Prinzip auch nix schlechtes. Werbung ist schließlich auch nur Propaganda. Und sie ist nun wirklich nicht schlecht für uns und die Wirtschaft. Weil es Werbung gibt, können wir ganz umsonst Fülme gucken, für die mensch eigentlich viel bezahlen müsste. Auch ist es Dank gnädiger Anzeigenkunden möglich die täglichen Nachrichten investigativ recherchiert auf gedrucktem Papier zu lesen. Und schließlich ist es ja auch politische Werbung oder eben Propaganda, die uns mindestens alle vier Jahre dazu bewegt ein Kreuzchen zu machen.</p>
<p>Nun, die Wirtschaft weiß um die guten Seiten dieser Art von Informationspolitik und fängt schon mal ein wenig früher an, unsere Bürgerseele mit einer &#8220;Mutmacher-Kampagne für Deutschland&#8221; zu streicheln, die auf den wundervollen Namen hört: <i>Du bist Deutschland.</i> Johnny vom Spreeblick muss natürlich gleich rumnörgeln, und meint <a href='http://spreeblick.com/blog/index.php?p=841'>&#8220;Ihr, nicht ich!&#8221;</a>. Aber ich frage mich, warum so viel Aufwand &#8211; immerhin 30 Millionen Euro wert &#8211; für diesen Propagandafeldzug betreiben, wenn das doch alles schon mal dagewesen ist. Ich schlage vor einfach ein wenig PR-Recycling zu betreiben. Ich habe da schon mal einen Anfang gemacht, indem ich die Poster für die 30-Jahr-Feierlichkeiten der DDR syncronisiert habe. Ich wollte das nicht gleich alles ummogeln, weil doch dann die kreativen Werber nix mehr zu tun hätten. Und das wäre ja auch wieder nicht so gut für die Wirtschaft. Und weil es ja auch die ersten Meckereien gab, schlage ich einen alternativen Slogan vor: <i>60 Jahre Friede, Freude, Freier Markt.</i></p>
<div align='center'>
<img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/50jahre_ddr.jpg' alt='' /></p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/50jahre_ddr2.jpg' alt='' /></p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/50jahre_ddr3.jpg' alt='' />
</div>
<p>(Originalbilder vom <a href='http://www.calvin.edu/academic/cas/gpa/ddr30.htm'>German Propaganda Archive</a>)</p>
<p><em>Als Test füge ich mal eine MP3-Datei mit dem von mir vorgelesenen Text an. Das klingt zwar erbärmlich, ist aber als Experiment völlig legitim:</em></p>
<p><a href="http://www.deramateur.de/blog/../audio/Friede Freude Freier Markt.mp3">Download audio file (Friede Freude Freier Markt.mp3)</a><br /></p>
<p><a href="http://www.deramateur.de/audio/Friede Freude Freier Markt.mp3">MP3</a></p>
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		<title>Ich habe es getan. Ich habe Software gekauft.</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Apr 2005 08:37:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sender & Empfänger]]></category>

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		<description><![CDATA[Entgegen dem Strom der OpenSource-Welle habe ich mich gestern dazu entschieden, Lizenzen für drei „kleinere“ Programme zu erwerben, die meinen Computeralltag versüszen und vereinfachen. Ich verwende diese Programme schon länger, habe aber nie wirklich erwogen, für sie zu bezahlen, weil sie in einer Art Demo-Modus recht gut funktionierten. Warum auch für etwas bezahlen, was auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Entgegen dem Strom der OpenSource-Welle habe ich mich gestern dazu entschieden, Lizenzen für drei „kleinere“ Programme zu erwerben, die meinen Computeralltag versüszen und vereinfachen. Ich verwende diese Programme schon länger, habe aber nie wirklich erwogen, für sie zu bezahlen, weil sie in einer Art Demo-Modus recht gut funktionierten. Warum auch für etwas bezahlen, was auch so funktioniert?</p>
<p><span id="more-63"></span></p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/softwaregekauft2.gif' alt='„Look Honey, I bought something today!“ - „Oh darling, I'm so proud of you!“' /></p>
<p>Es ist vielleicht nicht das absurdeste auf der Welt für Software Geld auszugeben, schlieszlich meinen <a href="http://www.bsa.org/germany/" title="Business Software Alliance (BSA)">manche</a> sogar, dass es „nicht nur ein Verbrechen, sondern auch eine Gefahr für Daten und Rechner“ darstellt, wenn man für seine Software nicht bezahlt. Nun das habe ich nicht unbedingt in meine Überlegungen eingeschlossen, aber vieles davon hat ja auch damit zu tun, Softwarepiraten gehörig Angst einzujagen. Ich erinnere nur an die leidige ‘Kinowerbung’ gegen Raubkopierer &#8211; läuft die eigentlich noch? Bin seidem nicht mehr im Groszsaalkino gewesen.</p>
<p>Meine Entscheidung für den Erwerb der im Folgenden vorgestellten Software, war nicht von Angst vor der BSA geprägt, sondern von einer durchweg positiven Erlebnis mit der Software. Täglich trägt sie einen wesentlichen Teil zur Freude am Gerät bei, was mich dann auch schlieszlich dazu bewogen hat, endlich den Entwicklern monetär dafür zu danken. Ich bin mir natürlich dessen bewusst, dass ich nun auch den gröszten Schwindel des Konsumismus erlegen bin, indem ich mir durch den Erwerb von Produkten ein gutes Gefühl verschaffe. Dieser Artikel hier ist übrigens auch nur eine Art Produkt dieses ‘feeling good’-Faktors.</p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/subethaedit.gif' alt='SubEthaEdit Icon' class="alignright"/>Das erste Werkzeug ist <a href="http://codingmonkeys.de/subethaedit/">SubEthaEdit</a> von den CodingMonkeys aus München. Es ist ein leichtgewichtiger Texteditor, der in erster Linie für die Fähigkeit bekannt wurde, kollaboratives Texterstellen via Netzwerk zu unterstützen, ohne dafür vom Nutzer groszen Konfigurationsaufwand abzuverlangen. Dafür aber habe ich ihn bislang noch nicht verwenden können. Vielmehr ist er mein Allzweckeditor für jeglich Art Textarbeit. So verwende ich ihn, um in Seminaren und Vorlesungen Notizen zu machen, um mit Hilfe von LaTeX Hausarbeiten zu schreiben und um meine Internetseitenabenteuer zu bestreiten. Bei letzteren beiden ist anzumerken, dass SubEthaEdit ein hervorragendes Code Highlighting macht, welches über Module erweitert werden kann. Interessant ist auch das Lizenzmodell, welches nur die kommerzielle Nutzung mit $35 in Rechnung stellt.</p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/transmit.gif' alt='Transmit Icon' class='alignleft' />Die zweite Software ist <a href="http://panic.com/transmit/">Transmit</a> von Panic aus Portland (Oregon), über die es eigentlich nicht viel zu schreiben gibt, auszer dass sie eben genau das tut, für was sie sich ausgibt. Transmit ist ein FTP-Programm, womit ich Dateien auf Webserver hoch- bzw. runterladen kann. Da der Finder in Mac OS X nur den Lesemodus von FTP unterstützt – und das auch nur sehr schlecht – ist Transmit ein Muss für jeden Webentwickler. Sehr angenehm ist die Möglichkeit, Textdateien vom Server ‘direkt’ mit Hilfe eines externen Editors (z.B. SubEthaEdit) zu ändern. Das erspart oft redundantes hin- und herschieben. Dafür dass Transmit einen essentiellen Teil meiner Webarbeit einnimmt – nämlich das ‘online-machen’ – ist es seine $30 wert.</p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/omnigraffle.gif' alt='OmniGraffle Icon' class='alignright'/>Das dritte Programm ist <a href="http://www.omnigroup.com/applications/omnigraffle/">OmniGraffle</a> von der Omni Group aus Seattle, ein Flow-Chart Programm, mit dem ich schon <a href="http://www.anarchitect.org/?:=CGundBV">mehrere</a> Mindmaps für komplexe Themengebiete wie Computergraphik oder Psychologie erstellt habe. Das Schöne an Mindmaps ist, dass sie die Linearität, wie man sie aus Textdokumenten kennt,  durch semantische Verknüpfungen ablösen und somit einen besseren Überblick verschaffen. OmniGraffle hilft einem dabei mit einer Vielzahl an praktischen Features, wie zum Beispiel die automatische Erstellung eines Layouts. Da ich es nur für Unizwecke nutze, ist der Education Preis von $42 noch zu ertragen.</p>
<p>Abgesehen davon, dass diese drei Werkzeuge genau das machen, wofür sie beworben sind, ist es mehr als die Funktionalität, was sie so attraktiv macht. Die Entwickler aus München, Portland und Seattle haben viel Liebe ins Detail investiert, damit ihre Software den Vorgaben aus den Apple Human Interface Guidelines folgen und somit eine konsistente Oberflächen- und Interaktionsgestaltung ermöglichen. Sie wissen, dass  Software ihr Potenzial nur im Kontext mit anderer Software entfaltet und orientieren sich daher an ein ganzheitliches Oberflächenkonzept, was über die Öffnen- und Sicherndialoge hinausgeht. Wenn ich zwischen diesen Programmen wechsele, bewege ich mich nicht zwischen Welten sondern fühle mich zu Hause. Es macht Spasz, Software zu verwenden, die diesen hohen Ansprüchen gerecht wird.</p>
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		<title>Der Amateur ist bloggifiziert</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Apr 2005 22:14:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sender & Empfänger]]></category>

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		<description><![CDATA[Sowohl die Zeit als auch Der Amateur ist reif für das nächste große Ding: das Weblog (engl.: Netzlogbuch), kurz: das Blog. Wir können es uns einfach nicht mehr leisten, nur mit dem gedruckten Wort Druck auf Volksvertreter, Verwalter und Verteiler auszuüben. Uns ist klar geworden: wir müssen das Ding auf eine neue Stufe stellen!

Während die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sowohl die Zeit als auch Der Amateur ist reif für <i>das nächste große Ding</i>: das Weblog (engl.: Netzlogbuch), kurz: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weblog">das Blog</a>. Wir können es uns einfach nicht mehr leisten, nur mit dem gedruckten Wort Druck auf Volksvertreter, Verwalter und Verteiler auszuüben. Uns ist klar geworden: wir müssen das Ding auf eine neue Stufe stellen!<br />
<span id="more-60"></span><br />
Während die bürgerliche Presse sich noch etwas schwer tut, auf die Herausforderungen der Blogosphäre zu reagieren, stellen sich fortschrittliche Medienmacher, wie eben auch das Amateur-Kollektiv, den Herausforderungen unserer Zeit. Dabei stehen die Veränderungen unter dem Banner der Emanzipation. Das Dogma des Redaktionsschlusses wird kühn gebrochen, als ob es kein Morgen gibt. Der Leser wird zum Sender. Der Redakteur zum Setzer. Dabei ist zu beachten, dass die Druckausgabe weiterhin ohne Abstriche erstellt und willkürlich veröffentlicht wird. Viel mehr noch: sie erhält insofern einen Qualitätsschub, da die Artikel unserer professionellen Redakteure im Blog zuerst erscheinen und somit einer Kontrolle unterzogen werden können, bevor sie dann mit eventuellen Verbesserungen oder sogar einer Auswahl an Kommentaren in den Druck gehen. Wer aber nicht auf die Druckausgabe warten möchte, kann hier vorbeischauen und die aktuellsten Artikel lesen und kommentieren. Auch wird es hier Beiträge geben, die nicht unbedingt immer in die Druckausgabe kommen. Um immer zu wissen wann die neuesten Artikel erscheinen, empfiehlt sich ein <a href="http://www.deramateur.de/presse/newsfeeder/">Programm zum Abonnieren der Newsfeeds</a>. Aber auch alte Artikel aus vergangenen Ausgaben sind hier nach Rubriken sortiert abgelegt, so dass auch nix verloren geht. Eine Suche sorgt für den schnellen, unproblematischen Zugriff auf alle Artikel.</p>
<p>Der Blog befindet sich schon seit längerer Zeit ein einem funktionstüchtigen Zustand, allerdings befinden wir uns noch am Anfang unseres journalistischen Abenteuers. Wir haben noch viele Ideen, wovon wir manche noch gar nicht in Worte fassen können. Wir würden uns also freuen, wenn die geneigte Leserschaft uns zukünftig auch auf anderen Kanälen aufsucht.</p>
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		<title>Wiki was?</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/wiki-was/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2004 07:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sender & Empfänger]]></category>

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		<description><![CDATA[Mitten in der heißen Diskussion um Patente und Urheberechte in Bezug auf Software aber auch Unterhaltungsmedien wie Musik und Film ging Anfang 2001 ein radikaler Gegenentwurf zu konventionellen Wissensammlungen wie Lexika an den Start. Eine freie Enzyklopädie im Internet, die jeder lesen und an der jeder mitschreiben konnte, sollte ebenso süße Früchte tragen, wie sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mitten in der heißen Diskussion um Patente und Urheberechte in Bezug auf Software aber auch Unterhaltungsmedien wie Musik und Film ging Anfang 2001 ein radikaler Gegenentwurf zu konventionellen Wissensammlungen wie Lexika an den Start. Eine freie Enzyklopädie im Internet, die jeder lesen und an der jeder mitschreiben konnte, sollte ebenso süße Früchte tragen, wie sie die Opensource-Gemeinde schon länger anbaut, erntet und genießt.<br />
<span id="more-30"></span><br />
Die Idee einer solchen Enzyklopädie stammt vom WikiWikiWeb, kurz: Wiki, was  hawaiianisch ist und “schnell” bedeutet. Ein solcher Wiki ist eine Homepage, auf der jeder die einzelnen Seiten im Browser ohne technische Kenntnisse erstellen und verändern kann. Links zwischen den Seiten werden direkt und unproblematisch hinzugefügt. Die einzelnen Änderungen an den Seiten werden so dokumentiert, dass nachvollziehbar ist, was hinzugefügt, geändert oder gelöscht worden ist. Für eine Enzyklopädie bedeutet dies, dass ein Eintrag zu einem bestimmten Thema ständig verbessert werden kann und somit stetig aktuell ist.<br />
Das Konzept, dass der Leser vom Empfänger zum Sender, also Autor wird, hat nicht zuletzt auch durch den Erfolg von Wikipedia, das Rechercheverhalten vieler Menschen nachhaltig verändert. Statt eine feste Redaktion dafür zu bezahlen, dass sie Wissen sammelt und zusammenführt &#8211; wie es eben für konventionelle Lexika getan wird -, stellt die gesamte Nutzerbasis zumindest potenziell die Redaktion dar. Kein kommerzieller Anbieter könnte eine solches Team bezahlen. So wie Idealisten und Perfektionisten freie Software als technische aber auch ökonomische Alternative zur kommerziellen Software entwickeln, haben die Wikipedianer eine Alternative zu klassischen Lexika geschaffen &#8211; nur dass Wikipedia nicht mehr die Alternative darstellt.<br />
Die englische Wikipedia zählt heute 420.307 Beiträge, die deutsche Variante hat als zweitgrößte immerhin 176.463 Artikel (Stand 12.12.04). Außerdem gibt es unzählige weitere Versionen in vielen Sprachen. Dass sich Wikipedia nicht nur mit anderen Nachschlagewerken messen kann, sondern diese oft auch schlägt, hat ein Testbericht in der Computer-Fachzeitschrift c’t (Ausgabe 21/04) ergeben, in welchem die deutsche Wikipedia die höchste durchschnittliche Gesamtpunktzahl erreicht. Probleme wie Vandalismus, also dass Seiten gelöscht oder verunglimpft werden, haben die Wikipedianer gut im Griff. So ist es möglich, den eigenen Artikel zu “beobachten”, also bei zukünftigen Änderungen benachrichtigt zu werden. So kann man nachvollziehen, wie sich der Beitrag entwickelt. Auch gibt es zu jedem Artikel eine eigene Diskussionsseite, auf der inhaltlich debattiert werden kann.<br />
Möchte man sich also über ein bestimmtes Themengebiet informieren, ist es oft effizienter, Wikipedia direkt zu konsultieren, statt eine Suchmaschine zu bemühen. Da es der Anspruch ist, Wikipedia so nützlich und brauchbar wie möglich zu machen, kann man von einer gewissen Qualität ausgehen. Und sollte man bei weiterer Recherche auf neue Erkenntnisse stoßen, kann man diese gleich bei Wikipedia mit einarbeiten.<br />
Übrigens sind alle Artikel auf Wikipedia mit der GNU Free Documentation License versehen, die für die Dokumentation von Software einst erstellt wurde und im Prinzip einen ähnlichen Schutz wie die freie Software bietet. So gibt es einerseits keine Nutzungsbeschränkungen und andererseits ist eine Vervielfältigung erlaubt, wenn die Quelle angegeben ist.</p>
<p>http://de.wikipedia.org &#8211; die deutsche Wikipedia<br />
http://de.wikinews.org &#8211; Nachrichten wikiisiert</p>
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		<title>The revolution will be stencilized</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2004 06:51:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kenner, Könner, Liebhaber]]></category>

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		<description><![CDATA[Den zurückliegenden Spätsommer habe ich mit Bubi, einem guten Freund von mir, mit einer Reise durch spanische Städte verbracht. Dabei hat sich mir ein Phänomen visuell aufgedrängt, das ich in der Vergangenheit nur mittelbewusst wahrgenommen habe. Das klassische Graffiti &#8211; mit Spraydose und lockerem Hand- und Armgelenk auf die Wand gebracht &#8211; hat seine Dominanz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den zurückliegenden Spätsommer habe ich mit Bubi, einem guten Freund von mir, mit einer Reise durch spanische Städte verbracht. Dabei hat sich mir ein Phänomen visuell aufgedrängt, das ich in der Vergangenheit nur mittelbewusst wahrgenommen habe. Das klassische Graffiti &#8211; mit Spraydose und lockerem Hand- und Armgelenk auf die Wand gebracht &#8211; hat seine Dominanz an eben solchen Wänden an neue Formen urbaner Kunst abgeben müssen. Was war passiert?<br />
<span id="more-27"></span></p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/stencilsKamera.jpg" height="288" width="384" border="0" hspace="4" vspace="4" alt="Stencilskamera" /></p>
<p>In Fachkreisen spricht man von Street Art oder sogar Post-Graffiti. Hierbei werden neue Materialen und Werkzeuge eingesetzt, wie z.B. Aufkleber, Poster oder Schablonen. Letztere, auch Stencils genannt, haben mich in ihren Bann gezogen. Da die Schablonen nicht unter den Augen von Streifenwagen und Überwachungskameras erstellt werden müssen, sondern in Ruhe zu Hause gebastelt werden, bestechen Stencils (oft) durch Schönheit und Schärfe. Zwar bereiten sich die Künstler klassischer Graffiti auch in Ruhe vor, indem sie in ihre Blackbooks Skizzen malen, aber dennoch braucht die Übertragung an die Wand viel Zeit. Je aufwändiger dann ein solches Kunstwerk ist, desto größer wird die Gefahr, von Ordnungshütern erwischt zu werden. Diese Gefahr kann aber minimiert werden, wenn der Delinquent schell ist. Hier kommen dann die Schablonen ins Spiel. Hat der Täter sein Piece schon als Schablone fertiggestellt, so muss er dies nur noch an die Wand projizieren. Das Praktische ist, dass diese Schablone mehrfach genutzt werden kann. Allerdings ist das ja nur ein Fünftel der Geschichte. Um sich psychologisch in die Lage der Täter zu versetzen, folgt nun eine kleine Erklärung darüber, wie die das machen, wenn sie es machen.</p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/stencilsTV.jpg" height="224" width="300" border="0" hspace="4" vspace="4" alt="Stencilstv" /></p>
<p>Das Ziel ist es also eine Schablone zu haben, die versehen mit genügend sprühdosierter Farbe ein Abbild hinterlässt. Dies funktioniert so gut, weil Schablonen die Eigenschaft haben, an gewissen Stellen Löcher zu haben und dort dann die gesprühte Farbe einfach, aber sicher durchlassen &#8211; an anderer Stelle aber nicht. Hier wird dann auch schnell die Verwandtschaft der Stencils zum klassischem Druck klar. Während beim Druck eine Fläche entweder Farbe annimmt, um sie dann auf den Träger wieder abzugeben, oder eine Farbe erst gar nicht auf sich drauf lässt, gibt es bei den Schablonen also Flächen, die Farbe durchlassen oder blockieren. Hier liegt aber auch die Einschränkung der Stencils: im Vergleich zu konventionellen Graffitis, können Stencils nur eine begrenzte Anzahl an Farben darstellen, da jede weitere Farbe eine weitere Schablone voraussetzt. Der Einfachheit halber gehen wir im Folgenden ohne Beschränkung der Allgemeinheit von zwei Farben aus: die Farbe des Trägers, also der Wand, und die Farbe der Farbe, also der Sprühdose. Eine solche Unterteilung in zwei Farben setzt nun ein Motiv voraus, welches in eben diese beiden Farben schon unterteilt ist oder dahingehend geändert werden kann. Um ein vorhandenes Foto in ein solches Strichbild zu verwandeln, muss ein Schwellwertverfahren angewandt werden. Allerdings führt dies nur selten zu guten Ergebnissen. Daher muss der Straftäter oft noch selbst Hand anlegen. Das sind allerdings langweilige technische Details. Ist das Bild erst einmal in zwei (oder mehr) Farben aufgeteilt, müssen ggf. noch Flächen, die für den Ausschnitt bestimmt sind, unterbrochen werden, damit gewisse andere Flächen nicht aus der Schablone fallen &#8211; langweilige Details. Sollten diese Vorverarbeitungsschritte am Computer gemacht worden sein, muss es erst noch ausgedruckt werden, damit dies als Vorlage für die eigentliche Schablone verwendet werden kann. So können auch komplexere Formen, wie Gesichter, auf fast jede Oberfläche gebracht werden. Die Schablone für den Einsatz auf der Straße sollte robust sein &#8211; einfaches Papier würde schnell aufweichen. Daher empfehlen die Delinquenten resistentere Materialien wie laminiertes Papier oder Plastik. Ein Teppichmesser genügt, um die Formen dann aus der Schablone zu schneiden. Fertig ist das Mondgesicht.</p>
<p style="text-align:center;">
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/stencilsBar.jpg" height="297" width="396" border="0" hspace="4" vspace="4" alt="Stencilsbar" /></p>
<p>Bis hierhin ist der Künstler nur potenzieller Verbrecher. Er kann die Schablone nehmen, um seine privaten Wände zu verschönern oder ein T-Shirt damit zu versehen. Geht er aber hinaus auf die Straße, und verwendet Wände als Unterlagen, wird er ungehorsam und macht sich strafbar. Dies passiert auch immer öfters. Egal, in welcher Stadt wir uns befanden &#8211; Barcelona, Granada, Valencia oder Madrid &#8211; die Stencils waren überall. In Madrid konnte man deutlich sehen, dass da noch viel mehr gewesen wären, wenn nicht Anti-Graffiti-Einheiten diese regelmäßig entfernt hätten. Auch hierzulande machen sich Stencils auf den urbanen Leinwänden breit. Und das ist nur der Anfang. Wie bei vielen Phänomenen dieser Zeit, erweist sich das Internet als ein nützliches Werkzeug. Wenn heute Abend in London am Computer eine Schablone gebastelt wird, ist es nicht so abwegig, dass sich schon morgen früh Stencils dieser Form an Wänden in Berlin befinden. Über Nacht haben stencilistische Revolutionäre die Wände der Städte globalisiert.</p>
<p style="text-align:center;">
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/Amelie.jpg" height="172" width="350" border="0" hspace="4" vspace="4" alt="Amelie" /></p>
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		<title>Munitionssysteme? Deal!</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2004 03:51:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Konferenz über Elektromagnetismus auf dem Campus der Magdeburger Uni
Es ist Prüfungszeit: alle sind schwer beschäftigt, kümmern sich vorrangig um die bevorstehenden Klausuren und gehen in die universitäre Bibliothek, um dort das vetrgangene Semester noch einmal Revue passieren zu lassen. Dass sich im Foyer eben dieser Unibibliothek Stände von Firmen ganz besonderen Kalibers befinden, wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Konferenz über Elektromagnetismus auf dem Campus der Magdeburger Uni</p>
<p>Es ist Prüfungszeit: alle sind schwer beschäftigt, kümmern sich vorrangig um die bevorstehenden Klausuren und gehen in die universitäre Bibliothek, um dort das vetrgangene Semester noch einmal Revue passieren zu lassen. Dass sich im Foyer eben dieser Unibibliothek Stände von Firmen ganz besonderen Kalibers befinden, wird größtenteils nicht wahrgenommen. Auch die hiesige Antikriegsgruppe wird sich über die Qualität der Konferenz erst bewusst, als die Konferenz schon im vollem Gange ist.<br />
<span id="more-2"></span></p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/euroem-2.jpg" onclick="window.open('http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/euroem-2.jpg','popup','width=254,height=339,scrollbars=no,resizable=yes,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=yes,left=0,top=0');return false"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/euroem-2-tm.jpg" height="339" width="251" border="1" hspace="4" vspace="4" alt="Euroem-2" /></a></p>
<p>Die EUROEM ist eine Konferenzreihe, die sich dem Elektromagnetismus, einem Teilgebiet der Physik, widmet. Die Konferenz wurde 1978 im Verbund mit der amerikanischen Variante, AMEREM, von verschiedenen NATO-Staaten ins Leben gerufen, um den Einsatz von und den Schutz vor elektromagnetischen Feldern im militärischen Bereich zu diskutieren. Heute, so die Pressesprecherin der Uni, Waltraud Riess, gehe es eher um die Nutzung elektrischer und elektronischer Geräte im zivilen Alltag. Besondere Aufmerksamkeit wird auch den neuen Entwicklungen in der humanitären Minensuche zugeteilt.</p>
<p>Parallel zur Konferenz EUROEM 2004 findet auf dem Campus eine Messe statt. Nach Angaben der Magdeburger Uni in einer Presseinfo haben sich 30 Firmen aus dem In- und Ausland präsentiert. „Damit wird auch der wirtschaftliche Aspekt dieser Konferenz hervorgehoben. Neue Produkte werden angeboten, aber auch innovative Ideen zur Produktverbesserung und Produkterweiterung werden aufgenommen” (Waltraud Riess). Klar, dass wirtschaftliche Aspekte in Sachsen-Anhalt in diesen Zeiten im Vordergrund stehen. Aus wirtschaftlichen Gründen soll das Land schließlich auch eine Vorreiterrolle bei gentechnischverbesserter Landwirtschaft darstellen.</p>
<p>Bei näherem Hinsehen entpuppen sich einige der „innovativen Ideen zur Produktverbesserung” als eindeutige Kriegswerkzeuge. Und unter den 30 Firmen aus dem In- und Ausland befinden sich bekannte Vertreter der Rüstungsindustrie. Zum einen zeigt sich die Military Aircraft Division des zweitgrößten europäischen Entwicklers und Produzenten von Rüstungs- und Sicherheitstechnologie, der EADS. Dann war die Diehl Munitionssysteme GmbH vertreten, die sich als Anbieterin „von Munitionssystemen, Artillerie Raketensystemen, Schutzsystemen, Subsystemen, [...] für zukunftsorientierte Märkte im Verteidigungsbereich” versteht. Rheinmetall Defence Electronics GmbH gibt sich als eine der „führenden Adressen für wehrtechnische Elektronik” aus.</p>
<p>Kein Wunder, dass diese Konferenz nicht nur zivilen Charakter hat. Ein Schirmherr ist zum Beispiel der Vizepräsident des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) Schober. Hierbei handelt es sich um den Einkäufer der Bundeswehr. Auf der Homepage des BWB wird erklärt: „Beschafft werden Panzer, Flugzeuge und Schiffe. Aber auch Einsatzverpflegung, Feldlager, Handfeuerwaffen, Flugkörper, [...] und vieles mehr stehen auf der Einkaufsliste des Amtes.” Weiterhin am Gelingen der Konferenz ist das ‘’European Office of Aerospace Research and Development of the USAF”. USAF steht hier für die US Air Force. Ein anderer Unterstützer ist das amerikanische Energieministerium (United States Department of Energy), dessen Verantwortungsbereich auch das Nuklearwaffenprogramm umschließt.</p>
<p>Dass das alles schon recht ironisch ist, in Magdeburg die Rüstungsindustrie mit den Einkäufern zusammen zu bringen, steht außer Frage. Aber eine weitere Dimension dieses Ereignisses lässt Herr Pollmann, der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität, in seinem Begrüßungstext an die internationalen Wissenschaftler durchblicken. So wird die Universität sich in Zukunft auf wettbewerbsfähige Forschungsfelder konzentrieren und nach bestimmten Umstrukturierungen mehr Augenmerk auf die Ingenieurwissenschaften setzen. Die Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften sind damit wohl nicht gemeint. Auch nicht der Studiengang Friedens- und Konfliktforschung. Darüber hinaus bedankt er sich aber für die „effiziente und enge Zusammenarbeit” mit dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung. Na, wenn das keine Perspektive ist!</p>
<p>Ist es eigentlich kartellrechtlich erlaubt, Antipersonenminen und gleichzeitig Geräte für die humanitär Minensuche zu vertreiben?</p>
<p>Mehr davon: http://www.euroem.org/</p>
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		<title>Ich sehe was, was Du nicht siehst.</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2004 03:38:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kenner, Könner, Liebhaber]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Bericht von der 2. Stadt-expedition und Kurzfilmnacht
Die ganze Sache schien mir schon von Anfang an recht unkonventionell zu sein. Mir wurde auf der Stiftungsparty der FestungMark ein Filmstreifen in die Hand gedrückt und gesagt: „Wir machen am Mittwoch eine Kurzfilmnacht und werfen die Filme an Häuserwände. Kommt doch auch!“ Filme an Wände werfen? Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Bericht von der 2. Stadt-expedition und Kurzfilmnacht</p>
<p>Die ganze Sache schien mir schon von Anfang an recht unkonventionell zu sein. Mir wurde auf der Stiftungsparty der FestungMark ein Filmstreifen in die Hand gedrückt und gesagt: „Wir machen am Mittwoch eine Kurzfilmnacht und werfen die Filme an Häuserwände. Kommt doch auch!“ Filme an Wände werfen? Ich musste an Farbbeutel denken. Wir würden kommen. Der Filmstreifen hatte alle nötigen Details verraten, so dass wir uns dann am Mittwochabend bei herbstlichem Nieselregen (mittem im Juli) zum S-Bahnhof Hasselbachplatz begaben. Trotz der meteorologischen Spannungen warteten dort doch knapp 50 Anhänger der Cinematographie, die sich gern auf den Straßen dieser Stadt entführen lassen wollten.<br />
<span id="more-16"></span><br />
Entführen in die Welt der Kunstdisziplin des urbanen Kurzfilmwandwurfs, die es etwa an diesem Abend zu erfinden galt? Nein, da gestehen die fünf studentischen Filmaktivisten sich ein. Erfunden haben sie diese Art von Aktionskunst nicht. In Hamburg haben sie zum ersten Mal an einem solchen Filmrundgang teilgenommen. Dieser wurde dort von Filmstudenten im Rahmen eines Kurzfilmfestivals veranstaltet. In Magdeburg wurde das Konzept auf die hiesige Situation angewendet und perfektioniert.<br />
Die Expedition begann mit einer kleinen Wanderung über die Straßen einem Auto folgend. Dieses stellte für die nächsten 20 Minuten die Leinwand dar. Ein Spannbettlaken wurde geschickt über die offene Heckklappe gespannt und dahinter wurde ein Wagen mit Batterie für Beamer und Lautsprecher geschoben. Dem außenstehenden Passanten bzw. LKW-Fahrer bot sich so ein recht interessantes Bild: Ein Mob junger Menschen folgte blindlings einem im Schritttempo fahrenden Film. Sollte dies etwa die kulturkritische Botschaft der Organisatoren sein? Das kümmerte uns in diesem Moment nicht. Wir sahen den Kurzfilm „Hinten scheißt die Ente“ von Sabine Michel (HFF, Potsdam) und bekamen ein wenig auch davon mit.<br />
Im Gespräch mit den Machern, fünf Studierenden des Fachs Cultural Engineering, wird mir erklärt, dass ein solcher Kurzfilmrundgang eine andere Wahrnehmung schaffen kann. Dadurch kann man Menschen für verschiedene Plätze sensibilisieren. Während alle von Leerstand und Zersiedelung reden, probt die Gruppe eine neue Form, sich die Stadt anzueignen. Wenn es dunkel wird, und das Treiben vom Tag sich legt, werden Filme an Wände geworfen. Dabei interagiert der Film aber auch die mobilen Zuschauer mit der Umgebung.<br />
Wir trafen dann bei der nächsten „Location“, wie die Orte des Geschehens genannt wurden, ein. Dort befanden wir uns zwischen zwei Plattenbauten auf dem Breiten Weg direkt gegenüber vom frisch sanierten Einwohnermeldeamt. Mir fiel ein, wie das Amt einst unter Beschuss von roten und schwarzen Farbbeuteln geriet. Nun ist die Fassade selbst dunkelrot. Die Veranstalter zogen es vor, einen Film, der vom Rausschmiss und Ausbruch eines Einkaufswagenschiebers handelte, an die Stirnwand eines der Neubauten zu projizieren.<br />
Auf die Frage, ob es denn nötig sei, die Wahrnehmung in und auf Magdeburg zu verändern, wird diplomatisch geantwortet &#8211; Schließlich sind die Aktivisten der mobilen Cinematographie eher Wahl-Magdeburger. So meint Anja Wolff: „Es tut sich etwas in Magdeburg. Die Stadt wacht auf und befindet sich in einem Prozess. Leider ist aber vieles zu kommerziell. Es gibt zu wenig kleine Bewegungen. Allerdings ist die Stadt sehr grün, sie hat die Elbe und es gibt noch viel Raum.“ Björn Wien bedauert, dass interessante Gebäude aus DDR-Zeiten kaputtsaniert wurden. „Wenn man nach Magdeburg mit dem Auto kommt, begegnet man einer Legolandschaft. Man will hier Teile der Geschichte ausradieren. Es gibt allerdings durchaus schöne Plattenbauten, die ihren Reiz haben. Die historische Stadtentwicklung sollte sichtbar bleiben.“<br />
Anschließend wurde die Aktion auf die öffentlichen Verkehrsmittel ausgeweitet. Wir bekamen Instruktionen, wie wir uns zu verhalten hätten, damit der Bahnfahrer die subversiven Ziele dieser Gruppe erst nachvollziehen konnte, wenn sie nicht mehr aufzuhalten waren. Wir stiegen also vorne ein, die Kurzfilmwerfer mit der Technik hinten. Das Spannbettlaken wurde manuell ausgebreitet und mit einem weiteren Kurzfilm gefüllt. Ein begeisterter Zuschauer später: „In der Bahn war’s am coolsten. Ich hab zwar vom Film nicht so viel mitgekriegt, aber das in der Bahn war echt genial.“<br />
Wir stiegen an einer architektonischen Meisterleistung dieser doch sonst so strukturschwachen Region aus. Dieser Ort wurde sicherlich nicht zufällig gewählt, schließlich hat hier der konventionelle Film eine seiner Kathedralen. Passend dazu wurde ein Kurzfilm gezeigt, in welchem sich Ratten über das „Große Kino“ und eben das „Programmkino“ stritten. An einer nicht weit entfernten Stelle wurde gegen eine abgesperrte Treppe vom Wirtschaftskomplex des City Carré „Business as usual“ von Tom Zenker (DFFB, Stuttgart) gezeigt. Der Film knüpfte auch hier an seine Projektionsfläche an.<br />
Abgesehen von den Credits, die die angehenden Kulturingenieure an der Uni dafür abrechnen können, wollen sie mit dieser Aktion vor allem Gesellschaftskritik ausüben. „Das stellt für mich einen Versuch dar, den öffentlichen Raum zurückzuerobern. Dieser wird nämlich stetig privatisiert und in halb-öffentliche Areale gedrückt, wo dann nur noch kaufkräftiges Klientel willkommen ist“, prangert Björn an. „Dadurch entsteht eine Filterung, die dafür sorgt, dass die eigentlichen öffentlichen Räume, wie der Breite Weg zum Beispiel, austrocknen. Es findet sozusagen eine Schrumpfung auf die großen Zentren statt“, fügt Nadia Wailand hinzu. „Allerdings ging es uns nicht darum, die öffentliche Ruhe zu stören“, so Anja, „sondern vielmehr um die Menschen, die, zwar als Zuschauer, mitmachten. Der Gemeinsinn stand im Vordergrund.“<br />
Zum nächsten und letzten Ort liefen wir an Einsatzwagen des Bundesgrenzschutz vorbei, um dann an einem recht heruntergekommenen Lagerhaus das „Schmankerl“ des Abends zu sehen. Dieser Kurzfilm zeigte auf subtil-komische Weise, wie der Rassismus in uns bzw. in der deutschen Bürokratie festsitzt und nicht mit oberflächlichen Maßnahmen bezwungen werden kann. Auch hier schien der Ort nicht vom Film losgelöst zu sein. „Natürlich haben wir die Kurzfilme nicht zufällig auf irgendwelche Orte gestreut. Wir haben versucht Verbindungen aufzustellen. Dabei haben die Filme Themen wie Stadt, Integration und Überwachung behandelt“, erklärt Nadia.<br />
Die mobilen Filmvorführer sind mit sich und ihren Gästen zufrieden. „Es gab zwar einige Schwierigkeiten, ein Film ging verloren, Sorgen mit der Technik, der Regen, dennoch ist die Aktion gelungen. Auf das Zwischenmenschliche kommt es an. Trotz Regens war es gut besucht und es herrschte eine angenehme Stimmung“, resümiert Anja. Eine ähnliche Veranstaltung ist für den Oktober in Olvenstedt geplant.</p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/DCP_6854-1.jpg" height="297" width="396" border="0" hspace="4" vspace="4" alt="Dcp 6854-1" /></p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/DCP_6855-1.jpg" height="297" width="396" border="0" hspace="4" vspace="4" alt="Dcp 6855-1" /></p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/DCP_6861voll-1.jpg" height="297" width="396" border="0" hspace="4" vspace="4" alt="Dcp 6861Voll-1" /></p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/DCP_6860-1.jpg" height="396" width="297" border="0" hspace="4" vspace="4" alt="Dcp 6860-1" /></p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/DCP_6866-1.jpg" height="297" width="396" border="0" hspace="4" vspace="4" alt="Dcp 6866-1" /></p>
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		<title>Bildschönes Amsterdam</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2004 03:30:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weltenbummler]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein kleiner Stadtrundgang
Auf meiner letzten kleineren Reise musste ich wieder feststellen, dass ich Städtereisen sehr schätze. Ich finde es angenehm reizvoll, mich einer fremden Stadt und ihrem urbanen Dschungel zu nähern. Dabei sind nicht unbedingt die Größe der Gebäude oder die Ausmaße einer Stadt ausschlaggebend &#8211; nein, auch oder besser gerade das Provinzielle kann mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein kleiner Stadtrundgang</p>
<p>Auf meiner letzten kleineren Reise musste ich wieder feststellen, dass ich Städtereisen sehr schätze. Ich finde es angenehm reizvoll, mich einer fremden Stadt und ihrem urbanen Dschungel zu nähern. Dabei sind nicht unbedingt die Größe der Gebäude oder die Ausmaße einer Stadt ausschlaggebend &#8211; nein, auch oder besser gerade das Provinzielle kann mich betören.<br />
<span id="more-14"></span><br />
So fühle ich mich in Amsterdam mit seinen Grachten und darauf schwimmenden Hausbooten mehr als wohl. Ein Holländerfahrrad als das Vehikel keiner Wahl an meiner Seite und die Gemütlichkeit kann beginnen. Ich muss bloß die Hinweise zum amsterdamschen Fahrraddiebstahl des Verleihers befolgen. Denn: Das Fietsen, wie es dort genannt wird, ist ein sehr beliebtes Fortbewegungsmittel. Fast die Hälfte der Amsterdamer nutzt es tagtäglich. Zwar kann man hier auch fast alles zu Fuß erreichen, man kommt aber so doch schneller von A nach B mit der Option auf ein Zwischenstopp bei C wie Café.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/amster.jpg" onclick="window.open('http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/amster.jpg','popup','width=400,height=300,scrollbars=no,resizable=yes,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=yes,left=0,top=0');return false"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/amster-tm.jpg" height="100" width="133" border="1" hspace="4" vspace="4" alt="Amster" /></a>  <a href="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/amster2.jpg" onclick="window.open('http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/amster2.jpg','popup','width=400,height=300,scrollbars=no,resizable=yes,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=yes,left=0,top=0');return false"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/amster2-tm.jpg" height="100" width="133" border="1" hspace="4" vspace="4" alt="Amster2" /></a></p>
<p>Die gediegenen klassischen Cafés heißen in Amsterdam Koffiehuis und sind nicht zu verwechseln mit den Coffeeshops. Letztere werden meiner Ansicht nach überbewertet. Sicher sind die Nierderlande, was Gras (der freundliche Berater an der Bar nennt es Superskunk) anbelangt, sehr liberal, aber das scheint in manchen Kreisen die Wahrnehmung von dem Flachland zu dominieren. Nichtsdestotrotz kann man sagen, dass auch die Coffeeshops das gemütliche Flair tragen.<br />
Ich erlebe Amsterdam aber auch als eine sehr politisch-progressive Stadt &#8211; im Sinne von Veränderung zum Guten, du weißt schon. So besuche ich einen internationalen anarchistischen Buchladen, der nicht nur jede Menge Fachliteratur, sondern auch ein großes Sortiment an Zeitschriften aus aller Welt anbietet. Auch scheinen die Hausbesetzer- und die Künstlerszene, miteinander verwoben, eine größere Rolle in Amsterdam zu spielen. Zufällig ist an diesem Wochenende so eine Art Tage offener Galerietüren, sodass ich in einem so genannten alternativen Viertel jede Menge Ateliers besuche.</p>
<p>Mehr Fotos von Amsterdam:<br />
		http://www.anarchitect.org/galleries/</p>
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		<title>Opa, wo sind wir hier?</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/opa-wo-sind-wir-hier/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2004 03:18:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unikate]]></category>

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		<description><![CDATA[Man kann Werbung als notwendiges Übel erachten. Beim Privatfernsehen und bei Printmedien ist das mittelmäßig nachvollziehbar. Ich will wissen, was es Neues im Container gibt, also muss ich mich damit abfinden, dass ich mit Hirnwäsche bezahle. Somit kann ich mich auch gleich mit den Menschen da im Fernsehen solidarisieren. Das ist an sich jedoch alles [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann Werbung als notwendiges Übel erachten. Beim Privatfernsehen und bei Printmedien ist das mittelmäßig nachvollziehbar. Ich will wissen, was es Neues im Container gibt, also muss ich mich damit abfinden, dass ich mit Hirnwäsche bezahle. Somit kann ich mich auch gleich mit den Menschen da im Fernsehen solidarisieren. Das ist an sich jedoch alles eher bedauerlich als spaßig. In öffentlichen Räumen ist die Flucht meistens aussichtsloser. Es ist ein Jammer.<br />
<span id="more-11"></span><br />
Was einem dann aber vielleicht ein wenig aufheitert, ist die Erkenntnis, dass die Wäscher vom Dienst, selbst schon ganz schön heiß gebadet haben müssen. Ein hervorragender Beleg ist die nette und glückliche Familie, die uns den Nordabschnitt des Breiten Wegs näherbringt. Gleich zweimal ist sie zu sehen &#8211; und erstaunlicherweise in zum Verwechseln ähnlichen Posen. Sind das die ersten geklonten Familienmodels?</p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/opa1-2.jpg" height="290" width="400" border="1" hspace="4" vspace="4" alt="Opa1-2" /></p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/opa2-2.jpg" height="290" width="400" border="1" hspace="4" vspace="4" alt="Opa2-2" /></p>
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