Kleinstadt Radio= Magdeburg
Big City Radio = Berlin
Auch wenn das jetzt für einige Radio SAW- und Sputnik- und Rocklandhörer hart klingt. Diese Sender sind scheiße. Das Programm kommt aus der untersten Schublade und die Bandbreite (doppelter Sinn) der gespielten Musikacts wiederholt sich in einer Stunde um das eine oder andere Mal. Angeblich wiederholt sich kein Hit am Tag. Toll oder! Aber schaltet man am nächsten Tag wieder das Radio an und bleibt auf einem der schon oben genannten Sender hängen, hört man das fast identische Programm des voran gegangenen Tages. Lediglich die Reihenfolge der gespielten Musiktitel variiert, die Title bleiben aber die gleichen. Die Nachrichten belaufen sich nur auf das Notwendigste und wenn doch einmal etwas Wichtiges in der Welt außerhalb Sachsen Anhalts oder Magdeburgs passiert ist, dann verschwendet man bei den dortigen Radiosendern keine kostbare Sendezeit um ausführlich darüber zu berichten. Nein, man berichtet nur kurz darüber und geht zurück zum Standdartprogramm.
Dreht man jedoch den Sucher an seinem Kurzwellenempfänger einige Umdrehung weiter, erklingt Radio, Radio Eins. Gleich nach dem einschalten steigt in den ersten Sekunden das Niveau und der Inhalt. Der Raum füllt sich mit Wärme und Großstadtatmosphäre. Obwohl man nur in Magdeburg am Schreibtisch sitzt und auf das Haus gegenüber schaut, hat man direkt das Gefühl, in Berlin zu sitzen.
Für jeden, der einmal dieser, seiner Kleinstadtatmosphäre entkommen will, dem empfehle ich, Radio Eins zu suchen oder mutig den Regler an seinem Radio zu bewegen um dem Neuen und Interessanten da draußen zu begegnen.
Berlin FM 95,8 RBB Radio Eins
Uckermark FM 106,1 RBB Radio Eins
radioeins.de
Denn Radio hören kann so entspannend sein.


Ja, aber: Dass diese genannten Sender so saugen, liegt eher daran, dass sie privatwirtschaftlich (abgesehen von Sputnik) organisiert sind, und nicht für Provinz oder Hauptstadt gemacht sind. Berliner Kommerzradio ist sicherlich ähnlich Scheisze wie SAW. Ich habe mal von einem der Macher von MDF1 sinngemäsz zu hören bekommen: „Wir werden ja leider nicht wie der MDR vom Land unterstützt. Da bleibt uns nix anderes übrig, als Werbung zu schalten.“ Das führt dann dazu, dass nicht der Hörer bzw. Zuschauer der Kunde ist, sondern der Anzeigenschalter. Und damit ein Werbekunde Reklame schaltet, muss die Hörer-/Zuschauerdemographie möglichst breit — um nicht flach zu sagen — sein. Das hat dazugeführt, dass sich der private Rundfunk (Fernsehen eingeschlossen) stetig selbst kastriert, da die Interessen der Werbekunden immer vor den der Radiorezipienten stehen. Aber das wäre an sich ja kein Problem für die Sender an sich: nur bemerken die Zuhörer/-schauer auch langsam, dass dieser Mist einfach nur stinkt.
Man könnte dies (wenn man nur wöllte) auch politi-ökonomisch betrachten. Es gibt bestimmte ‘Branchen’, wo eine privatwirtschaftliche Organisation problematisch sein kann. Und ich glaube, dass es im Moment bei den Medien sehr offensichtlich wird, dass die 4. Säule der Demokratie ein bröckelt — man schaue nur über den Atlantik.
Aber: vielleicht sind das auch nur die letzten Zuckungen einer längst überholten Ökonomie. Im Moment wirbeln Blogs und Podcasts jede Menge Staub auf und können vielleicht auch neben neuen Formen des Medienkonsums auch neue Distributionswege schaffen. Siehe dazu auch: Wann gibts das Radio endlich als Podcast?
Kurze orthographische Anmerkungen:
Standdartprogramm: meinst du wirklich Stand-Dart-Programm? Ansonsten würde es so geschrieben werden: Standardprogramm.
hallo uwe…
diese liebeserklärung ist ganz nach meinem geschmack!
nun bin auch ich fern ab der heimat und muss mit erschrecken feststellen, dass RADIO EINS auch in sachsen nicht ersetzt werden kann-
es ist nicht nur die musikauswahl, die bei unseren lieblingen aus potsdam durch eine fantastische musikredaktion, einmalig ist, nein es sind auch die moderatoren, die verschiedenen programme, die themen und das gefühl, welches sie dem hörer vermitteln-
und ich glaube das hat nicht nur etwas mit öffentlich rechtlich zu tun.
also uwe:ich weiß ja das du einen hervorragenden geschmack hast, in diesem sinne danke für die aufrechterhaltung des anspruchs!
liebe grüße aus leipzig