Man stelle sich folgende Szene in einer Bäckerei vor:
„Schönen Guten Tag.“
„Guten Tag.“
„Was kann ich für Sie tun?“
„Ähm, ich hätte gerne eine Berliner Kruste, geschnitten. Und dann geben Sie mir bitte noch drei Röggelchen und zwei normale Brötchen.“
„Die rRunden oder länglichen?“
„Die runden bitte. Und wenn es geht, die etwas dunkleren.“
„Das macht dann vier achtzig. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“
„Ja. Ich kaufe noch ein Brot am Haken. Ein kleines Landbrot bitte.“
„Vielen Dank. Das macht dann zusammen fünf fünfundneunzig.“
„Okay.“
Auf den ersten Blick klingt der kurze Verkaufsdialog wie ein ganz normales Gespräch beim Einkauf des Bäckers deines Vertrauens. Auf den zweiten Blick dann aber vielleicht doch nicht ganz. Brot am Haken: „Was soll denn das sein?“
In der aktuellen Finanzkrise, in der immer mehr Menschen durch die unverantwortlichen Kapitalmarktspekulationspraktiken einiger gieriger Bänker und Broker ihren Job verlieren, Kürzungen ihrer Gehaltschecks hinnehmen müssen oder aus Angst vor der finanziellen Ungewissheit ihr Konsumverhalten umstellen, können sich immer mehr Menschen in unserem Land nicht einmal die nötigen Grundnahrungsmittel leisten. Immer öfter überlegen sie, ob der Geldbeutel wirklich den Kauf eines frischen Brotes oder Brötchens beim Bäcker möglich macht. Und immer öfter sieht man, dass sie, anstatt frische Teig- und Brotwaren zu kaufen, zum günstigeren Pendant im Supermarktregal greifen oder ganz darauf verzichten. Die Aktion Brot am Haken könnte solchen Menschen helfen.
Die Sache ist im Grunde ganz einfach:wie der Dialog oben bereits gezeigt hat, kann der Kunde beim Bäcker zusätzlich zum Einkauf ein Brot oder eine Tüte Brötchen oder was er sonst so will kaufen und den Kassenbon dafür dann an einen Haken über der Ladentheke hängen. Der Bäcker muss erst einmal nichts weiter tun. Lediglich die Haken sollte er vor dem Beginn der Aktion entweder über der Theke oder an einem anderen Ort im Laden angebracht haben.
Kommt nun ein „bedürftiger Kunde“ herein und nimmt sich den Bon vom Haken, so packt der Bäcker die „gespendeten Teig- oder Brotwaren“ in die Tüte und reicht sie der Person. Und sollte an dem Tag der Spende der Bon nicht eingelöst werden, so bleibt er eben so lange hängen, bis ihn doch jemand vom Haken nimmt.
Die Idee/ Aktion habe nicht ich mir ausgedacht – aber sie ist es unbedingt wert, nach Außen getragen zu werden. Sie stammt aus Hamburg. Dort soll es eine Bäckerei geben, die Brot am Haken anbietet. Sie gibt „Bedürftigen“ die Möglichkeit, kostenlos und, ohne öffentlich und direkt betteln zu müssen, ein frisches Brot oder eine Tüte Brötchen zu erwerben. Anonym und ohne viel Aufsehens für den „Bedürftigen“ wird so eine Form von sozialer Hilfe (Sachspenden- Hilfe, soziale Hilfe wäre eine Hilfe wie z.B. Kinderbetreuung) in Spendenform (nicht finanziell) angeboten.
Der Partner für eine solche Aktion sollte idealer Weise ein Bäcker/ eine Bäckerei-Kette sein, wo viele Leute ihr Brot kaufen. Das Klientel sollte gemischt sein: Leute die geben können und Leute die nehmen würden. Denn wenn das Gleichgewicht nicht gegeben ist (zu viele Brot am Haken-Spender und zu wenig „Bedürftige“), würde sich die Aktion nur bedingt lohnen. Andersherum allerdings (viele „Bedürftige“ und wenig Brot am Haken-Spender) würde sich die Sache immer lohnen.
* die Preisnennung ist willkürlich


Hallo!
Ich habe den Adventkalender “Andere Zeiten” abonniert und dort war heute ein Bild von 3 Brötchen am Haken und ein kurzer Text dazu. Ich habe “Brot am Haken” gegoogelt und bin so auf diese Seite gestoßen. Ich finde die Idee richtig gut! Wie oft kauft man ein Teil mehr, weil man mit knurrendem Magen an der Theke steht und zu Hause bleibt doch schließlich was übrig! So kann man ein Teil mehr kaufen, das wirklich in einem hungrigen Bauch landet. Auch finde ich es gut, das Menschen helfen können, ohne als Spender aufzutreten und Bedürftige nehmen können, ohne als Bettler auftreten zu müssen. Ich werde den ortsansässigen Bäckereien vom Brot am Haken erzählen!
herzliche Grüße
Barbara
Hallo,
auch ich habe heute morgen im gleichen Kalender wie meine Vorgängerin die Seite über das “Brot am Haken” gelesen und bin so(neugierig geworden) auch auf diese Internet-Seite gestoßen! Ich finde die Idee ebenso genial und will versuchen die Anregung weiter zu geben.
Den Adventskalender “Andere Zeiten” kann ich übrigens auch wärmstens weiter empfehlen!
Herzliche Grüße
Monika Bruhn
Hallo..
ich habe auch diesen tollen kalender und bin so darauf aufmerksam geworden. da ich aus hamburg bin hatte ich gehofft im internet die adresse der bäckerei zu finden, um auch etwas an den “haken zu hängen”,(obwohl ich selber nicht viel geld habe).
bisher bin ich nicht fündig geworden, aber kann ja nicht so schwer sein. ich finde diese aktion nämlich toll!
LG johann
Hallo,
auch ich wurde durch den Adventskalender ‘Andere Zeiten’ auf die Aktion ‘Brot am Haken’ aufmerksam. Nachahmenswert! Da ich über Karneval in Hamburg bin, werde ich die Bäckerei Wandsbäcker auf jeden Fall aufsuchen und dabei mitmachen! Den nachfolgenden Artikel habe ich im Internet gefunden.
Herzliche Grüße
Brigitte Erler
»Askida Kahve« gegen Kälte
Aktion »Brot am Haken« in Hamburger Bäckerei hilft Bedürftigen
Schleichend kehrt der Hunger zurück in dieses Land. HEKMET ÖZER (55) und ihr Mann SÖREN (60) wollen sich damit nicht abfinden. Sie haben die Aktion »Brot am Haken« gestartet in der Bäckerei »Wandsbäcker«, die Hekmet Özer seit November 2006 im Hamburger Stadtteil Wandsbek führt. ND-Autor ART KOHR fragt nach.
ND: Wie funktioniert »Brot am Haken«?
SÖREN ÖZER: Weit verbreitet in der Türkei ist eine Tradition, die »Askida Kahve« heißt, wörtlich »Kaffee am Haken«. Menschen, die den Armen etwas geben wollen, bestellen in Café oder Bäckerei einen Kaffee und bezahlen zwei. Der Bon für das nicht verbrauchte Getränk wird an einen Haken gehängt. Kommt nun ein Gast, der knapp bei Kasse ist, dann darf er den gespendeten Kaffee trinken. Das geht zurück auf eine Idee aus Neapel, den »Caffè sospeso«. Nach einem Italienbesuch vor Jahrzehnten hat sich ein Türke das dort abgeguckt und in seine Heimat importiert.
Nachdem wir in Landsberg ein ähnliches Projekt ins Leben rufen wollen, haben wir ein paar Fragen:
- gibt es irgendwelche rechtliche Auflagen
- hatten Sie Ärger mit den Behörden wegen diesem Projekt
- wie stellen Sie sicher, dass die Ware tatsächlich an Bedürftige geht.
- wie hat sich das Projekt zwischenzeitlich entwickelt
- ist die Akzeptanz im laufe der Zeit besser geworden
Über eine baldige Nachricht an Frau Birgit Fürgut wären wir Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Caritas-Landsberg