Der Bürger wie er leibt und lebt,
ist glücklich, wenn es vorwärts geht.
Den Fußball mag der Bürger sehr
Und Pommes Fritz – meist zum Verzehr.
Die Ziehung seiner Lottozahlen
Tangier’n ihn mehr als Landtachswahlen.
Und wenn das Wetter scheen is’,
denn jeht er jern spazier’n,
mit’s Muttchen anne Seite,
da musser och nich frier’n.
Der Boss, der weeßes janz jenau,
trägt det Sakko meist in grau,
hat eene, die ihm Kaffee kocht
und sich janz unfreiwillig unterjocht.
Der Boss, den nennt man auch mal Cheffe,
den Traumjob, den bekommt sein Neffe.
Und weil er Politik so mag,
sitzt sein Freund Karl im Bundestag.
Am liebsten liest er Börsenzahlen,
verdienter Lohn der Arbeit Qualen.
Zwei Dinge mag er wirklich nicht,
die Konkurrenz und Steuerpflicht.
Der Beamte, als Freund der Bürokratie,
ist im Aktenordnen ein Genie.
Um Acht beginnt sein Arbeitstag,
das Brötchen schmiert Frau Müller-Brak.
Bis auf Formblatt sieben – Abschnitt IV
hält den Jungen jar nichts hier.
Zum Kunden freundlich: “Tach Herr Klinge!“,
hat im Kopf janz and’re Dinge.
Denkt an Vronis blondes Haar
und ach wie schön der Sommer war!
Freut sich auf des Wochenends’ Ruh,
macht Freitach Mittach ’s Türchen zu.
Und denken muss der Arme nicht,
steht ja alles im Bericht.
Auch Bürgerin
und Frau des Amts,
selbst Chefinnen solls jeben.
Doch wie es nu so üblich is,
wolln mer nich drüber reden.


sehr erfrischend diese reime
ich sach nur
dat magdeburgerisch ist janz klar zu erkennen
und so-wie-so
die idee und umsetzung is grandios
wann wirds vertont
wann jeht die welt-lese-tournee los?
Grosze Klasse! Bester Brechtscher Wortwitz!