Dem Studium der Geisteswissenschaften wird an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg ein sehr geringer Stellenwert beigemessen. Wirtschaftstudenten und Maschinenbauer, Informatiker oder Mediziner belächeln Fächer wie die Germanistik oder die Politikwissenschaft. Stempeln sie gar als nicht zwingend notwenig ab. Die Uni würde auch ohne diesen Zweig der Wissenschaft prima funktionieren. Noch mehr Geld würde so für andere, „wichtige“ Studienfächer da sein und nicht sinnlos verschwendet werden. Geht man über den Campus der Uni, so sind Sätze wie die eben aufgeführten keine Seltenheit.
Diese Uni hat ungewollt oder vielleicht mit Absicht ein 2. Klasse-Studium geschaffen. Während auf dem Hauptcampus sämtliche Gebäude von Außen wie von Innen restauriert und in einem erstklassigen Zustand versetzt worden sind, hat man das Gebäude 40 der Geisteswissenschaften in einem erbärmlichen Zustand gelassen, schlicht weg vergessen. Zwar hat es die eine oder andere Schönheitsreparatur zugesprochen bekommen, die wirklich wichtigen Baustellen jedoch hat man außer Acht gelassen.
Ein Beispiel. Betritt Mann auf dem Hauptcampus, ganz gleich in welchem Gebäude, die Örtlichkeit des Herren WC’s, so fühlt man(n) sich als Mensch 1. Klasse. Hier befindet sich alles in einem hygienisch einwandfreien Zustand. Die Wände sind gefliest, Schmierereien sucht man vergeblich, die Pissoires sind weiß und sauber und alles funktioniert vollautomatisch. Luxus. Der Wasserhahn am Waschbecken ist nicht verkalkt und es kommt kaltes und warmes Wasser aus der Leitung. Hier macht der Besuch Spaß. Wir kommen gerne wieder.
Muss der Geisteswissenschaftler seinen Getränkespeicher im Gebäude 40 entleeren, so muss er einen Raum betreten, der ihn zu einem Menschen 2. Klasse macht. Die Türen schließen nicht richtig. Die Fließen auf dem Boden sind dreckig und schief. Die Waschbecken sind vergilbt, die Wasserhähne funktionieren nur bedingt. Der Wasserhahn ist verkalkt und lässt lediglich kaltes Händewaschen zu. Seife sucht man hier natürlich auch vergebens. Bereits beim Betreten des Raumes kommt in ihm ein leichter Brechreiz auf. Es stinkt. Manchmal ist schon der (Vor)Flur ist mit diesem ‚Duft’ erfüllt. Mit jedem Schritt mit dem er sich dem Pissoire nähert, wird sein Eckel größer. Wenn er Glück hat, ist eines der Pissoire nicht verstopft und der Harndrang seines Vorgängers konnte ablaufen. Ist die Blase dann entleert, muss er unweigerlich an den nur so vor Keimen triefenden Wasserhahn greifen, um die Spülung in Gang zu setzen. Mit den 3 Tropfen Wasser aus dem, wie oben schon einmal erwähnten verkalkten Wasserhahn, muss er dann versuchen Reinlichkeit wider herzustellen. Ohne Seife und mit kaltem Wasser ist er zum Scheitern verurteilt. Hoffentlich, so denkt er dann immer, drückt die Blase erst wieder zu Hause und verlässt fluchtartig das „WC“.
Nicht nur Studenten ergeht es bei einem Besuch so. Auch die Angestellten der Universität (Professoren, Doktoren, Sekretärinnen und Hilfskräfte) müssen dieselben Örtlichkeiten benutzen. Weshalb sie sich mit einer solchen Situation abfinden (können), ist mir rätselhaft. Haben sie doch eine Stimme und die nötigen Beziehungen zu den wichtigen und richtigen Personen, die Änderungen in Gang setzen könnten.
„Ein Restaurant ist gut und sauber, wenn die Örtlichkeiten sauber sind“, höre ich die Mutter meiner Freundin immer sagen. Übertragen auf den Zustand der Örtlichkeiten im Gebäude 40 kann sich nun ein jeder selbst sein Urteil bilden.


Jenau! Irgendwo unterhalb der Mitte einmal Ekel korr., fluchtartig klein, sonst ist glaube ich soweit i. O. . Gruß Jule
Studenten der Geisteswissenschaften sind doch eh nur 10-20 Stunden die Woche im Gebäude 40. Die 2 oder 3 Stunden Vorlesung kann man sich dann auch mal das Pinkeln verkneifen. Außerdem sind auf dem Hauptcampus doch viel mehr Studenten. 2 Klassenstudium ist echt lächerlich. Jetzt wird die Qualität des Studiums schon nach den Örtlichkeiten beurteilt. Die Argumente für diese These sind fast so schlecht wie der Zustand der Toiletten…..das stinkt einfach nur…ich dachte Studenten der Geisteswissenschaften können etwas besser argumentieren
@ destroyer: Die Situation der Toiletten zeichnet doch nur Stellvertretend die generelle/ aktuelle Lage der Geisteswissenschaften. Würde diesen Wissenschaften ein hoher/ höherer Stellenwert beigemessen werden, würde man sich darum kümmern, das Umfeld für die Studenten zu verbessern.
Das Argument mit den “viel mehr Studenten auf dem Hauptcampus” ist etwas flach. Nur weil im G 40 weniger Studenten sind, heißt das doch nicht, dass sie einen schlechteren Standart ertragen müssen.
Dass “das” geisteswissenschaftliche Gebäude 40 der OvG einerseits an vielen Stellen am Verrotten, andererseits völlig überbelegt ist, kann ich nur bestätigen. Ich habe dort zwar nur wenige VL besucht, mich aber fast jedes mal beim Betreten des Gebäudes gefragt, wie es wohl angeht, dass zwar genug Geld vorhd. ist, inflationär neue PKW-Parkplätze zu bauen und fragwürdige Prestige-Anschaffungen durchzuführen, andererseits dieses Fakultätsgebäude nahezu aufgegeben wurde…
Vom Zustand der Scheisshäuser mal abgesehen, gibt es dort keine Mensa und kein Café (also lange und/oder kostenintensive Wege bis zum vollen Magen), im Sommer ist es z.T. in den Zimmern vor Hitze nicht auszuhalten, die Mitarbeiterbüros sind oft klein, die Dozenten gering im Verhältnis zu den technischen Fakultäten mit Mitteln und Stellen ausgestattet, die Möbel alt & wackelig, die Seminare meiner Erfahrung nach häufig enorm überfüllt.
Was nun den Herrn deschtroier dazu bringt, zu argumentieren, dass der Einzelne ohnehin nur 10-20 Stunden pro Woche dort verbringt (was lt. Studienordnung Besucher sämtlicher Studiengänge in ihren Fakultätsgebäuden so zu tun haben), kann ich leider nicht nachvollziehen. Im A-B Vergleich ist der Standard der technischen Fakultäten um ein mehrfaches höher als der des G40, das ist Fakt.
Wie ich heute aus einer verläßlichen Quelle erfahren habe, wird das Gebäude 40 ab 2008 einer Komplettsanierung unterzogen. Dabei wird sicher auch nicht vor den Örtlichkeiten halt gemacht.
“destroyer” möchte ich nur noch fragen was das: “Außerdem sind auf dem Hauptcampus doch viel mehr Studenten.” für ein Argument sein soll. Da wo ich her komme nennt man so etwas eine Milchmädchenrechnung. Sind auf dem Hauptcampus nicht neben mehr Studenten auch mehr Toiletten? Und trifft es nicht zu, dass das Verhältnis zwischen WCs und Studierenden auf dem Hauptcampus vergleichbar ist?
Dieses Argument ist demnach nicht so schlecht wie Zustand der Toiletten, sondern eher wie ihr Inhalt. Ich denke wir sollten das einfach runterspülen. Ganz ehrlich, von einem (Thesen-) destroyer hätte ich mehr erwartet.