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It´s about being able to fly
It´s about dying nine times
[…]
Zum Glück fehlt immer nur ein Quäntchen, das i-Tüpfelchen, die Früchte, die außerhalb der Reichweite hängen. Wenn dann, ach hätte ich doch nur, wäre, wollte, könnte ich….
Ja könnte ich doch nur so oder so sein, damit du mich bemerkst, mich siehst, mit mir sprichst. Diese selbstzerstörerische Gier zu meinen, immer genau das zu brauchen, was man niemals bekommen wird, wie etwa das schreckliche Gefühl sich wieder einmal unglücklich verliebt zu haben und die Ohnmacht, sich dagegen wehren zu können, nähren die Angst vor Zurückweisung, wieder einmal nicht gut genug zu sein und versagt zu haben. Nun, sagst du, es muss ja auch nicht immer gleich Liebe sein, vielleicht willst du erwachsen werden oder weniger schüchtern. Weniger vorlaut oder gut im Bett. Frei sein vielleicht oder glücklich. Was auch immer – höre Musik, mein Freund!
Manchmal wird mir beim Hören bestimmter Songs schlagartig alles klar. Komprimiert in dreieinhalb Minuten brechen beim Hören Gefühle hervor, für deren Entfaltung und Ausdruck ich sonst Tage brauche. Die richtigen Worte dafür finde ich sowieso nie, wieso können diese Singer/Songwriter-Typen das so verdammt gut? Und obwohl ich genau weiß, dass auch das zwanzigste Mal auf den Repeat-Button zu drücken nicht zur Verbesserung meiner Stimmung beitragen wird, tue ich es wieder. Und wieder. Und wieder.
[…]
Is it getting better
Or do you feel the same
Will it make it easier on you now
If you’ve got someone to blame
[…]
Weil soviel Wahrheit in ein paar Zeilen stecken kann, dass einem angst und bange wird. Und immer dann, wenn man im Schutze der Dunkelheit verstohlen eine Zigarette rauchend am Fenster steht, fällt der Panzer der Selbstsicherheit schneller von einem ab, als gut ist. In diesem Zustand der Nacktheit dringen die Zeilen mancher Songs so tief ins Innerste ein, dass sie wie Male auf der Seele haften bleiben, vielleicht abzutasten wie die Rillen einer alten 33er. Vielleicht wird es knacken und rauschen beim vorsichtigen Abtasten, „der viele Staub…“ wirst du sagen, aber ich weiß es besser. Es sind die Höhen und Tiefen, die die Zeit hinein gebrannt hat. Und doch wird eines Tages, vielleicht schon bald, eine Melodie erklingen, ich wünsche mir, dass dieser Soundtrack eines Tages so unverwechselbar sein wird, wie so viele Stücke, die zur Prägung dieser Platte, meiner Platte beigetragen haben werden. Und ich weiß genau – das rote Label wird gut aussehen auf dem schwarzen Vinyl und vorsichtig, ganz bedächtig fange ich an, das schöne knisternde Pergamentpapier für die Hülle zusammenzufalten: Soundtrack eines Donnerstages. Aber an der Titelfrage sind schon einige gescheitert. Doch nicht ich. Nicht ich.
Foto von Robert Smith auf Flickr


Ganz großes Kopfkino.
Dankeschön…
Nett, wieder was von Dir zu lesen…