Schau mal einer an wie klein die Welt doch ist. Manchmal ist unsere Erde wie ein Dorf, oder eben wie ein dunkler Club.
Dank „Knoppers“ findet man morgens halb zehn die nettesten und hilfsbereitesten Menschen. Doch wie sieht es nachts um halb drei aus?
Wem begegnet man da im rauchigem Dämmerlicht? Wer genau hinschaut kann einen Querschnitt unserer Population sehen.
Da mag einer nun die Stirn runzeln und sich empört auflehnen, doch lassen Sie uns sehen, auf wen man da so trifft.
Da gibt es die „Cosmopolitan“-Zicken de Luxe- Neudefinierer, die sich für etwas Besseres halten. Sie tragen Club untaugliche weiße Hosen, gesundheits- und umweltschädigende Absatzschuhe und Frisuren. Das männliche Pendant ist da nicht weit, es lehnt an der Bar und ist solariumverbräunt. Diese Machos greifen sich alle fünf Minuten in den Schritt, vielleicht weil sie sich vergewissern müssen, dass da was ist? Diese Gattung verleiht den Frauen wegen eingeschränktem Wortschatz Namen wie Puppe, Bunny oder Chicka.
Auf der Tanzfläche tummeln sich dann die coolen Jungs und Mädels. Ein kühles Blondes aus der zarten grünen Flasche in der einen, die Zigarette lässig in der anderen Hand. Anhänger dieser Schicht wollen krampfhaft anders sein und sind somit genau wie die Anderen. Sie unterscheiden sich dann noch nicht einmal durch „Arschgeweih“ oder durch schrägem Fransenponny, der wie zufällig in die Stirn fällt.
Im Schwarzlicht zucken dann ab und zu die Schüchternen vorbei. Sie sind gekommen um zu staunen oder um morgen auch mal eine Anekdote erzählen zu können. Diese Spezies liegt als erste betrunken, wenn sie Glück hat auf, sonst neben dem Sofa.
Dann trifft man auch auf pubertierende Weltverbesserer mit Dreadlocks, bei denen man denkt sie wären potentielle Läusewirte. Sie prahlen mit ihrem unkonventionellen Lebensstil und ihrer Aversion gegen Kommerz und Globalisierung, dabei nippen sie an der Coca Cola und schreiben eine Sms.
Ja das ist schon eine bunte Mischung.
Diejenigen, die eigentlich nur auf der Suche nach sich und einem Partner sind, die Wert auf Konversation legen und mit Affektation nichts am Hut haben, werden entweder als arrogant abgestempelt oder gehen im Getümmel unter.
Wenn man all diese Menschen sieht, fragt man sich was aus ihnen werden könnte und wie sie durch die Welt spazieren.
Werden sie im Büro auch die Hand im Schritt haben, weiter „individuelle“ Mitläufer sein und die „Cosmopolitan“ als Heilige Schrift verehren?
Es wäre jedenfalls nicht weiter tragisch, denn wir leben ja sowieso schon in einem Käfig voller Narren.


An sich ein nettes Thema, allerdings auch schon ein bißchen ausgelutscht. Jeder kennt diese oder ähnliche Kategorien bereits, weil jeder Mensch ( das glaube ich zumindest ) andere Menschen in solche Schubladen einsortiert. Also grundsätzlich keine neuen Klischees aber dennoch ganz gut geschrieben.
Besser wäre jedoch am Ende vielleicht noch eine Prise Selbstironie gewesen. Dem Leser wird der Eindruck erweckt als stünde die Autorin jenseits solcher Stereotypen. Das kann es doch nicht sein, oder?
Wieso ordnest du dich am Ende nicht auch einfach einer Gruppe zu, oder benennst zumindest die Eigenschaften, die dich und die jeweiligen Typen verbinden. Da heißt es mal ehrlich sein. Das wäre dann die Botschaft:
Persönlichkeit siegt am Ende doch über Klischee.
hallo marco
erst einmal ein kleines dankeschön dafür, dass dich der text trotz überstrapazierter thematik doch interessiert hat!
du hast recht, auch ich steh irgendwo mitten im club und bin nicht allein!
ich bin ehrlich:ich war mal ein anhänger der “weltverbesserer”, hab sicher auch mal unpassende kleidung getragen und ganz cool an meiner zigarette gezogen, dabei lässig ein schluck bier getrunken und mich gefreut so cool zu sein,,,
aber das ging auch vorbei und nun bin ich sicher eine von denjenigen, die als arrogant abgestempelt werden und über diese klischeehaften, aber leider doch treffenden gegebenheiten den kopf schütteln und dann lächeln, weil sie erkennen, dass das ja auch schon wieder eine gattung ist, die man überall findet, denn jeder lebt in diesem käfig voller narren,,,
auch ich,,,
bravo franziska,
ich glaube das war es was mir gefehlt hat. Dein Kommentar würde deinen Text gut abschließen. Denn du hast Recht, eigentlich sind Leute wie wir, die im Club Leute beobachten und in Schubladen stecken (an denen sicher immer auch was Wahres dran ist) nichts anderes als
eine Gruppe für sich. Die Mitglieder dieser Gruppe zeichnen sich vor allem durch eine (vielleicht übertriebene?) Angst vor jeglicher Art von Konformität aus und müssen wahrscheinlich gerade deshalb alle Menschen bestimmten Klischees zuordnen um die eigene Einzigartigkeit hervorzuheben.