… wenn die vielen Männer und die paar Frauen, die für uns die Platzhalter spielen, nicht mehr weiter wissen, müssen Imagekampagnen ran. Die sind dafür da, frische Luft und Enthusiasmus bei den einfachen Menschen von der Straße zu verbreiten, damit es uns allen wieder gut geht. Einfach mal vorbehaltlos glücklich sein und sich gut fühlen. Es geht ja im Prinzip auch schon aufwärts und vor allem vorwärts.
Und wenn ich mir letzteres nochmal durch den Kopf gehen lasse, kommen so Assoziationen in mir hoch, die ich nicht verbergen kann. Ich stell mir das dann so vor wie einst in realsozialistischen Ländern. Wo ja auch ein wenig … naja, sagen wir Propaganda betrieben wurde. Das ist im Prinzip auch nix schlechtes. Werbung ist schließlich auch nur Propaganda. Und sie ist nun wirklich nicht schlecht für uns und die Wirtschaft. Weil es Werbung gibt, können wir ganz umsonst Fülme gucken, für die mensch eigentlich viel bezahlen müsste. Auch ist es Dank gnädiger Anzeigenkunden möglich die täglichen Nachrichten investigativ recherchiert auf gedrucktem Papier zu lesen. Und schließlich ist es ja auch politische Werbung oder eben Propaganda, die uns mindestens alle vier Jahre dazu bewegt ein Kreuzchen zu machen.
Nun, die Wirtschaft weiß um die guten Seiten dieser Art von Informationspolitik und fängt schon mal ein wenig früher an, unsere Bürgerseele mit einer “Mutmacher-Kampagne für Deutschland” zu streicheln, die auf den wundervollen Namen hört: Du bist Deutschland. Johnny vom Spreeblick muss natürlich gleich rumnörgeln, und meint “Ihr, nicht ich!”. Aber ich frage mich, warum so viel Aufwand – immerhin 30 Millionen Euro wert – für diesen Propagandafeldzug betreiben, wenn das doch alles schon mal dagewesen ist. Ich schlage vor einfach ein wenig PR-Recycling zu betreiben. Ich habe da schon mal einen Anfang gemacht, indem ich die Poster für die 30-Jahr-Feierlichkeiten der DDR syncronisiert habe. Ich wollte das nicht gleich alles ummogeln, weil doch dann die kreativen Werber nix mehr zu tun hätten. Und das wäre ja auch wieder nicht so gut für die Wirtschaft. Und weil es ja auch die ersten Meckereien gab, schlage ich einen alternativen Slogan vor: 60 Jahre Friede, Freude, Freier Markt.

(Originalbilder vom German Propaganda Archive)
Als Test füge ich mal eine MP3-Datei mit dem von mir vorgelesenen Text an. Das klingt zwar erbärmlich, ist aber als Experiment völlig legitim:


Ich bin mir nicht so sicher, ob es ein normales Phänomen ist, dass man sich selbst nicht gerne zu hört, aber ich empfinde das schon so. Da bin ich ganz ehrlich. Abgesehen davon, möchten wir in Zukunft ausgewählte Texte immer mal vorlesen, vortragen und sogar akustisch schauspielen, wofür dies hier nur the bloody beginning ist. Wer hat Lust meine Texte vorzulesen? Ich würde dann währenddessen mit jeglichen Gegenständen improvisierte Akustik herstellen.
Einen Text zu lesen, sich ihn dann anzuhören, klingt sehr verlockend. Dein 1. Versuch klang zwar noch etwas holprig, die Idee und der Versuch sind aber lobenswert! Doch glaube ich eher, dass das schriftliche Medium in Form einer gedruckten Ausgabe mehr Anklang finden wird. Auch musste ich meinen Player ausstellen/ “Pausen” um deiner lesung zu lauschen. Liest man etwas selbst, so ist der musikalische Hintergrund von jedem User selbst wählbar; ich finde das sollte man bedenken; oder sehe ich das nur so.
Na ja ich glaub da könnte man schon was drehen, damit du Musik und Text gleichzeitig hast. Ich finde es eigentlich sehr gut gelungen. Natürlich schafft man es wohl so auf die Schnelle nicht immer ohne einen kleinen Fehler zu lesen aber das stört glaube ich nicht so. Ich denke es ist normal, dass man sich selbst nicht so gerne hört, ich höre dir jedoch gern zu Marian. Es besteht ja schließlich auch die Möglichkeit, dass ein anderer die Texte liest aber das wär doch schade drum.