Guerilla Gardening kommt nach Magdeburg

pbo31 von Flickr

Jedenfalls wünschen sich das die Gartenguerrilleros Gregor Schneider (Stadtplaner) und Oliver Schilling (Architekt) von Raum391 [1]. Um diesem Anliegen weiter Anschub zu verleihen, gab es jüngst im ÖZIM einen Vortrag, den ich verpasst habe, und der Blog zur Bewegung ist auch schon eingerichtet [2]. Auf dem Blog liest mensch dann auch, was die Motivation ist: “Wir sind Bürger. Wir haben Pflichten. WIR SIND MAGDEBURG.” Dann kann dem Partisanenkampf für ein noch grüneres, bunteres und schöneres Magdeburg ja nix im Wege stehen. Die Blumenbewegung sucht auch Sponsoren und zu bestellen sind die Gartenguerrilleros auch noch. Guerilla Gardening [3] ist eine feine Sache, aber ebenso wie gutes Graffiti und Streetart bedarf es nicht zwangsläufig einer eingeschworenen Öffentlichkeit oder Sponsoring, sondern der klandestinen Aktion und des dazugehörigen subversiven und kreativen Potenzials. Wie Schneider und Schilling das urbane Gärtnern anpreisen, erinnert ein wenig an Sauberkeitskampagnen der Magdeburger Stadtverwaltung.

Der Witz (lies: die Tragik) ist doch, dass Schönheit blumenverzierter Verkehrsinseln oder Sauberkeit hundekotbefreiter Gehwege die gesamtgesellschaftliche Scheiße unberührt lassen. Sicher, wenn wir uns beim gemeinsamen urbanen Gärtnern besser kennen lernen, ist das schon mal etwas. Blumenbeete sind toll, keine Frage. Aber was ist mit Ernährung? Brachflächen ungefragt zu begrünen ist nett… Ist es aber möglich darauf Gemeinschaftsgärten zu starten? Wie war das noch mal mit Privateigentum? Welche Rolle spielt freies Saatgut im agrarindustriellen Kontext? Ich bin gespannt, was sich aus der Idee hier in Magdeburg ergibt. Aber es kann beim Guerilla Gardening um mehr gehen als ums Aufhübschen öder Innenstädte.

Links:
[1] Raum391: http://www.raum391.de
[2] Projektblog: http://seed391.wordpress.com
[3] Guerilla Gardening auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla_Gardening

Foto von pbo31: http://flickr.com/photos/pbo31/120892044/

Dies ist eine schamlose Wiederverwertung aus meinem persönlichen Weblog

2 Antworten zu “Guerilla Gardening kommt nach Magdeburg”


  1. 1 I'm a liquid

    Vielleicht sollte man das Phänomen als “Guerilla Guardening” bezeichnen: Zementierung bestehender Zustände unter dem Deckmäntelchen der Subversion.

  2. 2 Basti

    Pah, als wenn das sowas neues wäre! Aus purer Faulheit und zur “Freude” meiner Gartennachbarn betreibe ich das schon seit Jahren!

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