Ich habe es getan. Ich habe Software gekauft.

Entgegen dem Strom der OpenSource-Welle habe ich mich gestern dazu entschieden, Lizenzen für drei „kleinere“ Programme zu erwerben, die meinen Computeralltag versüszen und vereinfachen. Ich verwende diese Programme schon länger, habe aber nie wirklich erwogen, für sie zu bezahlen, weil sie in einer Art Demo-Modus recht gut funktionierten. Warum auch für etwas bezahlen, was auch so funktioniert?

„Look Honey, I bought something today!“ - „Oh darling, I

Es ist vielleicht nicht das absurdeste auf der Welt für Software Geld auszugeben, schlieszlich meinen manche sogar, dass es „nicht nur ein Verbrechen, sondern auch eine Gefahr für Daten und Rechner“ darstellt, wenn man für seine Software nicht bezahlt. Nun das habe ich nicht unbedingt in meine Überlegungen eingeschlossen, aber vieles davon hat ja auch damit zu tun, Softwarepiraten gehörig Angst einzujagen. Ich erinnere nur an die leidige ‘Kinowerbung’ gegen Raubkopierer – läuft die eigentlich noch? Bin seidem nicht mehr im Groszsaalkino gewesen.

Meine Entscheidung für den Erwerb der im Folgenden vorgestellten Software, war nicht von Angst vor der BSA geprägt, sondern von einer durchweg positiven Erlebnis mit der Software. Täglich trägt sie einen wesentlichen Teil zur Freude am Gerät bei, was mich dann auch schlieszlich dazu bewogen hat, endlich den Entwicklern monetär dafür zu danken. Ich bin mir natürlich dessen bewusst, dass ich nun auch den gröszten Schwindel des Konsumismus erlegen bin, indem ich mir durch den Erwerb von Produkten ein gutes Gefühl verschaffe. Dieser Artikel hier ist übrigens auch nur eine Art Produkt dieses ‘feeling good’-Faktors.

SubEthaEdit IconDas erste Werkzeug ist SubEthaEdit von den CodingMonkeys aus München. Es ist ein leichtgewichtiger Texteditor, der in erster Linie für die Fähigkeit bekannt wurde, kollaboratives Texterstellen via Netzwerk zu unterstützen, ohne dafür vom Nutzer groszen Konfigurationsaufwand abzuverlangen. Dafür aber habe ich ihn bislang noch nicht verwenden können. Vielmehr ist er mein Allzweckeditor für jeglich Art Textarbeit. So verwende ich ihn, um in Seminaren und Vorlesungen Notizen zu machen, um mit Hilfe von LaTeX Hausarbeiten zu schreiben und um meine Internetseitenabenteuer zu bestreiten. Bei letzteren beiden ist anzumerken, dass SubEthaEdit ein hervorragendes Code Highlighting macht, welches über Module erweitert werden kann. Interessant ist auch das Lizenzmodell, welches nur die kommerzielle Nutzung mit $35 in Rechnung stellt.

Transmit IconDie zweite Software ist Transmit von Panic aus Portland (Oregon), über die es eigentlich nicht viel zu schreiben gibt, auszer dass sie eben genau das tut, für was sie sich ausgibt. Transmit ist ein FTP-Programm, womit ich Dateien auf Webserver hoch- bzw. runterladen kann. Da der Finder in Mac OS X nur den Lesemodus von FTP unterstützt – und das auch nur sehr schlecht – ist Transmit ein Muss für jeden Webentwickler. Sehr angenehm ist die Möglichkeit, Textdateien vom Server ‘direkt’ mit Hilfe eines externen Editors (z.B. SubEthaEdit) zu ändern. Das erspart oft redundantes hin- und herschieben. Dafür dass Transmit einen essentiellen Teil meiner Webarbeit einnimmt – nämlich das ‘online-machen’ – ist es seine $30 wert.

OmniGraffle IconDas dritte Programm ist OmniGraffle von der Omni Group aus Seattle, ein Flow-Chart Programm, mit dem ich schon mehrere Mindmaps für komplexe Themengebiete wie Computergraphik oder Psychologie erstellt habe. Das Schöne an Mindmaps ist, dass sie die Linearität, wie man sie aus Textdokumenten kennt, durch semantische Verknüpfungen ablösen und somit einen besseren Überblick verschaffen. OmniGraffle hilft einem dabei mit einer Vielzahl an praktischen Features, wie zum Beispiel die automatische Erstellung eines Layouts. Da ich es nur für Unizwecke nutze, ist der Education Preis von $42 noch zu ertragen.

Abgesehen davon, dass diese drei Werkzeuge genau das machen, wofür sie beworben sind, ist es mehr als die Funktionalität, was sie so attraktiv macht. Die Entwickler aus München, Portland und Seattle haben viel Liebe ins Detail investiert, damit ihre Software den Vorgaben aus den Apple Human Interface Guidelines folgen und somit eine konsistente Oberflächen- und Interaktionsgestaltung ermöglichen. Sie wissen, dass Software ihr Potenzial nur im Kontext mit anderer Software entfaltet und orientieren sich daher an ein ganzheitliches Oberflächenkonzept, was über die Öffnen- und Sicherndialoge hinausgeht. Wenn ich zwischen diesen Programmen wechsele, bewege ich mich nicht zwischen Welten sondern fühle mich zu Hause. Es macht Spasz, Software zu verwenden, die diesen hohen Ansprüchen gerecht wird.

2 Antworten zu “Ich habe es getan. Ich habe Software gekauft.”


  1. 1 uwe

    Den nun angebrachten Glückwunsch meiner seits hätte ich mir auch sparen können, doch stellt dein Artikel eine Aussage dar, die ich (Uwe) hätte mit meinem auch erreichen können. Es freut mich zu hören, dass du deine hart verdienten €s für etwas ausgegeben hast, wofür intelligente und fähige Menschen Zeit und Hingabe inverstiert haben. Auch stellts du eine Aussterbende Gattung User dar, die sich legal des Entwicklungsprozesses auf dem Sektor der Software bedient!

  2. 2 marco

    Also das nenne ich mal ein Statement:
    Hier, ich hab mir was gekauft und bin auch stolz darauf.
    Es ist manchmal schon seltsam wie manche Menschen ständig darüber erzählen können was und für wieviel sie gerade wieder erworben haben. Wobei sich die Qualität des Produktes scheinbar nur über den Preis definiert.
    Wiederum andere Menschen scheinen sich geradezu dafür zu schämen etwas zu konsumieren. Und wenn schon etwas erworben wird, was nicht dem Überleben nutzt, dann möglichst billig, im besten Fall kostenlos.
    So. Jetzt kommt du nun also daher und sagst: Das habe ich gekauft und das habe ich dafür bezahlt. Dabei geht es dir aber nicht um den Preis. Du hättest die Programme ja auch weiter kostenlos als Demo nutzen können. Nein, es geht um den Wert den die Produkte für dich persönlich haben und so verstehe ich jetzt auch Uwes Artikel, denn ich glaube, dass meinte er wohl auch. Dazu könnt ihr beiden nun wirklich stehen.

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