Manchmal sagen Zahlen mehr als tausend Worte. Ein A4-Blatt ganz normalen Druckerpapiers wiegt ca. 5 Gramm, das Heft ‘Der Amateur #5′ wiegt etwa 45 Gramm. Jeder einzelne Mensch in diesem Land liest, beschreibt, zerreißt, ignoriert, entsorgt, kurzum verbraucht im Jahr ca. 233 Kilogramm Papier, Pappe und Karton (Stand 2005). Theoretisch sind das 46.600 A4-Seiten oder 5178 Hefte von ‘Der Amateur’. Im Jahr 1950 waren es nur 32 Kilogramm pro Einwohner. Sind wir in dieser Zeit ein Volk von Bücherwürmern und Leseratten geworden? Oder erging es dem Papier nur wie anderen natürlichen Ressourcen, wie etwa Wasser, Energie und Nahrung? Steigt die verfügbare Menge eines Gutes, sinkt sein Wert. Für diese Einsicht braucht Mensch keinen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften. Mit dem Überangebot an Papier verliert jedoch nicht nur das Material an Wert für uns, sondern auch die Ideen, welche es treu bis zu seinem Ende beherbergt. Heute waten wir in einer Flut von gedruckten Konsumanreizen und Printprodukten von mannigfaltiger Quantität, aber zweifelhafter Qualität. 233 Kilogramm, 46.600 A4-Seiten, angesichts dieser Zahlen verliert sich, was davon zählt. Aus diesem Grund hat sich ‘Der Amateur’ für ein Geben und Nehmen entschieden. Jedes Heft wird zu 100% auf recyceltem Papier gedruckt und teilweise aus dem Recycling von bedrucktem Papier finanziert.
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Jedenfalls wünschen sich das die Gartenguerrilleros Gregor Schneider (Stadtplaner) und Oliver Schilling (Architekt) von Raum391 [1]. Um diesem Anliegen weiter Anschub zu verleihen, gab es jüngst im ÖZIM einen Vortrag, den ich verpasst habe, und der Blog zur Bewegung ist auch schon eingerichtet [2]. Weiterlesen von ‘Guerilla Gardening kommt nach Magdeburg’

Wer einmal umgezogen ist, kennt das Phänomen. Es hat sich mit der Zeit einiges zusammengetragen. In Schubläden, Schränken und Kisten. Auf Ablage, Tisch und Fensterbrett. Es sind Dinge, die einst nützlich, interessant oder bedeutend waren, aber mit der Zeit wurde aus der Ansammlung von Unikaten eine Dinghalde. Wie sie da so liegen, sich in den Vierwänden zusammenrotten, verlieren die Dinge langsam aber sicher die frühere Wertschätzung und werden zu bedrückendem Ballast.
Weiterlesen von ‘Die Dinge, die uns besitzen’

Die Eröffnung eines Figurformungszentrums in Magdeburg mit dem wunderbaren Slogan ‚design your body’ ist Anlass der Auseinandersetzung mit dem Körper als zu bearbeitender Dauerbaustelle. Nun ist festzustellen, dass der Fleischberg, den wir Körper nennen, neuerdings auch in soziologischem Kontext intensiv debattiert wird. Lange Zeit galt er als etwas biologisch Gegebenes und niemand wäre auch nur auf den Gedanken gekommen, ihn unter soziologischen Gesichtspunkten zu verhandeln.
“Ha, weit gefehlt!”, ruft uns da der gemeine Soziologe entgegen. Stellen wir uns einen zerzausten Unausgeschlafenen vor, jener welcher wohl in irgendeiner Großstadt in den letzten Nischen des verrauchten Milieus an einer Tasse schwarzen Kaffees nippt.
„Die Körperdebatte ist mir durchaus nicht fremd, obschon sie vor noch nicht allzu langer Zeit in soziologischen Kreisen schlichtweg nicht verhandelt wurde…“.
Nun, das erwähnte ich bereits.
Weiterlesen von ‘Der Körper als Mittel zum Zweck’
Wundersame Werbewelten. Ein Land jenseits von Gut und Böse, die Grenze zur Debilität unumkehrbar überschritten. Sein Souverän: flauschige Vogelküken und nackerte Wonneproppen, die aus großflorigen Badetüchern die Beisichgebliebenen grüßen. Seine Hauptstadt: Alzheimer City. Weiße Riesen waschen die Gehirne der Konsumenten windelweich und blütenfrisch, untermalt von endlosen Seifenopern.
Dieser Idylle vorgelagert ist ein Suburbia namens Leno®. Seinen Bewohnern konnte dank ihrer voraus getragenen Duftmarke bisher unaufwändig aus dem Weg gegangen werden. Das soll sich nun jedoch ändern: was gestern noch eine aufdringlich müffelnde Lauge war, die für teuer Geld hochtechnologisch in Klärwerken dem Abwasser abgerungen wurde, ist zu Lenor Mystery mutiert worden. Und das geht dann wahrscheinlich so:
Weiterlesen von ‘Brainwashing – Gehirne im Weichspülgang’
Objet trouvé, gefunden auf dem www-Portal alicun.com. Originaltext spanisch, auf deitsche Sprack abgerufen, ganz offensichtlich automatisch übersetzt:
Vergessen Sie nicht, um unsere Bedingungen in zu lesen und anzunehmen der verbundene Messwert. , wenn Sie fortfahren, materielle unsere zu verwenden, verstehen wir, die sie annehmen, andernfalls sollten das Netz nur lassen
Die Quantität der Frontseiten, die hier rechts erscheinen, sie sind real, sind sogar Bargeld die, die gerade gestiegen sind, das heißt, daß das Maß durchgeführtes Al dieselben wie die Besuche online ist, in der realen Zeit
Als der Rettungswagen morgens gegen fünfe doch noch eintraf, war bereits alles vorbei: die Gans gegessen, die Lieder gesungen, die Tanne abgebrannt. Die Familie stand um ein altes Ölfass gedrängt und wärmte ihre Hände an einem rußigen Feuer aus dürrem Holz und Magerquark. Fortgeworfene Zigarettenkippen wurden aufgelesen und herum gereicht – Schiffszwieback und Rumverschnitt machten die Runde.
Unser Opa lag zu diesem Zeitpunkt bereits unter Verpackungsmaterialien begraben; nur die rostige Spitze seiner Pickelhaube überragte den Zellstoffberg und gab Kunde von verlorenen Schlachten: vor Verdun, vor Stalingrad, vor Waterloo und Dünkirchen; von Granatsplittern, von Schützengräben, Schürzenjägern und Herzattacken.
Der Amateur kocht. Heute: Aus der Reihe “Urbane Spezialitäten – Gummi-Flunder auf scharfem Glasscherben-Sorbet”.

Zutaten:
1 Handvoll Glassplitter (vorzugsweise von 2 Flaschen besten Sternburger-Pilses)
1 Idee Nägel
2 EL Reißzwecken
100g scharfe Rosen-Dornen
1 Messer
1 ahnungsloser Radfahrer
1 Stück Weg 2×2m oder Radweg 1×2m
Zum guten Gelingen gehören außerdem ein oder mehrere Radfahrer mit intakter Bereifung.
Hobbyköche können sich mit diesem exklusiven Rezeptvorschlag auf einschneidende Genüsse freuen!
Weiterlesen von ‘Ich fahr’ auf Glas oder: Der Reifen ist rund’
Die Mission “FH-Neue-Leute-Rekrutierung” ist nun endlich gestern über die Bühne gegangen. 20 Minuten reichten uns -Marco und mir- dann schlußendlich aus, um im Hörsaalgebäude der FH die alten Ausgaben des Amateurs unter die Studierenden zu bringen. Mit ein Paar informativen Gesprächen konnten wir – so denken und hoffen wir – einige neue Mitglieder gewinnen. Wenn der gestrige Tag wirklich erfolgreich gewesen sein sollte, dann wird sich das am nächsten Montag um 19 Uhr in der Schreibwerkstatt zeigen. Wir freuen uns auf alle neuen Schreiberlinginnen und Schreiberlinge und heißen Euch alle herzlich willkommen.
Nachtrag:
Ich wollte nur noch mal unterstreichen, dass wir keine apple-Vertragshändler sind und in der FH nicht auf Verkaufstournee waren. Etwaige Vermutungen – das Bild könnte so interpretiert werden – sind flasch. (Marco wurde nämlich angefragt, ob sein MacBook zu verkaufen sei. Wir verneinten natürlich.)





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