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	<title>Der Amateur &#187; Bürger, Bosse und Beamte</title>
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		<title>Kein Selbstmord am Samstag</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 04:13:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Städtische Gemeinschaftsgärten für eine bessere Welt

Mit dem Song Samstag ist Selbstmord besang die Hamburger Band Tocotronic einst die Trostlosigkeit des Wochenendes, das mit Gemütlichkeit, Gartenarbeit und zu viel Freizeit noch die ganze Menschheit zugrunde richten würde. Tocotronics Ablehnung einer ritualisierten Freizeitgestaltung im übergemütlichen Garten mag harsch ausfallen, aber sie steht für die verbreitete Auffassung, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Städtische Gemeinschaftsgärten für eine bessere Welt</strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/anarchitect/3778933839"><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/08/samstag1.jpg" alt="Community Garden in Cambridge, Massachusetts" /></a></p>
<p>Mit dem Song <em>Samstag ist Selbstmord</em> besang die Hamburger Band Tocotronic einst die Trostlosigkeit des Wochenendes, das mit Gemütlichkeit, Gartenarbeit und zu viel Freizeit noch die ganze Menschheit zugrunde richten würde. Tocotronics Ablehnung einer ritualisierten Freizeitgestaltung im übergemütlichen Garten mag harsch ausfallen, aber sie steht für die verbreitete Auffassung, dass Gartenbau langweilig, rückständig und bieder sei. Diese Vorstellung ist in Deutschland sicherlich geprägt durch die Mehrzahl an Gärten, die eingezäunt in Einfamilienhaussiedlungen und Gartensparten für den Rückzug in die private Monotonie stehen.<br />
<span id="more-758"></span></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/anarchitect/3763810793"><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/08/samstag2.jpg" class='alignright' alt="Community Garden in Somerville, Massachusetts" /></a></p>
<p>Im Kontrast dazu erleben wir gerade weltweit insbesondere in Nordamerika ein Aufkeimen offener Gemeinschaftsgärten (community gardens), in denen Städter unabhängig von Herkunft, Alter und Einkommen gemeinsam Gemüse anbauen. Die Flächen werden den Gärtnern in der Regel von der Stadt günstig oder kostenlos zur Verfügung gestellt, zum Teil unter der Voraussetzung, dass in erster Linie Essbares angebaut wird und der Garten der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Die Beete werden dann entweder gemeinschaftlich oder individuell kultiviert, was bedeutet, dass es normalerweise mehr Gärtner pro Fläche gibt als in hiesigen Gartenvereinen. Somit müssen die Gärtner nicht ihre ganze Freizeit der Gartenpflege widmen und können während Reisen die Wässerung und Ernte einfach auf andere Gärtner übertragen.</p>
<p>Die Motivationen sich in einem Gemeinschaftsgarten zu betätigen sind so vielfältig wie die Gärtner selber. Jene Mitmenschen unter uns, die sich tagsüber mit digitalen und leblosen Sachen verdingen, schätzen es mit allen Sinnen mit der (kultivierten) Natur in Berührung zu kommen. Gärten schmecken und riechen dufte, fühlen und hören sich äußerst gut an und schauen darüber noch fantastisch aus. Gartenanfänger müssen sich nicht auf die Beackerung einer großen Fläche verpflichten und können leicht von den Erfahrungen anderer lernen. Sich in Gemeinschaftsgärten zu engagieren heißt oft auch etwas für die Gemeinschaft zu tun, denn oft wird ein Teil der Erträge an Volx- und Suppenküchen, Frauenhäuser und Obdachlosenheime weitergegeben.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/anarchitect/3779722970"><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/08/samstag3.jpg" class='alignleft' alt="Community Garden in Somerville, Massachusetts" /></a></p>
<p>Zwar säumt der grüne Teppich nach wie vor die Grundstücke der meisten amerikanischen Vororte, allerdings haben sich über die letzten Jahre Gemeinschaftsgärten kontinuierlich in urbanen Ballungsräumen ausgebreitet. Dieser Trend wird sicher im Laufe der aktuellen Wirtschaftskrise und bei weiter steigenden Lebensmittelpreisen anhalten. Das weltweite Aufkommen von Gemeinschaftsgärten scheint wie eine Renaissance einer fast vergessenen Gartenbewegung. Die frühen Kleingärten waren aus der Armut und Unterernährung unter der städtischen Arbeiterschicht entstanden. Später wurden sie zunehmend auch als naturnaher Ort der Erholung und Entspannung verstanden. Während diese Faktoren auch für die heutigen Gemeinschaftsgärten gelten, sind letztere auch von aktuellen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen beeinflusst.</p>
<p>Viele Menschen sind der Agrar- und Lebensmittelindustrie zunehmend misstrauisch und möchten wissen wo ihre Nahrungsmittel herkommen. Bei Gemüse aus einem städtischen Gemeinschaftsgärten können sie sich sicher sein wo und wie es angebaut wurde. Ein Gemeinschaftsgarten kann auch ein offener Ort der Begegnung zwischen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen sein. In Deutschland wurde das Konzept interkultureller Gärten entwickelt, in denen Migranten und Deutsche aufeinander treffen und Erlebtes austauschen. Insbesondere für Flüchtlinge aus Krisengebieten können diese Gärten als Ort praktischer Solidarität und Therapie gesehen werden. Gemeinschaftsgärten sind oft auch fassbare Projekte basisdemokratischer Selbstverwaltung, in denen Gärtner gemeinsam über Fruchtfolge, Arbeitsverteilung und Kulturveranstaltungen entscheiden.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/anarchitect/3737592337"><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/08/samstag4.jpg" alt="Community Garden in Calgary, Kanada" /></a></p>
<p>Betrachtet mensch die großen Herausforderungen unserer Zeit wie globale Erwärmung, soziale Entfremdung und politische Ohnmacht, so stellt ein Samstag im Gemeinschaftsgarten keinen Selbstmord sondern einen spannenden, lokalen und konkreten Handlungsansatz dar. Städtische Gemeinschaftsgärten reduzieren Transportwege und Preise von ökologischen Lebensmitteln erheblich, bringen Menschen verschiedener Hintergründe näher zusammen und schaffen ein Stück Selbstbestimmung in einem weitgehend fremdbestimmten Alltag.</p>
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		<title>Brot am Haken</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/brot-am-haken/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 06:28:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>
		<category><![CDATA[Brot Haken Bäckerei sozial Engagement Magdeburg Utopie]]></category>

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		<description><![CDATA[
Man stelle sich folgende Szene in einer Bäckerei vor: 
„Schönen Guten Tag.“
„Guten Tag.“
„Was kann ich für Sie tun?“
„Ähm, ich hätte gerne eine Berliner Kruste, geschnitten. Und dann geben Sie mir bitte noch drei Röggelchen und zwei normale Brötchen.“
„Die rRunden oder länglichen?“
„Die runden bitte. Und wenn es geht, die etwas dunkleren.“
„Das macht dann vier achtzig. Kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.uwepasbrig.de/index.php?showimage=66"><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/07/Brot_am_Haken2.JPG" alt="Brot_am_Haken" width="500" height="273" class="aligncenter size-full wp-image-730" /></a></p>
<p>Man stelle sich folgende Szene in einer Bäckerei vor: </p>
<p>„Schönen Guten Tag.“<br />
„Guten Tag.“<br />
„Was kann ich für Sie tun?“<br />
„Ähm, ich hätte gerne eine Berliner Kruste, geschnitten. Und dann geben Sie mir bitte noch drei Röggelchen und zwei normale Brötchen.“<br />
„Die rRunden oder länglichen?“<br />
„Die runden bitte. Und wenn es geht, die etwas dunkleren.“</p>
<p>„Das macht dann vier achtzig. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“<br />
„Ja. Ich kaufe noch ein Brot am Haken. Ein kleines Landbrot bitte.“<br />
„Vielen Dank. Das macht dann zusammen fünf fünfundneunzig.“<br />
„Okay.“</p>
<p>Auf den ersten Blick klingt der kurze Verkaufsdialog wie ein ganz normales Gespräch beim Einkauf des Bäckers deines Vertrauens. Auf den zweiten Blick dann aber vielleicht doch nicht ganz. Brot am Haken: „Was soll denn das sein?“<br />
<span id="more-724"></span> In der aktuellen Finanzkrise, in der immer mehr Menschen durch die unverantwortlichen Kapitalmarktspekulationspraktiken einiger gieriger Bänker und Broker ihren Job verlieren, Kürzungen ihrer Gehaltschecks hinnehmen müssen oder aus Angst vor der finanziellen Ungewissheit ihr Konsumverhalten umstellen, können sich immer mehr Menschen in unserem Land nicht einmal die nötigen Grundnahrungsmittel leisten. Immer öfter überlegen sie, ob der Geldbeutel wirklich den Kauf eines frischen Brotes oder Brötchens beim Bäcker möglich macht. Und immer öfter sieht man, dass sie, anstatt frische Teig- und Brotwaren zu kaufen, zum günstigeren Pendant im Supermarktregal greifen oder ganz darauf verzichten. Die Aktion Brot am Haken könnte solchen Menschen helfen.<br />
Die Sache ist im Grunde ganz einfach:wie der Dialog oben bereits gezeigt hat, kann der Kunde beim Bäcker zusätzlich zum Einkauf ein Brot oder eine Tüte Brötchen oder was er sonst so will kaufen und den Kassenbon dafür dann an einen Haken über der Ladentheke hängen. Der Bäcker muss erst einmal nichts weiter tun. Lediglich die Haken sollte er vor dem Beginn der Aktion entweder über der Theke oder an einem anderen Ort im Laden angebracht haben.<br />
Kommt nun ein „bedürftiger Kunde“ herein und nimmt sich den Bon vom Haken, so packt der Bäcker die „gespendeten Teig- oder Brotwaren“ in die Tüte und reicht sie der Person. Und sollte an dem Tag der Spende der Bon nicht eingelöst werden, so bleibt er eben so lange hängen, bis ihn doch jemand vom Haken nimmt.</p>
<p>Die Idee/ Aktion habe nicht ich mir ausgedacht – aber sie ist es unbedingt wert, nach Außen getragen zu werden. Sie stammt aus Hamburg. Dort soll es eine Bäckerei geben, die Brot am Haken anbietet. Sie gibt „Bedürftigen“ die Möglichkeit, kostenlos und, ohne öffentlich und direkt betteln zu müssen, ein frisches Brot oder eine Tüte Brötchen zu erwerben. Anonym und ohne viel Aufsehens für den „Bedürftigen“ wird so eine Form von sozialer Hilfe (Sachspenden- Hilfe, soziale Hilfe wäre eine Hilfe wie z.B. Kinderbetreuung) in Spendenform (nicht finanziell) angeboten.<br />
Der Partner für eine solche Aktion sollte idealer Weise ein Bäcker/ eine Bäckerei-Kette sein, wo viele Leute ihr Brot kaufen. Das Klientel sollte gemischt sein: Leute die geben können und Leute die nehmen würden. Denn wenn das Gleichgewicht nicht gegeben ist (zu viele Brot am Haken-Spender und zu wenig „Bedürftige“), würde sich die Aktion nur bedingt lohnen. Andersherum allerdings (viele „Bedürftige“ und wenig Brot am Haken-Spender) würde sich die Sache immer lohnen.</p>
<p>* die Preisnennung ist willkürlich</p>
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		<title>Wall Street $tuka</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/wall-street-stuka/</link>
		<comments>http://www.deramateur.de/blog/wall-street-stuka/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2009 17:10:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>
		<category><![CDATA[Stuka]]></category>
		<category><![CDATA[Wall Street]]></category>

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		<description><![CDATA[Let us etwas vormachen.
Let&#8217;s uns etwas vormachen!
Let uns ourself vorkommen lassen
als wären wir die Letzten, Einzigen, Wahren,
und morgen wär erst übermorgen.
Let&#8217;s uns etwas vormachen!
Let us einen Flakscheinwerfer kaufen
der uns in mildem Licht erstrahlen lässt.
Der um seiner selbst gewaehltigen Willkür und Leuchtkraft willen
Unbescheidenheit zur Zierde erklärt!
Unbescheidenheit zur Zierde erklärt
und New York durch ourself ersetzt!
Let&#8217;s us erscheinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Let us etwas vormachen.<br />
Let&#8217;s uns etwas vormachen!</p>
<p>Let uns ourself vorkommen lassen<br />
als wären wir die Letzten, Einzigen, Wahren,<br />
und morgen wär erst übermorgen.</p>
<p>Let&#8217;s uns etwas vormachen!<br />
Let us einen Flakscheinwerfer kaufen<br />
der uns in mildem Licht erstrahlen lässt.<br />
Der um seiner selbst gewaehltigen Willkür und Leuchtkraft willen<br />
Unbescheidenheit zur Zierde erklärt!<br />
Unbescheidenheit zur Zierde erklärt<br />
und New York durch ourself ersetzt!</p>
<p>Let&#8217;s us erscheinen lassen, wir wären wir,<br />
wären wir?<br />
wären wir selbst aus Unbescheidenheit &#038; zweifelhafter Neigung.</p>
<p><a href="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/let-us-etwas-vormachen_final1.jpg" title="Graphischer Text"><br />
<img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/let-us-etwas-vormachen_preview1.jpg" alt="let us etwas vormachen graphischer Text" title="let us etwas vormachen" class="alignnone size-full wp-image-653" /><br />
</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8216;Wir bezahlen eure Krise nicht&#8217;</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/wir-bezahlen-eure-krise-nicht/</link>
		<comments>http://www.deramateur.de/blog/wir-bezahlen-eure-krise-nicht/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2009 16:26:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.deramateur.de/blog/?p=670</guid>
		<description><![CDATA[Die Verteilung des Nettovermögens auf die Bevölkerung in Deutschland zeigt der Wochenbericht 45/2007 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung:

Die reichsten 1% besitzen über 20% des Vermögens.
Die reichsten 10% besitzen etwa 60% des Vermögens.
Die ärmsten 10% besitzen &#8211; 1,6% des Vermögens, also Schulden.
Die reicheren 50% besitzen 99,9% des Vermögens.
Die ärmeren 50% besitzen 0,1% des Vermögens. 
Und finanzielles [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Verteilung des Nettovermögens auf die Bevölkerung in Deutschland zeigt der <a href="http://www.diw.de/documents/publikationen/73/74780/07-45-1.pdf">Wochenbericht 45/2007</a> des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung:</p>
<blockquote><p>
Die reichsten <strong>1% besitzen über 20%</strong> des Vermögens.<br />
Die reichsten <strong>10% besitzen etwa 60%</strong> des Vermögens.<br />
Die ärmsten <strong>10% besitzen &#8211; 1,6%</strong> des Vermögens</strong>, also Schulden.</p>
<p>Die reicheren <strong>50% besitzen 99,9%</strong> des Vermögens.<br />
Die ärmeren <strong>50% besitzen 0,1%</strong> des Vermögens. </p></blockquote>
<p>Und finanzielles Vermögen bedeutet MACHT.</p>
<p>Eine Analyse des <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,604619,00.html">größten Bankraubs aller Zeiten</a> liefert René Zeyer im Manager Magazin:</p>
<blockquote><p><em>Es war ein Komplott von ein paar zufällig an den Schalthebeln Sitzenden, die sich maßlos bereicherten, gegen den Rest der Menschheit &#8211; wo jeder sein Scherflein beigetragen hat und noch beitragen wird zu diesem neuen Reichtum der wenigen Räuber.</p>
<p>Wenn man die allein im Hypothekarsektor angefallenen Kommissionen, Fees, Spesen, Kickbacks und Boni auf konservativ geschätzte zehn Prozent der in den letzten drei Jahren im &#8220;Financial Engineering&#8221; umgesetzten 10.000 Milliarden Dollar ansetzt, dann handelt es sich nur hier schon um einen Diebstahl von 1000 Milliarden Dollar. Das gibt dem Wort Banküberfall eine ganz neue Bedeutung, dagegen verblassen die gesammelten Raubzüge der Geschichte der Menschheit.</em></p></blockquote>
<p>Ebenfalls im Manager Magazin werden von Henrik Müller einige <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,608516,00.html">mögliche Szenarien</a> für die kommenden Jahre beschrieben. Ein sehr wahrscheinliches:</p>
<blockquote><p><em>Kalte Sanierung. Seriös, aber schmerzhaft. Der Staat erhöht seine Einnahmen, indem er den Bürgern mehr Geld abknöpft. Die Steuerquoten steigen. Zugleich werden die Ausgaben zurückgefahren. </em></p></blockquote>
<p><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/14678541924994e6e7e6b46000089905-150x150.jpg" alt="Wolf Wetzel" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-696" />Den deutlichen Standpunkt <a href="http://muenchen.verdi.de/politik_vor_ort/wir_bezahlen_eure_krise_nicht"><strong>&#8220;Wir bezahlen eure Krise nicht&#8221;</strong></a> vertritt allerdings neben Ver.di auch Wolf Wetzel, der am <a href="http://londeroth.org/~terminemd/terminemd/fau-veranstaltung-in-der-linkskurve-leiterstrase-2/">06.02. in der Linkskurve</a> gelesen und diskutiert hat. Wobei &#8220;wir&#8221; genau diejenigen sind, die dieses Fiasko <a href="http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/prekaer/wetzel.html">nicht zu verantworten</a> haben und uns nicht auf unseren Jachten in der Südsee werden trösten können.<br />
<span id="more-670"></span></p>
<p>Dokumentiert durch die AG Friedensforschung der Universität Kassel beschreibt Dieter Klein die <a href="http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Armut/armutsbericht.html">Auswirkungen des internationalen Großvermögens auf die Krisen der Finanzmärkte</a>:</p>
<blockquote><p><em>Es sind die Superreichen, deren Geldkapital rund um die Erde auf der Jagd nach profitablen Anlagemöglichkeiten ist. Auf der Flucht vor den selbst verursachten Krisen auf den Finanzmärkten wird beispielsweise mit spekulativen Zielen in Rohstoffe und Nahrungsgüter investiert. Das hat nach Expertenschätzungen im Frühjahr 2008 20% bis 40% der Preisexplosion von Hauptnahrungsmitteln wie Reis, Weizen und Mais hervorgerufen – mit katastrophalen Folgen für Millionen Arme.</p>
<p>Es ist das hochmobile Geldvermögen der Superreichen, das angelegt von Banken, Investmentfonds und Versicherungskonzernen innerhalb kurzer Zeit in Boomregionen und -branchen hineinfließt, aber genauso schnell wieder abgezogen werden kann. Mit dieser Drohung wird Druck auf Regierungen und Unternehmen ausgeübt, Löhne und soziale Standards zu senken, Umweltstandards niedrig anzusetzen sowie öffentliche Güter und öffentliches Eigentum zu privatisieren. Die Folge ist, dass Bürgerinnen und Bürger bisher garantierte Rechte auf öffentliche Daseinsvorsorge – z.B. im Gesundheits- und Bildungsbereich – verlieren und in Kundinnen und Kunden verwandelt werden, deren Teilhabe an notwendigen Lebensbedingungen immer mehr von ihren höchst unterschiedlichen oder gar nicht gefüllten Geldbeuteln abhängt. Das Ergebnis ist wachsende Armut vieler ohnehin Einkommensschwacher als Kehrseite anschwellenden Reichtums.</em></p></blockquote>
<p>Zum Entwurf des <a href="http://www.axel-troost.de/article/2499.lebenslagen_in_deutschland_der_3_armuts_und_reichtumsbericht_der_bundesregierung.html">3. Armuts- und Reichtumsberichtes</a> der Bundesregierung macht Klein ebenfalls <a href="http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Armut/armutsbericht.html">sehr kritische Anmerkungen</a>:</p>
<blockquote><p><em>Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung 2005 enthielt immerhin noch eine Berechnung des Anteils der verschiedenen Zehntel aller Haushalte am Nettogesamtvermögen. Im Reichtumsbericht 2008 wurde der Intimschutz des Reichtums weiterentwickelt – eine vergleichbare Übersicht zur Vermögensungleichheit (zu unterscheiden von Einkommensungleichheit) fehlt darin.</em></p></blockquote>
<p>In Summe sieht das also stark abgekürzt etwa so aus: eine kleine Gruppe von Reichen und Superreichen zockt jahrelang über Investmentfonds hochriskant, aber auch hocheinträglich auf Metaebene mit unkalkulierbaren Risiken und überlässt ihr Geld halbseidenen Bänkern, die unverstehbare Finanzprodukte entwickelt und sich ihre ganz großen Kuchenstücke bei jeder Transaktion abgeschnitten haben. Die breite Basis dieser Finanzprodukte wurde dabei in den USA ohne Absicherung einer großen Masse von Habenichtsen z.B. als Immobilienkredite und Kreditkartenkredite angedreht, führt infolge der Verflechtung der Großbanken und Investmentfonds zu einer Blockade des internationalen Finanzsystems und damit zur größten Wirtschaftskrise der Menschheitsgeschichte mit in den nächsten Monaten und Jahren <a href="http://www.zeit.de/2009/09/USA">dutzenden, vielleicht auch hunderten Millionen ruinierten Arbeitnehmern</a>. </p>
<p>Die Gewinne allerdings sind bereits mitgenommen bzw. die Verluste im -zig Millionenbereich für einen Großinvestor üblicherweise nicht so existenzbedrohend, wie es für einen Sozialgeldempfänger der Verlust von vielleicht 300€ wären. Steuern auf die Gewinne wurden den Staaten vermutlich weitgehend durch Finanztricksereien entzogen (siehe aktuelle Diskussion um Steueroasen). Den Crash sollen aber heute und in den kommenden Jahrzehnten weltweit die arbeitenden Steuerzahler bezahlen (&#8221;Sozialisation von Verlusten&#8221;, in Deutschland über sog. Konjunkturpakete und über Staatsbürgschaften sowie über die in den kommenden Jahren zwangsläufig zu erwartenden Einschnitte in den sozialen Transferleistungen), also die, die mit ihrem Geld nicht zehnarmig jonglieren können und die ohnehin durch die bald galoppierende Arbeitslosigkeit von steigender Armut betroffen sein werden. Auf Deutschland bezogen wird gleichzeitig die Entwicklung dieser Umverteilung im Armutsbericht vermutlich gezielt verschleiert, indem die Zunahme des Vermögens der Reichsten nun nicht mehr Gegenstand des Reports ist. </p>
<p>Schleimig, absurd und ganz und gar inakzeptabel, umso mehr, als in Deutschland Bund und Kommunen bereits 2008 mit ca. <a href="http://staatsverschuldung.de/">1600 Milliarden € verschuldet</a> waren, was weitere Kreditaufnahmen in den aktuell diskutierten Größenordnungen kaum zulassen dürfte (die bei Banken aufgenommen werden, um Banken zu stützen, die anschließend verstaatlicht werden -sic-). Die Verschuldung beträgt 2008 etwa 20.000 EUR pro Kopf der Bevölkerung. 2007 gab der Staat 13% des Steueraufkommens alleine zur Schuldentilgung aus, also jeden siebten Euro. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Guerilla Gardening kommt nach Magdeburg</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/guerilla-gardening-kommt-nach-magdeburg/</link>
		<comments>http://www.deramateur.de/blog/guerilla-gardening-kommt-nach-magdeburg/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 20:54:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[
Jedenfalls wünschen sich das die Gartenguerrilleros Gregor Schneider (Stadtplaner) und Oliver Schilling (Architekt) von Raum391 [1]. Um diesem Anliegen weiter Anschub zu verleihen, gab es jüngst im ÖZIM einen Vortrag, den ich verpasst habe, und der Blog zur Bewegung ist auch schon eingerichtet [2].  Auf dem Blog liest mensch dann auch, was die Motivation [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2008/07/guerilla_gardening_500.jpg" alt="pbo31 von Flickr" width="250" class="alignright"></p>
<p>Jedenfalls wünschen sich das die Gartenguerrilleros Gregor Schneider (Stadtplaner) und Oliver Schilling (Architekt) von <a href="http://www.raum391.de/">Raum391</a> [1]. Um diesem Anliegen weiter Anschub zu verleihen, gab es jüngst im ÖZIM einen <a href="http://magdeburg.webuni.de/?mod=topic&amp;id=15681">Vortrag</a>, den ich verpasst habe, und der <a href="http://seed391.wordpress.com/">Blog</a> zur Bewegung ist auch schon eingerichtet [2]. <span id="more-228"></span> Auf dem Blog liest mensch dann auch, was die <a href="http://seed391.wordpress.com/projekt/willkommen/guerilla-gardening/">Motivation</a> ist: &#8220;Wir sind Bürger. Wir haben Pflichten. WIR SIND MAGDEBURG.&#8221; Dann kann dem Partisanenkampf für ein noch grüneres, bunteres und schöneres Magdeburg ja nix im Wege stehen. Die Blumenbewegung sucht auch <a href="http://seed391.wordpress.com/projekt/willkommen/wir/sponsoren/">Sponsoren</a> und zu bestellen sind die Gartenguerrilleros auch noch. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla_Gardening">Guerilla Gardening</a> [3] ist eine feine Sache, aber ebenso wie gutes Graffiti und Streetart bedarf es nicht zwangsläufig einer eingeschworenen Öffentlichkeit oder Sponsoring, sondern der klandestinen Aktion und des dazugehörigen subversiven und kreativen Potenzials. Wie Schneider und Schilling das urbane Gärtnern anpreisen, erinnert ein wenig an <a href="http://www.anarchitect.org/log/2005/11/26/sauberkeit-und-gute-laune/">Sauberkeitskampagnen</a> der Magdeburger Stadtverwaltung.</p>
<p>Der Witz (lies: die Tragik) ist doch, dass Schönheit blumenverzierter Verkehrsinseln oder Sauberkeit hundekotbefreiter Gehwege die gesamtgesellschaftliche Scheiße unberührt lassen. Sicher, wenn wir uns beim gemeinsamen urbanen Gärtnern besser kennen lernen, ist das schon mal etwas. Blumenbeete sind toll, keine Frage. Aber was ist mit Ernährung? Brachflächen ungefragt zu begrünen ist nett… Ist es aber möglich darauf <a href="http://www.anarchitect.org/log/2006/05/24/start-a-community-garden-in-your-neigborhood-now/">Gemeinschaftsgärten</a> zu starten? Wie war das noch mal mit Privateigentum? Welche Rolle spielt freies Saatgut im agrarindustriellen Kontext? Ich bin gespannt, was sich aus der Idee hier in Magdeburg ergibt. Aber es kann beim Guerilla Gardening um mehr gehen als ums Aufhübschen öder Innenstädte.</p>
<p>Links:<br />
[1] Raum391: http://www.raum391.de<br />
[2] Projektblog: http://seed391.wordpress.com<br />
[3] Guerilla Gardening auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla_Gardening</p>
<p>Foto von pbo31: <a href="http://flickr.com/photos/pbo31/120892044/">http://flickr.com/photos/pbo31/120892044/</a></p>
<p><em>Dies ist eine <a href="http://www.anarchitect.org/log/2008/07/07/guerilla-gardening-kommt-nach-magdeburg/">schamlose Wiederverwertung</a> aus meinem persönlichen Weblog</em></p>
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		<title>Die Dinge, die uns besitzen</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jul 2008 14:42:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[
Wer einmal umgezogen ist, kennt das Phänomen. Es hat sich mit der Zeit einiges zusammengetragen. In Schubläden, Schränken und Kisten. Auf Ablage, Tisch und Fensterbrett. Es sind Dinge, die einst nützlich, interessant oder bedeutend waren, aber mit der Zeit wurde aus der Ansammlung von Unikaten eine Dinghalde. Wie sie da so liegen, sich in den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2008/07/dave_500.jpg' alt='Foto von HolyHolySnappers (Flickr)' width='250' class='alignleft' /></p>
<p>Wer einmal umgezogen ist, kennt das Phänomen. Es hat sich mit der Zeit einiges zusammengetragen. In Schubläden, Schränken und Kisten. Auf Ablage, Tisch und Fensterbrett. Es sind Dinge, die einst nützlich, interessant oder bedeutend waren, aber mit der Zeit wurde aus der Ansammlung von Unikaten eine Dinghalde. Wie sie da so liegen, sich in den Vierwänden zusammenrotten, verlieren die Dinge langsam aber sicher die frühere Wertschätzung und werden zu bedrückendem Ballast.<br />
<span id="more-216"></span><br />
Was ist ein Buch wert, an dessen Inhalt mensch sich kaum erinnert, das zwischen all den anderen Ziegeln aus Papier versauert und darauf wartet, wieder oder überhaupt gelesen zu werden? Was wird aus Klamotten vergangener Jahre, die nicht mehr getragen werden, aber an denen Erinnerungen hängen? Was nützt dir die Zeitschriftensammlung, die du eifrig geordnet aufgehoben, aber doch nur zum geringen Teil gelesen hast, weil so oft eine unberührte Ausgabe der nächsten folgte, und du bei Informationsbedarf ohnehin eher das Netz bemühst? Was bringt dir das Küchengerät, womit du deine einstige Lieblingsspeise so hervorragend zubereiten kannst, dass sie dir nun nach x-maligen Verzehr zum Halse raushängt? Warum messen wir gewissen Dingen nur beim Umräumen oder Ausziehen Bedeutung und Wert bei?</p>
<p>Dinge sind ein wenig wie Erinnerungen. Je länger ein Mensch lebt, desto mehr sammeln sie sich an; in den Schubladen und Schränken unserer Wohnungen (oder Köpfe). Aber das Gedächtnis eines Menschen beherrscht neben des Erinnerns die wertvolle Fähigkeit, Erinnerungen loszulassen. Weil wir vergessen, können wir einerseits mit schlechten Erlebnissen der Vergangenheit umgehen und andererseits in der Gegenwart handeln. Während unser Gedächtnis unterbewusst die Auswahl für uns trifft, belagern uns die materiellen Dinge der Vergangenheit in der Gegenwart. Sie belagern nicht nur unsere Wohnstätte, sondern bereiten uns ein schlechtes Gewissen, wenn es Zeit wird zu scheiden. Sie lähmen uns, in die Zukunft zu schreiten.</p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2008/07/dave2_500.jpg' alt='Foto von HolyHolySnappers (Flickr)' width='250' class='alignright' /></p>
<p>Der Futurist Bruce Sterling erdenkt sich Objekte, deren Geschichte, Verwendung und aktueller Ort über Technologien wie RFID und GPS nachvollziehbar machen. Sie würden es möglich machen, eine Art Suchanfrage an den Haushalt zu stellen, „zeig mir alle Dinge, die ich über ein Jahr nicht mehr verwendet habe.“ Eine sicherlich etwas einfachere, aber ebenso effektive Methode ist das Kistensystem. Statt bei Einzug in eine neue Wohnung alle Umzugskartons sofort auszupacken, könnten jene Kisten die über ein Jahr lang nicht geöffnet wurden, sofort ausrangiert werden. Natürlich wäre sicherheitshalber ein prüfender Blick notwendig. Aber genau bei dieser Überprüfung kommt das schlechte Gewissen längst vergangener Wertschätzung geballt zur Geltung, und die Dinge versuchen ihre Besitzer in Besitz zu nehmen. Was unser Kopf oft zurecht vergessen hätte, lagert, lungert und schlummert um uns herum und wartet auf den Tag der Wiederentdeckung. Der Versuch, sich von angesammelten Dingen zu trennen, wird zum Kampf.</p>
<p>Wie können wir uns aber von Dingen lösen, ohne auf ihre Nützlichkeit zu verzichten? Dinge machen uns immerhin auch das Leben leichter, angenehmer und interessanter. Dawn Danby von WorldChanging plädiert für Produkt-Dienst-Szenarios, die die Verwendung von Dingen statt deren Besitz vorsehen. Sie verweist auf die Bohrmaschine, die nur 20 Minuten in ihrer gesamten Lebensdauer zum Bohren kommt [1]. Wie kann es sein, dass wir einem Gerät so viel Raum (und Geld) zustehen, das letztendlich nur dazu da ist, ab und zu ein Loch in die Wand zu machen? Ein Großteil der Werkzeuge, Gegenstände und Geräte liegen oder stehen ungenutzt rum. Haushalte verfügen zusammengenommen über eine enorme Anzahl redundanter Geräte wie zum Beispiel Waschmaschinen und Staubsauger, die zum großen Teil ihres Dinglebens verkümmern. Warum brauchen wir alle unsere eigenen Bohrmaschinen, Hämmer und Wasserwaagen? Warum gibt es dafür keine Werkzeugbibliothek um die Ecke? </p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2008/07/books_500.jpg' alt='Foto von glynnish (Flickr)' width='250' class='alignleft' /></p>
<p>Es ist keine neue Idee, nützliche Dinge miteinander zu teilen. Das sicherlich prominenteste und erfolgreichste Beispiel ist das Buch. In Bibliotheken erfahren tausende von Büchern, wonach die vereinsamten Geschwister in unseren privaten Regalen nur von träumen können. Sicher verleihen wir auch das ein oder andere, aber auf alle Bücher bezogen ist es die Seltenheit. Bibliotheksbücher allerdings werden von vielen Menschen gelesen und letztendlich auch getragen. Niemand könnte sich eine so breite Vielfalt alleine leisten. Mag sein, dass die Auswahl nicht immer die ist, die mensch sich selbst wünschen würde, aber das lässt sich ändern. Bibliotheken nehmen Leserwünsche entgegen und werden sich in Zukunft auch mehr nach ihren LeserInnen richten [2].</p>
<p>Die Vielfalt, die eine Bücherbibliothek für ihre Leser bereitstellt, kann auf andere Bereiche wie Werkzeuge oder Haushaltsgeräte übertragen werden. Alleine kann und will ich mir nur eine geringe Auswahl von Werkzeugen und Geräten leisten. Was soll ich mit einem Wok, den ich nur einmal in 3 Monaten bemühe? Was bringt mir eine Stichsäge, die ich womöglich nur einmal im Jahr benötige? Wenn sich aber mehrere Menschen Anschaffung, Pflege und Verwendung von nützlichen Dinge teilen würden, könnte eine Dingbibliothek von wesentlich größerer Vielfalt und höherer Qualität entstehen. Diese Dinge müssen schon höherwertig sein, weil sie tatsächlich eingesetzt werden.</p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/blog/wp-content/uploads/2008/07/bikeshop_500.jpg' alt='Foto von youngrobv (Flickr)' width='250' class='alignright' /></p>
<p>Im Mobilitätsmetier zum Beispiel hat sich diese Idee bereits etabliert. In vielen Großstädten gibt es Carsharing-Gemeinschaften [3], in denen sich Menschen zusammenschließen, die auf das Auto als Fortbewegungsmittel nicht gänzlich verzichten wollen, aber es auch nicht täglich benötigen. Während die Teilnehmer sich die Kosten für Anschaffung und Wartung teilen, stehen ihnen die Autos auf öffentlichen Parkplätzen fahrbereit zur Verfügung. Aber auch für Fahrradliebhaber hält das Prinzip des Teilens einige Annehmlichkeiten bereit. Ist das Fahrrad gerade kaputt, muss es nicht Wochen lang als Ausrede für motorisierte Fortbewegung herhalten. Für die Reparatur von Fahrrädern sind Selbsthilfewerkstätten eine tolle Sache, um Rat und Hilfe auszutauschen und sich Räumlichkeiten und Werkzeuge zu teilen. </p>
<p>Für viele Dinge wäre allerdings die Infrastruktur einer Bibliothek zu aufwändig. Klamotten, Geschirr oder andere Alltagsgegenstände, die längerfristig von einer Person oder in einem Haushalt eingesetzt werden, bedürfen keiner Leihstruktur und könnten auch unproblematisch Besitzer wechseln. Dafür stellen Umsonstläden [4] eine äußerst charmante Institution dar. Sie unterwandern den Warenfetisch und tragen progressiv zur Entknappung bei. So kann Dingbedürfnissen jenseits von Marktmechanismen nachgegangen werden – wenn die Dinge denn im Laden gerade verfügbar sind. Gerade bei Umzügen und Haushaltsauflösungen treten große Mengen von Dinge zu Tage, deren allgemeiner Gebrauchswert ungebrochen ist. Hier stellt der Umsonstladen eine geeignete Anlaufstelle dar, um unbürokratisch Dinge in den Kreislauf einer sich entwickelnden Gratisökonomie zu führen oder bei Haushaltsgründung darauf zuzugreifen. Der Magdeburger Umsonstladen Lirumlarum öffnet zweimal in der Woche (Montag- und Freitagnachmittag) seine Türen zur praktischen Gratisökonomie [5] und freut sich sowohl über Geber als auch Nehmer.</p>
<p>Ist der Mensch zur Emanzipation von den Dingen bereit, öffnen sich völlig neue Perspektiven. Lasst aus Dinghalden Umsonstläden und Dingbibliotheken werden!</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Alex Steffen (auch von WorldChanging) spricht in der Radiosendng Spark der CBC auch über den Trend weg von Besitz zur Benutzung von Dingen [6].</p>
<p>Links:<br />
[1] <a href="http://www.worldchanging.com/archives/002198.html">Product-Service Scenarios for the Bright Green City</a> (WorldChanging)<br />
[2] <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bibliothek_2.0">Bibliothek 2.0</a>  (Wikipedia)<br />
[3] <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carsharing">Carsharing</a>  (Wikipedia)<br />
[4] <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Umsonstladen">Umsonstladen</a> (Wikipedia)<br />
[5] <a href="http://www.umsonstladen.blogspot.com/">Umsonstladen »Lirumlarum« Magdeburg</a><br />
[6] <a href="http://www.cbc.ca/spark/blog/2008/01/unedited_interview_with_alex_s.html">Volles Interview mit Alex Steffen auf CBC Spark (englisch)</a></p>
<p>Fotos von:<br />
- HolyHolySnappers: <a href="http://flickr.com/photos/lawrencebraunphoto/462951793/">Foto 1</a> und <a href="http://flickr.com/photos/lawrencebraunphoto/462951739/">Foto 2</a> (Flickr)<br />
- <a href="http://flickr.com/photos/glynnis/218801706/">glynnish</a> (Flickr)<br />
- <a href="http://flickr.com/photos/youngrobv/512177041/">youngrobv</a> (Flickr)<br />
er</p>
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		<title>BürgerBosse&amp;Beamte</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/burgerbossebeamte/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Oct 2007 11:04:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kirsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>
		<category><![CDATA[Unikate]]></category>

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		<description><![CDATA[
Der Bürger wie er leibt und lebt,
ist glücklich, wenn es vorwärts geht.
Den Fußball mag der Bürger sehr
Und Pommes Fritz – meist zum Verzehr.
Die Ziehung seiner Lottozahlen
Tangier’n ihn mehr als Landtachswahlen.
 Und wenn das Wetter scheen is’,
denn jeht er jern spazier’n,
mit’s Muttchen anne Seite,
da musser och nich frier’n.

Der Boss, der weeßes janz jenau,
trägt det Sakko meist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><center><br />
Der Bürger wie er leibt und lebt,<br />
ist glücklich, wenn es vorwärts geht.<br />
Den Fußball mag der Bürger sehr<br />
Und Pommes Fritz – meist zum Verzehr.<br />
Die Ziehung seiner Lottozahlen<br />
Tangier’n ihn mehr als Landtachswahlen.<br />
 Und wenn das Wetter scheen is’,<br />
denn jeht er jern spazier’n,<br />
mit’s Muttchen anne Seite,<br />
da musser och nich frier’n.<br />
<span id="more-181"></span><br />
Der Boss, der weeßes janz jenau,<br />
trägt det Sakko meist in grau,<br />
hat eene, die ihm Kaffee kocht<br />
und sich janz unfreiwillig unterjocht.<br />
Der Boss, den nennt man auch mal Cheffe,<br />
den Traumjob, den bekommt sein Neffe.<br />
Und weil er Politik so mag,<br />
sitzt sein Freund Karl im Bundestag.<br />
Am liebsten liest er Börsenzahlen,<br />
verdienter Lohn der Arbeit Qualen.<br />
Zwei Dinge mag er wirklich nicht,<br />
die Konkurrenz und Steuerpflicht.</p>
<p>Der Beamte, als Freund der Bürokratie,<br />
ist im Aktenordnen ein Genie.<br />
Um Acht beginnt sein Arbeitstag,<br />
das Brötchen schmiert Frau Müller-Brak.<br />
Bis auf Formblatt sieben &#8211; Abschnitt IV<br />
hält den Jungen jar nichts hier.<br />
Zum Kunden freundlich: “Tach Herr Klinge!“,<br />
hat im Kopf janz and’re Dinge.<br />
Denkt an Vronis blondes Haar<br />
und ach wie schön der Sommer war!<br />
Freut sich auf des Wochenends’ Ruh,<br />
macht Freitach Mittach &#8217;s Türchen zu.<br />
Und denken muss der Arme nicht,<br />
steht ja alles im Bericht.</p>
<p>Auch Bürgerin<br />
und Frau des Amts,<br />
selbst Chefinnen solls jeben.<br />
Doch wie es nu so üblich is,<br />
wolln mer nich drüber reden.<br />
</center></p>
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		<title>- WERBUNG -</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/werbung/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Jul 2007 22:34:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[{werbeblog}
Was tun, wenn das Atomkraftwerk brennt und der Kraftwerksleitstand vor lauter Rauchgasvernebelung nur noch mit Gasmaske bedienbar ist? Nein, nicht das, was das Atomgesetz (AtG) vorschreibt: den Störfall in seiner gesamten Tragweite den Aufsichtsbehörden melden, damit in dem Fall, dass die Situation vollends entgleist, die Bevölkerung gewarnt &#38; evakuiert werden kann. Sondern: vertuschen, verharmlosen, verschweigen; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>{werbeblog}<br />
Was tun, wenn das Atomkraftwerk <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,druck-494114,00.html">brennt</a> und der Kraftwerksleitstand vor lauter Rauchgasvernebelung nur noch mit Gasmaske bedienbar ist? Nein, nicht das, was das Atomgesetz (AtG) vorschreibt: den Störfall in seiner gesamten Tragweite den Aufsichtsbehörden melden, damit in dem Fall, dass die Situation vollends entgleist, die Bevölkerung gewarnt &amp; evakuiert werden kann. Sondern: vertuschen, verharmlosen, verschweigen; solange, bis der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Energiegipfel">Energiegipfel</a> des 03.07.2007 beendet ist und die Renaissance der Atomenergie in Deutschland als beschlossenes Ergebnis der Beratungen präsentiert werden kann. Nebenher mauern, bis der Staatsanwalt kommt, um per Durchsuchungsbeschluss das Betriebspersonal zu befragen, was der Konzern Vattenfall zu verhindern versuchte.</p>
<p><strong>Was tun, wenn das Atomkraftwerk brennt und der Kragen platzt? Zum Beispiel den Stromanbieter wechseln, also denjenigen, der mir bisher jeden Monat den Kaufpreis für elektrische Energie vom Konto abbuchte. Als ehemaliger Kunde der SWM Magdeburg, die ihren Strom von Vattenfall Europe bezieht, mein Geld also bisher dorthin weiterleitete, hat nun auch mein Haushalt den Providerwechsel auf <a href="http://www.greenpeace-energy.de/">Greenpeace Energy</a> vollzogen. Lecker Strom nur aus erneuerbaren Energiequellen!</strong> Der Strommix der SWM hingegen setzt sich im Privatkundentarif zusammen aus: Fossil 54,86%, Nuklear 32,65%, Erneuerbar 12,49%.</p>
<p>Zusammen mit der Preiserhöhung der SWM zum 1. September entsteht ein <strong>nahezu identischer Preis</strong> (beim Vergleichen beachten: Preisangaben bei Greenpeace Energy erfolgen incl. Mwst.). </p>
<p>Übrigens: man erzählt sich von Energieverbrauchermund zu Stromkundenohr, auch der Computer liefe damit flotter, griffiger, einfach&#8230; [im Hintergrund hüpfen adrette Windräder über schnieke Wasserkraftwerke]&#8230; hipper! ;)<br />
{/werbeblog}</p>
<p><em>Edit 01/2008: auch andere Stromanbieter haben diesen Bedarf für sich entdeckt. Siehe dazu den Artikel <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,526807,00.html">Stromanbieter verkaufen Atomstrom als Ökostrom</a>.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Thalia, Klappe die II. – Sommerschlussverkauf beim Branchentycoon</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/thalia-klappe-die-ii-%e2%80%93-sommerschlussverkauf-beim-branchentycoon/</link>
		<comments>http://www.deramateur.de/blog/thalia-klappe-die-ii-%e2%80%93-sommerschlussverkauf-beim-branchentycoon/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Jul 2007 07:59:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliane</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.deramateur.de/presse/thalia-klappe-die-ii-%e2%80%93-sommerschlussverkauf-beim-branchentycoon/</guid>
		<description><![CDATA[Ein bekanntes Sprichwort sagt über Vorurteile, dass diese schwerer zu zertrümmern seien als Atome. Nach einem neuerlichen Rundumblick durch die THALIA-Buchhandlung kann ich dies nur unterstreichen. Man kann mir zwar vieles nachsagen, aber an mangelnder Konsequenz scheine ich nicht zu leiden. Mit dem anfänglichen Eindruck, dass es ja schon nicht mehr so schlimm sein könne, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein bekanntes Sprichwort sagt über Vorurteile, dass diese schwerer zu zertrümmern seien als Atome. Nach einem neuerlichen Rundumblick durch die <a href="http://www.deramateur.de/presse/blutige-steine-auf-dem-altar-der-thalia/">THALIA-Buchhandlung </a>kann ich dies nur unterstreichen. Man kann mir zwar vieles nachsagen, aber an mangelnder Konsequenz scheine ich nicht zu leiden. Mit dem anfänglichen Eindruck, dass es ja schon nicht mehr so schlimm sein könne, betrat ich das Etablissement. Ich hatte mich aufgemacht, ein wenig am Abbau meiner Engstirnigkeit zu arbeiten. Schlendern, stehen bleiben, suchen, ärgern – so in etwa könnte man die Steigerung meiner Gefühle beim Rundgang durch den Laden beschreiben.<span id="more-178"></span>Es ist mir unbegreiflich, wie man es schaffen kann, auf dieser Quadratmeterzahl so dermaßen schlecht sortiert zu sein, wie THALIA es ist. Man sollte doch meinen, dass man auf dieser Fläche nicht nur die Spiegel-Bestseller-Liste unterbringen kann, sondern auch die eine oder andere Rarität. Stattdessen finde ich neben Samentütchen (das ist dann aber auch das Einzige, was an dieser „Buchhandlung“ eine blühende Zukunft hat) auch Kaffee und Schokolade. Manns Zauberberg liegt achtlos in der Ecke neben der Bohlen-Biographie. </p>
<p>Dass man der beschriebenen Stapelwirtschaft noch eins draufsetzen kann, bewies die letzte Aktion des Thalia-Konzerns, denn sommerlicher Werbemüll in meinem Briefkasten verkündete Großartiges: „Alles muss raus – Sommer-Lese-Vergnügen zu Tiefstpreisen, keine alten Schinken“. Aha. Wenn ich mir jetzt die Sonderstände in der Shopping-Mall rund um meinen Lieblingsfeind anschaue, stelle ich fest, dass in Riesenkisten tausende Bücher sämtlicher Frauenromanschreiberinnen und billige Krimis &#8220;liebevoll&#8221; als hochwertige Literatur verramscht werden. Da kann man doch gleich zum Buchverkauf nach Kilogramm übergehen, eine äußerst effektive Maßnahme, welche vielleicht so ganz nebenbei endlich mal dazu beiträgt, dass die Stapel im Entree kleiner werden. Den alten, in die neue Belegschaft übernommenen Weinert-Mitarbeitern muss doch manchmal das Herz bluten. Meins ist im Angesicht der vor mir ausgebreiteten Grauenhaftigkeiten schon ausgeblutet, ich komme mir vor wie ein Opferlamm, das zum Schächten verurteilt wurde.<br />
So denn, ihr THALIA-Musen: gebt euch doch endlich ein Profil und lasst künftig nicht mehr nur die Samen, sondern auch die Vielfalt unter den dargebotenen Werken sprießen, das wäre doch wahrlich viel passender zur Sommerzeit, oder?</p>
<p>Kleiner Nachtrag: Auch die Buch &amp; Kunst-Buchhandlung im Magdeburger City Carré gehört schon eine kleine Weile zur THALIA&#8230;.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Geisteswissenschaften. 2. Klasse-Studium</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/die-geisteswissenschaften-2-klasse-studium/</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Dec 2006 06:20:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Dem Studium der Geisteswissenschaften wird an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg ein sehr geringer Stellenwert beigemessen. Wirtschaftstudenten und Maschinenbauer, Informatiker oder Mediziner belächeln Fächer wie die Germanistik oder die Politikwissenschaft. Stempeln sie gar als nicht zwingend notwenig ab. Die Uni würde auch ohne diesen Zweig der Wissenschaft prima funktionieren. Noch mehr Geld würde so für andere, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem Studium der Geisteswissenschaften wird an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg ein sehr geringer Stellenwert beigemessen. Wirtschaftstudenten und Maschinenbauer, Informatiker oder Mediziner belächeln Fächer wie die Germanistik oder die Politikwissenschaft. Stempeln sie gar als nicht zwingend notwenig ab. Die Uni würde auch ohne diesen Zweig der Wissenschaft prima funktionieren. Noch mehr Geld würde so für andere, „wichtige“ Studienfächer da sein und nicht sinnlos verschwendet werden. Geht man über den Campus der Uni, so sind Sätze wie die eben aufgeführten keine Seltenheit. <span id="more-164"></span><br />
Diese Uni hat ungewollt oder vielleicht mit Absicht ein 2. Klasse-Studium geschaffen. Während auf dem Hauptcampus sämtliche Gebäude von Außen wie von Innen restauriert und in einem erstklassigen Zustand versetzt worden sind, hat man das Gebäude 40 der Geisteswissenschaften in einem erbärmlichen Zustand gelassen, schlicht weg vergessen. Zwar hat es die eine oder andere Schönheitsreparatur zugesprochen bekommen, die wirklich wichtigen Baustellen jedoch hat man außer Acht gelassen.<br />
<img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/KloG102.JPG' class='alignright' /> Ein Beispiel. Betritt Mann auf dem Hauptcampus, ganz gleich in welchem Gebäude, die Örtlichkeit des Herren WC’s, so fühlt man(n) sich als Mensch 1. Klasse. Hier befindet sich alles in einem hygienisch einwandfreien Zustand. Die Wände sind gefliest, Schmierereien sucht man vergeblich, die Pissoires sind weiß und sauber und alles funktioniert vollautomatisch. Luxus. Der Wasserhahn am Waschbecken ist nicht verkalkt und es kommt kaltes und warmes Wasser aus der Leitung. Hier macht der Besuch Spaß. Wir kommen gerne wieder.<br />
<img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/KloG402_01.jpg' class='alignleft' />Muss der Geisteswissenschaftler seinen Getränkespeicher im Gebäude 40 entleeren, so muss er einen Raum betreten, der ihn zu einem Menschen 2. Klasse macht. Die Türen schließen nicht richtig. Die Fließen auf dem Boden sind dreckig und schief. Die Waschbecken sind vergilbt, die Wasserhähne funktionieren nur bedingt. Der Wasserhahn ist verkalkt und lässt lediglich kaltes Händewaschen zu. Seife sucht man hier natürlich auch vergebens. Bereits beim Betreten des Raumes kommt in ihm ein leichter Brechreiz auf. Es stinkt. Manchmal ist schon der (Vor)Flur ist mit diesem ‚Duft’ erfüllt. Mit jedem Schritt mit dem er sich dem Pissoire nähert, wird sein Eckel größer. Wenn er Glück hat, ist eines der Pissoire nicht verstopft und der Harndrang seines Vorgängers konnte ablaufen. Ist die Blase dann entleert, muss er unweigerlich an den nur so vor Keimen triefenden Wasserhahn greifen, um die Spülung in Gang zu setzen. Mit den 3 Tropfen Wasser aus dem, wie oben schon einmal erwähnten verkalkten Wasserhahn, muss er dann versuchen Reinlichkeit wider herzustellen. Ohne Seife und mit kaltem Wasser ist er zum Scheitern verurteilt. Hoffentlich, so denkt er dann immer, drückt die Blase erst wieder zu Hause und verlässt fluchtartig das „WC“.<br />
Nicht nur Studenten ergeht es bei einem Besuch so. Auch die Angestellten der Universität (Professoren, Doktoren, Sekretärinnen und Hilfskräfte) müssen dieselben Örtlichkeiten benutzen. Weshalb sie sich mit einer solchen Situation abfinden (können), ist mir rätselhaft. Haben sie doch eine Stimme und die nötigen Beziehungen zu den wichtigen und richtigen Personen, die Änderungen in Gang setzen könnten.<br />
„Ein Restaurant ist gut und sauber, wenn die Örtlichkeiten sauber sind“, höre ich die Mutter meiner Freundin immer sagen. Übertragen auf den Zustand der Örtlichkeiten im Gebäude 40 kann sich nun ein jeder selbst sein Urteil bilden.</p>
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		</item>
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		<title>Blutige Steine auf dem Altar der Thalia</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/blutige-steine-auf-dem-altar-der-thalia/</link>
		<comments>http://www.deramateur.de/blog/blutige-steine-auf-dem-altar-der-thalia/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 07 Dec 2006 01:31:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliane</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.deramateur.de/presse/blutige-steine-auf-dem-altar-der-thalia/</guid>
		<description><![CDATA[Im vorweihnachtlichen Getümmel mitfließend wie ein Sandkorn im Uhrglas, stolperte ich in dem Gedränge mit meinen Augen über etwas, das man euphemistisch vielleicht als Warenauslage hätte bezeichnen können, wäre da nicht, ja: wäre da nicht die eigentliche Tücke dieses Stilmittels die Beschönigung. Was sich mir im Entree zur neuen Thalia-Buchhandlung im Allee-Center kürzlich darbot, übersteigt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im vorweihnachtlichen Getümmel mitfließend wie ein Sandkorn im Uhrglas, stolperte ich in dem Gedränge mit meinen Augen über etwas, das man euphemistisch vielleicht als Warenauslage hätte bezeichnen können, wäre da nicht, ja: wäre da nicht die eigentliche Tücke dieses Stilmittels die Beschönigung. Was sich mir im Entree zur neuen Thalia-Buchhandlung im Allee-Center kürzlich darbot, übersteigt in der Magdeburger Bücherlandschaft alles bisher Dagewesene.<span id="more-163"></span></p>
<p>Nicht nur, dass passend zur seit Jahren immer früher beginnenden Vorweihnachtszeit im Handel schon ab September die Konsumtempel in Rot-Weiß-Gold dekoriert werden, nein, dieses Jahr trug die Fratze des Kommerzes ein besonders abscheuliches Grinsen zur Schau. Genährt von fetten Akquisitions-Brocken und rücksichtslos gierigem Vereinnahmen literarischer Leckerbissen, wie dem etliche Jahrzehnte alten städtischen Weinert-Urgestein, feixten mir spöttisch brandneue glänzend grüne Reklametafeln entgegen: THALIA. Benannt nach einer griechischen Muse, stemmen sich mir ob der neuen mehrstöckigen Ramschbude vielfältige Eindrücke entgegen, von denen vor allem einer stets präsent bleibt: Unstimmigkeit so weit das Auge reicht.</p>
<p>Folgt man der medial durchaus annehmbar präsentierten Firmenphilosophie, so erfährt mensch, dass der Namensgeberin in der griechischen Mythologie direkte Abstammung zum Göttervater Zeus und zur Harmonia nachgesagt wird, sie als Beschützerin der Wissenschaften und Künste gilt und so beim Konsumenten ein Gefühl der Sympathie und emotionalen Bindung auslösen soll. Man gibt sich also zumindest dem ersten Anschein nach schon mal einen intellektuellen Anstrich. Schaut man jedoch hinter die grün glänzende Fassade, so stellt man ziemlich schnell ernüchtert fest, dass in Thalias Brust ach, zwei Seelen wohnen. Denn ursprünglich gelten Musen als Vermittlerinnen künstlerischer Inspiration, allen voran Thalia, die auch den Beinamen „Die Blühende“ trägt. Dies alles wird jedoch hinfällig, wenn ich das verwaiste Ladenlokal am Ulrichplatz sehe, an die Weihnachtsbeleuchtung, die vollmundige Mischung aus altem Parkett gepaart mit Druckerschwärze und duftendem Papier, umrahmt von einer Aura angenehmer Kultiviertheit denke, die in der Weinert-Buchhandlung und in meinem Herzen lange Zeit ihren Platz hatte. </p>
<p>Schwer nachvollziehbare und wirtschaftlich schlecht zu rechtfertigende Schachzüge, wie das unnachgiebige Anziehen der Mietpreise durch die vermietende Genossenschaft führten letztendlich zum Verkauf des Bücherbestandes an die esssüchtige Thalia. So sozialverträglich man in der Thalia-Chefetage nach außen hin durch die Übernahme des Gros der Weinert-Belegschaft in die neue Filiale auch erscheinen wollte – aus dem literarischen Bukett blühender Büchersträuße hat man „Weinerts“ unwiderruflich herausgerissen und eine Institution für immer zerstört. Mein kultureller Nabel, meine Pilgerstätte ist dem Erdboden gleichgemacht und nur noch ein fader Abglanz vergangener Zeiten. Das einzige, was in der neuen Buchhandlung an alte Zeiten erinnert, sind die gewaltigen Bücherstapel im Entree, die an den Turmbau zu Babel erinnern. Kauft nur Menschen, kauft! Stöbern in Ruhe abseits des Rummels verboten! So denke ich, wenn ich die lieblos ausgewählten, aber dafür <a href="http://www.deramateur.de/presse/thalia-klappe-die-ii-%e2%80%93-sommerschlussverkauf-beim-branchentycoon/">hüfthoch aufgestapelten Titel</a> erblicken muss. Nein, Thalia, du bist nicht die Blühende, die Muse des Lustspiels und der Komödie, dein Efeukranz wird eines Tages verwelken! Erinnern wir uns, auch die Blasphemie der antiken Architekten wurde bestraft, indem nämlich Gott persönlich, so sagt man, den Turm einstürzen ließ.<br />
Ich hoffe auf ein kleines Wunder, eine Wiedergeburt DER Buchhandlung &#8211; meiner Buchhandlung &#8211; wie Phönix aus der Asche…. </p>
<p>Ja, lesendes Publikum: ich gestehe. Ich bin hoffnungslos und unhaltbar retro.</p>
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		<title>11 chilenische Besonderheiten</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2006 13:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[1. Ein Folteropfer Pinochets wird Präsidentin
Die Sozialistin Michelle Bachelet verpasst bei der Präsidentschaftswahl im Dezember 2005 nur knapp die absolute Mahrheit. Beeindruckend, dass in dem konservativen und stark katholisch geprägtem Land eine geschiedene Frau mit Kindern von verschiedenen Vätern soviel Unterstützer findet. Bachelet war bisher erfolgreich in ihrem Amt als Verteidigungsministerin unter Ricardo Lagos tätig. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1. Ein Folteropfer Pinochets wird Präsidentin<br />
Die Sozialistin Michelle Bachelet verpasst bei der Präsidentschaftswahl im Dezember 2005 nur knapp die absolute Mahrheit. Beeindruckend, dass in dem konservativen und stark katholisch geprägtem Land eine geschiedene Frau mit Kindern von verschiedenen Vätern soviel Unterstützer findet. Bachelet war bisher erfolgreich in ihrem Amt als Verteidigungsministerin unter Ricardo Lagos tätig. Erstaunlich, dass die Miltärs von denen viele noch dem früheren Diktator Augusto Pinochet verbunden sind die Tochter eines Allende treuen und von den Putschisten ermordeten Generals respektierten.<span id="more-148"></span></p>
<p>2. In der nördlich gelegenen Stadt Iquique grenzt der Pazifische Ozean direkt an die Atacama Wüste. Zwei landschaftliche Gegensätze prallen dort aufeinander. Iquique ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen Chiles.</p>
<p>3. Das Bild chilenischer Städte ist geprägt von Männern und Frauen, die entlang von Straßen oder auf größeren Plätzen Passanten Süßigkeiten anbieten, die sie auf einem kleinen schiebbaren Wagen plaziert haben. Obwohl es diese Süßigkeiten-Wagen überall gibt und die Süßigkeiten nur ein paar Pesos kosten können ihre Besitzer davon leben.</p>
<p>4. Eine chilenische Besonderheit ist die geographische Form des Landes. Chile ist ein 4300 km langer Küstenstreifen, der im Schnitt nur 180 km breit ist. In Chiles Norden ist die Wüste, in Chiles Süden vergnügen sich Pinguine. Die vielseitigen Regionen Chiles vereinen mediterranes, antarktisches sowie wüstenhaftes Klima.</p>
<p>5. Chile ist eines der fortschrittlichsten und reichsten Länder Lateinamerikas mit dem höchsten Steueraufkommen. Dennoch gelingt es nicht, der ständig wachsende Kluft zwischen Arm und Reich entgegen zu wirken.</p>
<p>6. Teile der chilenischen Armee putschen am 11. September 1973 den demokratisch gewählten sozialistischen Präsident Salvador Allende aus dem Amt. In den folgenden Jahren wird Chile durch eine Militärdiktatur unter dem General Augusto Pinochet regiert. Angesichts der großen Zahl politischer Gefangener wurde das Nationalstadion in Santiago kurz nach dem Militärputsch in ein Konzentrationslager umgewandelt. Dort wurden Tausende Dissidenten gefoltert, verhört und ermordet. Am 27. November 1973 sollte im chilenischen Nationalstadion ein Spiel zwischen der chilenischen Fußball Nationalmannschaft und der sowjetischen Mannschaft stattfinden. Zu diesem Zweck wurde das Stadion gereinigt und renoviert. Die Gefangenen, die noch am Leben waren wurden abtransportiert. Als die sowjetische Mannschaft aus Protest gegen den Putsch nicht spielen wollte, lässt Pinochet das Stadion trotzdem mit Fans füllen und die chilenische Fußballnationalmannschaft tritt ohne Gegener auf das Spielfeld. Als ein chilenischer Spieler ein Tor geschossen hat wird das Spiel abgepfiffen. Die FIFA erkannte das Spiel an und Chile hatte sich somit für die Fußballweltmeisterschaft 1974 qualifiziert.</p>
<p>7. Da sich Chile auf der Südhalbkugel der Erde befindet, erscheint der Mond aus europäischer Sicht falsch herum.</p>
<p>8. Viele Reisende besuchen die vom Salar de Atacama umschlossene Flamingo-Lagune Chaxa.<br />
Ganz im Gegensatz zu den Flamingos in unseren Zoos sind sie allerdings schneeweiß, da ihre Nahrung nicht die karotinhaltigen Elemente der Nahrung unserer Flamngos enthält, die deren rote Färbung ausmacht.</p>
<p>9. Die zur Aufklärung der Machenschaften Pinochets eingesetzte Rettig Kommission ermittelt dass die Dikatur 3877 Opfer gefordert hat, dennoch beteuert der ehemalige Dikataur im Dezember 1998 in einem „offenen Brief an die Chilenen“ seine “absolute Unschuld“.</p>
<p>10. Das Anzapfen öffentlicher Stromleitungen gehört in den Elendviertel der chilenischen Großstädte, in denen allein in Santiago eine halbe Million Menschen leben, zur Tagesordnung.<br />
Im November 1992 sieht sich die Regierung gezwungen eine Amnestie für Strompiraten zu erlassen. </p>
<p>11. Die Bewohner des an der alten Inkastraße gelegenen Dörfchens „San Pedro de Atacama“ können nur dank eines  ausgefeilten Strom- und Bewässerungssystems dort leben. In dem kleinen Wüstendorf ist tägliches Duschen Luxus. Unter natürlichen Umständen würde es dort keine Vegetation geben.</p>
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		<title>Willkür in der Uni- Bibliothek zu Magdeburg</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Aug 2005 13:32:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist verboten Speisen und Getränke mit zubringen. Zum Wohle und langen Leben der Bücher. Im Prinzip ist das ja richtig.
Sich an diese Vorschrift zu halten, ist an heißen Sommertagen aber nicht gerade einfach.
Der eine oder andere Student versucht es daher trotzdem. Und ist erfolgreich. Denn nur um einen Schluck Wasser trinken zu wollen, muss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist verboten Speisen und Getränke mit zubringen. Zum Wohle und langen Leben der Bücher. Im Prinzip ist das ja richtig.<br />
Sich an diese Vorschrift zu halten, ist an heißen Sommertagen aber nicht gerade einfach.<br />
Der eine oder andere Student versucht es daher trotzdem. Und ist erfolgreich. Denn nur um einen Schluck Wasser trinken zu wollen, muss der Durstige den langen und beschwerlichen Weg in die Katakomben zu den Schließfächern antreten.<br />
<span id="more-98"></span><br />
Und daher gibt es jetzt seit Neustem zwei wichtige und qualifizierte (ja, das ist ironisch gemeint!) Aufsichtpersonen. <strong><em>Frau</em> „Ich greif dir in den Korb ohne dich zu fragen.“</strong> und <strong><em>Herr</em><em> „Ich bin dein Schatten und sehe und höre alles.“</em></strong><br />
Am Drehkreuz der Entscheidung wird der eintretende Gast unter die Lupe genommen.<br />
Doch geschieht die Überprüfung nach meiner Ansicht willkürlich. Nicht anders ist die Tatsache zu erklären, dass es immer noch Studenten schaffen, Getränke an ihren Platz zu schleusen. Das Katz und Maus- Spiel geht 1:0 für den triumphierenden Studenten in Trink- Siegerpose aus. Noch unerklärlicher erscheint der Fakt, dass bei einem Kontrollgang der Herr „ Ich bin dein Schatten und sehe und höre alles.“ doch tatsächlich sichtbares Beweismaterial seiner Inkompetenz übersieht. Oder übersehen will. Denn der Gedanke macht sich breit, einige sind privilegierter als andere.<br />
Wenn es die Aufgabe ist, die Bücher vor Wasser und Saftflecken zu schützen, dann haben diese beiden Aufsichtspersonen ihre Aufsichtspflicht verletzt.<br />
Und wieso ist es eigentlich Mitarbeitern gestattet, vor meinen Augen, Getränke mit hoch zu nehmen? Denn in meinen Augen arbeitet ein jeder in der Bibliothek mit Büchern. Und auch erscheint mir der Kontakt der Mitarbeiter mit Büchern viel höher als der meine. Gleichberechtigung sollte da schon für alle gelten.</p>
<p><strong>Aufruf an alle Streitsüchtigen</strong> Zeigt her eure Flaschen und geht mutig voran in die Hölle des Lärms. Denn vereint können wir es schaffen. Gleichberechtigung für alle.</p>
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		<title>Friede, Freude, Freier Markt</title>
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		<pubDate>Sun, 08 May 2005 19:22:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; wenn die vielen Männer und die paar Frauen, die für uns die Platzhalter spielen, nicht mehr weiter wissen, müssen Imagekampagnen ran. Die sind dafür da, frische Luft und Enthusiasmus bei den einfachen Menschen von der Straße zu verbreiten, damit es uns allen wieder gut geht. Einfach mal vorbehaltlos glücklich sein und sich gut fühlen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; wenn die vielen Männer und die paar Frauen, die für uns die Platzhalter spielen, nicht mehr weiter wissen, müssen Imagekampagnen ran. Die sind dafür da, frische Luft und Enthusiasmus bei den einfachen Menschen von der Straße zu verbreiten, damit es uns allen wieder gut geht. Einfach mal vorbehaltlos glücklich sein und sich gut fühlen. Es geht ja im Prinzip auch schon aufwärts und vor allem vorwärts.<br />
<span id="more-65"></span><br />
Und wenn ich mir letzteres nochmal durch den Kopf gehen lasse, kommen so Assoziationen in mir hoch, die ich nicht verbergen kann. Ich stell mir das dann so vor wie einst in realsozialistischen Ländern. Wo ja auch ein wenig &#8230; naja, sagen wir Propaganda betrieben wurde. Das ist im Prinzip auch nix schlechtes. Werbung ist schließlich auch nur Propaganda. Und sie ist nun wirklich nicht schlecht für uns und die Wirtschaft. Weil es Werbung gibt, können wir ganz umsonst Fülme gucken, für die mensch eigentlich viel bezahlen müsste. Auch ist es Dank gnädiger Anzeigenkunden möglich die täglichen Nachrichten investigativ recherchiert auf gedrucktem Papier zu lesen. Und schließlich ist es ja auch politische Werbung oder eben Propaganda, die uns mindestens alle vier Jahre dazu bewegt ein Kreuzchen zu machen.</p>
<p>Nun, die Wirtschaft weiß um die guten Seiten dieser Art von Informationspolitik und fängt schon mal ein wenig früher an, unsere Bürgerseele mit einer &#8220;Mutmacher-Kampagne für Deutschland&#8221; zu streicheln, die auf den wundervollen Namen hört: <i>Du bist Deutschland.</i> Johnny vom Spreeblick muss natürlich gleich rumnörgeln, und meint <a href='http://spreeblick.com/blog/index.php?p=841'>&#8220;Ihr, nicht ich!&#8221;</a>. Aber ich frage mich, warum so viel Aufwand &#8211; immerhin 30 Millionen Euro wert &#8211; für diesen Propagandafeldzug betreiben, wenn das doch alles schon mal dagewesen ist. Ich schlage vor einfach ein wenig PR-Recycling zu betreiben. Ich habe da schon mal einen Anfang gemacht, indem ich die Poster für die 30-Jahr-Feierlichkeiten der DDR syncronisiert habe. Ich wollte das nicht gleich alles ummogeln, weil doch dann die kreativen Werber nix mehr zu tun hätten. Und das wäre ja auch wieder nicht so gut für die Wirtschaft. Und weil es ja auch die ersten Meckereien gab, schlage ich einen alternativen Slogan vor: <i>60 Jahre Friede, Freude, Freier Markt.</i></p>
<div align='center'>
<img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/50jahre_ddr.jpg' alt='' /></p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/50jahre_ddr2.jpg' alt='' /></p>
<p><img src='http://www.deramateur.de/presse/wp-content/50jahre_ddr3.jpg' alt='' />
</div>
<p>(Originalbilder vom <a href='http://www.calvin.edu/academic/cas/gpa/ddr30.htm'>German Propaganda Archive</a>)</p>
<p><em>Als Test füge ich mal eine MP3-Datei mit dem von mir vorgelesenen Text an. Das klingt zwar erbärmlich, ist aber als Experiment völlig legitim:</em></p>
<p><a href="http://www.deramateur.de/blog/../audio/Friede Freude Freier Markt.mp3">Download audio file (Friede Freude Freier Markt.mp3)</a><br /></p>
<p><a href="http://www.deramateur.de/audio/Friede Freude Freier Markt.mp3">MP3</a></p>
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		<title>September 11th &#8211; Never again oder wie ich zu meinem US Visum kam&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2004 07:05:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uta</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Wochen observierte ich die Homepage der kanadischen Botschaft nach Veränderungen im Hinblick auf die Einreisebestimmungen für Touristen aus Deutschland. Tatsache ist, dass sich Angehörige der deutschen Staatsbürgerschaft bis zu sechs Monate in Kanada aufhalten dürfen, ohne ein Visum beantragen zu müssen. Und genau das hatte ich vor: Genau sechs Monate wollte ich in Kanada [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Wochen observierte ich die Homepage der kanadischen Botschaft nach Veränderungen im Hinblick auf die Einreisebestimmungen für Touristen aus Deutschland. Tatsache ist, dass sich Angehörige der deutschen Staatsbürgerschaft bis zu sechs Monate in Kanada aufhalten dürfen, ohne ein Visum beantragen zu müssen. Und genau das hatte ich vor: Genau sechs Monate wollte ich in Kanada verbringen, um meinem Lebenslauf um einen Auslandsaufenthalt zu bereichern.<br />
Doch bekanntlich muss man und auch frau sich in „Zeiten des Terrorismus“ auf etwaige Änderungen in den Einreisebestimmungen gefasst machen.<br />
<span id="more-33"></span><br />
Seit Wochen tat sich zu meiner Erleichterung nichts bei der kanadischen Botschaft. Eines Tages kam mir aus einer Art Paranoia heraus der Gedanke, einmal auf der Homepage der amerikanischen Botschaft nach den Bestimmungen für Transitvisa zu schauen, denn ich hatte aus finanziellen Gründen keinen Direktflug nach Kanada gebucht, sondern wollte über London und Dallas (Texas) nach Kanada einreisen. Auf der Homepage hieß es vielversprechend: „Sie können ohne ein Visum in die Vereinigten Staaten reisen oder das Land zur Durchreise nutzen, wenn Sie im Besitz eines Rückflug- oder eines weiterführenden Tickets sind (weiterführende Tickets dürfen nicht in Kanada, Mexiko oder der Karibik enden).“ Im Besitz eines weiterführenden Tickets war ich, allerdings irritierte mich der unauffällige Satz in Klammern. Mein „weiterführendes Ticket“ endete in Kanada.<br />
Da auf der Website keine weiteren Informationen zu finden waren, rief ich, um auf Nummer sicher zu gehen, bei der amerikanischen Botschaft in Berlin an (die für diese Dienstleistung EUR 1,86/min berechnet). Nach längerer Zeit in einer Warteschleife erklärte ich dem freundlichen Herrn am anderen Ende der Leitung mein Anliegen: Einreise nach Kanada über die USA, Dauer des Aufenthalts in Kanada sechs Monate. „Ja“, sagte der freundlich Herr, „da brauchen Sie ein Visum!“ „Für Kanada?“, fragte ich ungläubig.<br />
„Nein“, antwortete der Herr gleichbleibend freundlich, „für die USA. Sie halten sich länger als 90 Tage in einem Nachbarland der USA auf. Daher brauchen sie ein US-Visum.“<br />
Überrumpelt ließ ich mir einen Termin bei der amerikanischen Botschaft geben &#8211; für ein persönliches Interview, das für einen Visumsantrag unbedingt erforderlich ist. Glücklicherweise war noch genug Zeit, einen solchen Antrag zu stellen. </p>
<p>2 Monate später – ich hatte alle Unterlagen beisammen und meine Antragsgebühr von EUR 90 brav bezahlt – saß ich in einer Berliner U-Bahn auf dem Weg zu meinem persönlichen Interview.<br />
Ich fand die Straße, in der sich die amerikanische Botschaft &#8211; laut den Auskünften auf der Webpage &#8211; befinden sollte. Vor einem Haus, das einem Gefängnis ähnelte (hohe mit Stacheldraht und Glasscherben gesicherte Mauern, viele Antennen auf dem Dach, Kameras an allen Ecken) blieb ich unschlüssig stehen. Kein Schild besagte, ob ich richtig war. Ich fragte eine Frau, die auf einem Fahrrad unterwegs war. Sie deutete auf ein Gebäude, das, nicht minder gesichert, 200 m weiter stand und vor dem sich eine kleine Menschenansammlung gebildet hatte. „Die Botschaft ist dahinten, aber damit“, sie deutete auf meinen Rucksack, „kommen Sie da nicht rein. Taschen oder Rucksäcke dürfen nicht in die Botschaft gebracht werden. Vielleicht gibt es am U-Bahnhof Schließfächer.“<br />
Es gab keine, wie ich schnell feststellen musste. In meiner Verzweiflung (nur noch 5 min bis zu meinem Termin) fragte ich eine Verkäuferin in einem Zeitungskiosk, ob sie auf meinen Rucksack aufpassen könne. „Aber mit der Tasche“, sie deutete auf meine Handtasche, „kommen Sie da auch nicht rein. Lassen Sie die besser auch hier.“ Ich gab ihr mit einem unguten Gefühl auch meine Handtasche, nachdem ich meine Unterlagen herausgenommen hatte. Sie sah mein Zweifeln und meinte nur: „Sie sind nicht die erste, die ihre Handtasche hier hinterläßt.“</p>
<p>Wie recht sie hatte, merkte ich, als ich die Botschaft erreichte. Gerade war ein Mädchen mit einer lunchboxgroßen Handtasche abgewiesen worden. „Keine Handtaschen, Fotoapparate oder Handys“, sagte der Wachmann, der den Eingang zur Botschaft versperrte, mit unbewegtem Gesicht. Der Eingangsbereich war zusätzlich durch ein eisernes Gitter gesichert. Dahinter konnte man eine gläserne Schleuse sehen, in der Personen einem Securitycheck, wie man ihn vom Flughafen her kennt, unterzogen wurden. Der Securitycheck dauerte lange. Daher hatte sich auch die Traube vor der Botschaft gebildet. Erleichtert erfuhr ich, dass die meisten einen Interviewtermin zur selben Zeit wie ich hatten. Alle waren ein wenig aufgeregt, nicht wissend, was sie im Inneren dieses hermetisch abgesicherten Gebäudes erwartete. Direkt nach mir war eine orientalisch aussehende Familie angekommen. Die Frau hatte ein offensichtlich nur wenige Tage altes Baby bei sich, das vor sich hin quengelte. Vor mir wartete ein Journalist, der ein Volontariat in den USA machen wollte. Man wartete und kam ganz natürlich miteinander ins Gespräch. In mir wuchs ein Gefühl der Solidarität mit diesen Menschen, die auf die eine oder andere Weise dasselbe wollten wie ich: In die USA einreisen. Als ein Mann aufgeregt feststellte, dass er keine Briefmarke für seinen Rückumschlag hatte (eines der Erfordernisse für den Visumsantrag), begannen alle, in ihren Taschen zu wühlen. Irgendjemand brachte eine Briefmarke zutage und reichte sie dem Mann, der sie dankbar nahm. Ein Mädchen kam aufgelöst aus der Botschaft. Am Telefon war ihr mitgeteilt worden, dass sie keinen Interviewtermin bräuchte, sondern sich einfach möglichst früh vor der Botschaft einfinden sollte. Jetzt stellte sich heraus, dass ihr Antrag ohne Termin nicht bearbeitet werden konnte. Diskussionen mit dem Wachmann halfen wenig. Kein Termin, kein Zutritt zur Botschaft, kein Visum. </p>
<p>Auch ich war nervös. Endlich wurde ich aufgefordert, mich durch das Eisengitter in die Sicherheitsschleuse zu begeben. Alle meine Unterlagen wurden geröntgt, mein Pass wurde kontrolliert, ich wurde abgetastet. Ich wurde kurz zu meinen Personalien befragt, dann durfte ich die Sicherheitsschleuse verlassen und eines der Gebäude betreten, die die USA in Deutschland vertreten. Im Eingangsbereich befand sich ein Briefmarkenautomat, für Leute, die ihren Rückumschlag nicht frankiert hatten. Sie denken wenigstens mit, dachte ich schmunzelnd. Nachdem ich einen weiteren Kontrollmann passiert hatte, kam ich in eine Art Warteraum, an den verschiedene Schalter grenzten, wo Leute zu ihrem Visumsantrag interviewt wurden. An einer Wand hing ein Bild, das verletzte Menschen, Trümmer, kurz: Chaos zeigte. „September 11th – never again“, stand in großen schwarzen Buchstaben darunter. Eine Rechtfertigung für all die Unannehmlichkeiten, die mit der Einreise in die USA einhergehen? Vielleicht.</p>
<p>Ich reihte mich in die Warteschlange, die sich vor dem Hauptschalter gebildet hatte, ein, kam einige Zeit später dran und gab meine Unterlagen ab. Es schien alles da zu sein. Die Frau war sehr freundlich zu mir, nachdem sie sah, daß ich nach Kanada wollte und nicht in die USA. Ich wurde gebeten, noch eine Weile im Wartesaal Platz zu nehmen, und auf mein Interview zu warten. Ich hatte Zeit die Leute zu beobachten, die bereits interviewt wurden. Der Journalist hatte Schwierigkeiten. Ein Volontariat bei N24 New York? Kein Problem! Aber Artikel schreiben und gar veröffentlichen? Besonders letzteres Vorhaben erschwerte die Erteilung des Visums offensichtlich ungemein. Die Frau mit dem Baby, die mir schon vor der Botschaft aufgefallen war, schien ebenfalls Schwierigkeiten zu haben. Sie sprach nur gebrochen Deutsch und kein Englisch und hatte scheinbar Fehler beim Ausfüllen ihres Antrages gemacht. Zu ihr war die Dame am Schalter bei weitem nicht so freundlich wie zu mir. Vielleicht machte auch ihr persisches Aussehen einen Unterschied&#8230;<br />
Schließlich und endlich wurde meine Nummer aufgerufen und ich begab mich zu meinem Interview. Nur eine Frage wurde mir gestellt: „You want to travel to Canada?“. Ich bejahte. „Please place your left and right indexfinger here&#8230;.“ Ich ließ meine Fingerabdrücke von einem kleinen rot blinkenden Gerät abnehmen und war entlassen. </p>
<p>Mein Visum wurde mir am nächsten Tag zugestellt. Es ist für 10 Jahre gültig. Dass ich schließlich bei meiner Reise über England und die USA nach Kanada an allen Flughäfen sehr kritisch beäugt wurde gerade wegen meines amerikanischen Visums, ist eine andere Geschichte. Niemand dort war der Meinung, dass ich dieses Visum für meine Reise nach Kanada brauchte. Im Gegenteil, es stimmte die Beamten dort sehr misstrauisch.<br />
Jeder kann sich ein Ticket nach Kanada kaufen und sich auf diese Weise unproblematisch ein amerikanisches Visum beschaffen. Niemand hat je nachgeprüft, ob ich wirklich die Absicht habe, nach Kanada zu fliegen, obwohl meine Flugdaten sicher von der Botschaft geprüft worden sind. Niemand hat mich je gefragt, was ich dort überhaupt 6 Monate zu tun gedenke.<br />
Fühle ich mich sicherer beim Fliegen aufgrund der verschärften Sicherheitsvorkehrungen der USA seit dem 11.September? Sicher nicht. Fühle ich mich genervt und verärgert ob dieser zum Teil sehr fadenscheinigen Sicherheitsvorkehrungen? Definitiv.<br />
Mein Fazit: Traveling to any destination via the USA? &#8211; Never again.</p>
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		<title>The Kids Are Alright</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2004 07:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Lehne ich mich zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass in den letzten 4 Jahren der Amtszeit des Präsidenten der letzten verbliebenen Supermacht einiges passiert ist? Nein!
Den Startschuss gab die Wahl 2000, die nach diversen Unstimmigkeiten bei der Auszählung in einem Desaster endete und George W. Bush mit wenigen 100 Stimmen Vorsprung ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lehne ich mich zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass in den letzten 4 Jahren der Amtszeit des Präsidenten der letzten verbliebenen Supermacht einiges passiert ist? Nein!<br />
Den Startschuss gab die Wahl 2000, die nach diversen Unstimmigkeiten bei der Auszählung in einem Desaster endete und George W. Bush mit wenigen 100 Stimmen Vorsprung ins Weiße Haus beförderte.<br />
<span id="more-32"></span><br />
Nach dem Schock des 11. September und der damit verbundenen geistigen Lähmung wurde man sowohl außenpolitisch als auch innenpolitisch überaus aktiv.<br />
Man brach 2 Kriege vom Zaun, schuf oder erweiterte diskriminierende Gesetze, riss ein riesiges Loch in den Haushalt, steigerte das Außenhandelsbilanzdefizit auf ein neues Rekordniveau und entwarf eine Steuervergünstigung, die für ca. 99% der Bevölkerung den Namen nicht verdient. Lediglich das marode Gesundheits- und Bildungssystem blieb unangetastet. Aktivismus hat schließlich auch seine Grenzen!<br />
Anhand dieses noch überschaubaren Auszugs an Fakten stellt sich mir die Frage, die sich der Mehrheit der Amerikaner anscheinend nicht stellt: „Sitzt dieser Mann noch zu Recht im Weißen Haus, oder sollte man den Weg für Veränderungen mit der Wahl eines neuen Präsidenten ermöglichen“!<br />
Diese oder ähnliche Fragen stellten sich viele clevere Köpfe, die im Vorfeld dieser Wahl zahlreiche Initiativen ins Leben riefen, die vor allem junge und unentschlossene Menschen motivieren sollten, gegen George Walker „Texas Ranger“ Bush ins Feld zu ziehen.<br />
Mit Erfolg! Trotz der Niederlage Kerrys stimmten 54% der 18- bis 30-Jährigen für eben jenen Mann aus Boston und nur 45% für Bush!!!<br />
Doch wer steckt hinter diesen Initiativen, die insgesamt 4,6 Millionen junge Menschen mehr als 2000 zur Wahlurne bewegen konnten?<br />
Da wäre zum einen dieser dicke Doku-Filmer mit Basecap aus Flint/Michigan, Michael Moore, der den Menschen frische Unterwäsche versprach, damit sie am Wahltag zur Urne gehen. Selbst in Zeiten von „TRL“ und „Dismissed“ versuchte MTV ihre eher politikträgen Zuschauer zu überzeugen, wählen zu gehen. Der Sender war mit „Choose Or Lose“ am Start. P. Diddy schloss sich mit „Vote Or Die“ an.  Außerdem wurden viele andere Organisationen aus Politik, Kultur und Fernsehen aktiv und riefen Wahlinitiativen ins Leben.<br />
Mein Hauptinteresse galt jedoch der Initiative Punkvoter von Fat Mike, dem Chef des Punkrocklabels Fat Wreck Chords und Sänger der Kult-Combo NOFX, der eine Koalition aus Bands, Labels und Fans schuf, um eine vereinte Front zu schmieden, Bush aus dem weißen Haus zu jagen. Der Plan von Punkvoter war, Millionen von Punkrock-Fans zu informieren, zu inspirieren und zu entrüsten, um sie als politische Waffe einzusetzen, mit der zu rechnen sein würde. Mit einer Registrierung auf der Internetseite verpflichtete man sich, am Wahltag wählen zu gehen. Als Gegenleistung wurde u.a. die „Rock Against Bush“-Tour organisiert, die quer durch die Staaten tourte und gute Musik für wenig Geld versprach. Mit dabei waren unter anderem die Punk-Millionäre Green Day, The Offspring und Sum 41, Kultbands wie Lagwagon, Pennywise oder NOFX, aber auch zahlreiche Underground-Bands, die hierzulande nur wenigen ein Begriff sein werden.<br />
Fazit: Der Aufruf war ein Erfolg. Die Fans hatten ihren Spaß, Punkvoter die gewünschten Wähler.<br />
Trotz der nie dagewesenen Mobilisierung junger Menschen führte das Engagement von Punkvoter und den zahlreichen anderen Initiativen nicht zum gewünschten Ergebnis. Bush sitzt immer noch da, wo er nie hätte sitzen dürfen, an den Hebeln der Macht. Bis 2008.<br />
Auch wenn sie ihren alten Gegenspieler dank amerikanischer Verfassung dann los sind, die Idee, der politische Kampf und die Mobilisierung der Massen, werden es dem Präsidenten nicht gleich machen und abtreten.</p>
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		<title>Die Krone der Werteschöpfung</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2004 07:02:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Gewaltspirale dreht sich in den Niederlanden. Unaufhörlich wird ein Gewicht nach dem anderen auf die Waage der Selbstjustiz gelegt. Nach dem Mord am Islam-kritischen Filmemacher Theo van Gogh durch einen radikalen Moslem brennen Moscheen, daraufhin Kirchen und schließlich wiederum islamische Schulen. Rächer rächen sich an Rächern und man ist gezwungen an den Nahen Osten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gewaltspirale dreht sich in den Niederlanden. Unaufhörlich wird ein Gewicht nach dem anderen auf die Waage der Selbstjustiz gelegt. Nach dem Mord am Islam-kritischen Filmemacher Theo van Gogh durch einen radikalen Moslem brennen Moscheen, daraufhin Kirchen und schließlich wiederum islamische Schulen. Rächer rächen sich an Rächern und man ist gezwungen an den Nahen Osten zu denken. Diese schrecklichen Ereignisse in der Nachbarschaft können und dürfen uns nicht kalt lassen. Die Frage ob so etwas auch bei uns geschehen könnte steht düster und drohend im politischen Raum. Während die Regierungskoalition scheinbar zum Tagesgeschäft übergeht, ruft vor allem die CSU laut nach Konsequenzen in der Integrationspolitik.<br />
<span id="more-31"></span></p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/himmel.jpg" height="337" width="450" border="0" hspace="4" vspace="4" alt="Himmel" /></p>
<p>Als erstes müssen wir mal ein Missverständnis aufklären. Nein, die Niederlande ist nicht „unser tolerantestes Nachbarland“, wie manche BILD-Kommentatoren und ihre Fachkollegen behaupten. Die Wahrnehmung bleibt schon seit einiger Zeit hinter den politischen und gesellschaftlichen Realitäten zurück. In keinem anderen Land der Europäischen Union hat sich seit dem 11. September 2001 das gesellschaftliche Klima gegenüber Moslems stärker verschlechtert als in den Niederlanden. Ein nicht zu übersehendes Indiz dafür war der Erfolg der rechtsextremen Lijst Pim Fortuyn bei den Parlamentswahlen 2002. Zwar war die Partei des bereits vor der Wahl ermordeten Rechtspopulisten Pim Fortuyn nur ganze 87 Tage an der Regierung beteiligt und verlor bei den Neuwahlen den Großteil ihrer Sitze, es zeigte sich jedoch deutlich welche breite Basis rassistische Ressentiments in der niederländischen Gesellschaft haben. Dennoch wird in den Medien der Eindruck erweckt als wäre das Konzept des niederländischen Multikulturalismus mit den Anschlägen einem plötzlichen politischen Tod erlegen. Dabei gilt die Politik der Minderheitenförderung spätestens seit Ende der neunziger Jahre als gescheitert. Diese Integrationspolitik musste scheitern weil die wichtigste Voraussetzung für einen Erfolg nicht gegeben war, sie hatte nie die Unterstützung einer Mehrheit der Bevölkerung. Es ist also nicht nur etwas anmaßend sondern auch reaktionär, wenn der bayrische Innenminister Günter Beckstein (CSU) der Bild am Sonntag erklärt, „Holland ist der Illusion einer multikulturellen Gesellschaft erlegen.“ Trotz offensichtlich beschränkter Kompetenz ist Beckstein scheinbar omnipräsent, wenn es in den Medien um die Geschehnisse in unserem Nachbarland geht. Stellvertretend für seine Partei schwingt er lautstark die verbale Keule gegen den Multikulturalismus. Nicht nur von ihm wird dabei immer wieder vor Parallelgesellschaften gewarnt. Dieser Begriff gehört wohl zur Herbstmode partei- und fraktionsinterner Sprachregelungen und dient leider oft der Stigmatisierung eines pluralistischen Integrationskonzepts, welches eine kulturelle Vielfalt zur Folge hätte.</p>
<p>Mit gewohnter Entschlossenheit wird von der CSU nun eine verstärkte Integration von Ausländern gefordert. Obwohl die Integration von Ausländern ganz offensichtlich nur eine politische Zielsetzung ist wird kaum ein Wort über den Weg dorthin verloren. Man hat so den Eindruck als versuche so mancher Politiker das Erlernen der deutschen Sprache als alternatives Integrationskonzept zu verkaufen. Immer getreu dem Motto: Wer deutsch spricht, ist auch deutsch. Diese Idee ist einfach zu verstehen und so nickt auch das Volk zustimmend. Einzig die umtriebigen CSU-Jünger sind ganz offen der Meinung, dass noch ein bisschen mehr zum Deutschsein gehört als nur die Beherrschung der Landessprache. Aber selbst dort traut sich niemand als Konsequenz dieser Einsicht die Erhöhung des Assimilationsdrucks zu fordern. Mit dem Ruf nach kultureller Anpassung macht man sich als bayrische Volkspartei vermutlich auch eher lächerlich. Um das zu verhindern, wurden keine Mühen gescheut und selbst Tote wieder zum Leben erweckt. Denn Totgesagte leben bekanntermaßen länger und genau das erhofft sich die CSU nun von der (deutschen) Leitkultur, dem Unwort der Herzen des Jahres 2000. Das furiose Comeback wird noch befeiert, da erhebt sich auf ein Neues die gesellschaftliche Diskussion um den Begriff und seine inhaltliche Füllung. Schließlich ist auch im Jahr 2004 die Frage weiterhin offen, was diese Leitkultur denn nun kennzeichnet, an der sich unsere ausländischen Mitbürger orientieren sollen. Um der Konfusion beizukommen, die dieser Begriff scheinbar überall auslöst, versucht vor allem die CSU Aufklärungsarbeit zu leisten. Als Chefaufklärer dient der Partei ihr Oberhaupt, der Drei-Minuten-Kanzler Edmund Stoiber, der zügig klar stellt, dass es gesellschaftliche Grundwerte sind, an denen sich die Zuwanderer orientieren sollen. Für verbale Eindeutigkeit soll der Begriff Wertekultur dienen, den Stoiber auf dem 69. CSU-Parteitag der erstaunten Öffentlichkeit vorstellte. Meine Empfehlung für Eineindeutigkeit wäre die Verwendung des Wortes Leitwerte. Auch wenn passionierte Scrabble-Spieler bei diesen tollen Kombinationsmöglichkeiten unverzüglich ins Schwärmen geraten, bleibt noch immer eine Frage offen. Was sind denn die deutschen Grundwerte? Fleiß, Ordnung, Pünktlichkeit und Disziplin, das allein kann es doch nicht sein! Wären das die zentralen Elemente der von Stoiber geforderten Wertekultur, drohte mir auch als deutscher Staatsbürger wohl die sofortige Abschiebung. Führt man sich einmal die ganze Rede des bayrischen Staatsoberhauptes zu Gemüte, wird einem schnell klar, was dieser Alleinherrscher uns sagen möchte. Dort heißt es beispielsweise: „Unser Volk ist eine Schicksalsgemeinschaft. Diese Gemeinschaft ist entstanden aus einer gemeinsamen Geschichte im Schlechten wie im Guten, gemeinsamer Sprache und Kultur, gemeinsamen Traditionen und gemeinsamer christlicher Religion.“; „Für eine vom christlichen Menschenbild geprägte Bildungspolitik ist Bildung aber nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch Wertevermittlung.“; „Es ist richtig, die christliche Prägung unseres Landes zu verteidigen!“ Ich könnte die Aufzählung weiter führen, aber ich denke an dieser Stelle ist sich bereits jeder der Antwort auf unsere Frage bewusst. Neben der Verfassung dient uns also die Bibel als Wertekanon unserer Leitkultur.</p>
<p>Es mutet fast schon prophetisch an, aber die Bild-Zeitung hat es tatsächlich geschafft diese Position bereits tatkräftig zu unterstützen bevor sie überhaupt auf die politische Agenda kam. Denn nach dem Volks-PC, dem Volksrekorder und der Volkskarte, mit der man unter anderem erotische Fotos und Bildschirmschoner kostenlos auf den eigenen Computer laden kann, kommt jetzt die Volks-Bibel. Die Bild nimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst und versucht, ihren Beitrag zur Vermittlung unserer Grundwerte zu leisten. Kai Diekmann, der Bild-Chefredakteur, straft alle Kritiker Lügen indem er die Bild von der vierten Gewalt zur moralischen Instanz erhebt. Um diesen Anspruch zu unterstreichen, hat der bekennende Katholik zusammen mit den beiden Vorsitzenden der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland eigens für diese Sonderausgabe ein Geleitwort verfasst. Die Welt steckt einmal mehr voller Überraschungen. Wenn Kai Diekmann das Geleitwort zur Bibel mit verfasst, wird der Papst womöglich bald Chefredakteur beim Playboy.</p>
<p>Nüchtern betrachtet ist jedoch mehr als fraglich, ob eine Rückbesinnung auf christliche Grundwerte der Integration von Ausländern, zumal jenen islamischer Religionszugehörigkeit, besonders förderlich ist. Da geht es einfach auch um das Prinzip. Religiös motivierte Werte haben in der Politik nichts zu suchen, weder bei nationaler Integrationspolitik noch in der EU-Verfassung. Das sollte eigentlich auch die CSU verstehen, denn wir können Länder wie der Türkei nicht Wasser predigen und selbst Wein trinken. Also vergessen wir doch einfach mal unsere Leit- oder Wertekultur. Es gibt nur eines, was uns wirklich eint, und das ist unsere Verfassung. Diese macht keinen Unterschied zwischen Christen und Moslems und hält somit unsere wahren Grundwerte hoch, nämlich Freiheit und Toleranz. Leider glaube ich nicht, dass das Grundgesetz auch nur in annähernd so vielen Bücherregalen steht wie die Bibel. Das klingt ganz nach einem Auftrag für Kai Diekmann und seine Bild-Zeitung. Wenn die „Volksverfassung“ auf der Bestsellerliste noch vor dem neuen Harry Potter auf Platz eins steht, dann ist auch meine Welt wieder in Ordnung.</p>
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		<title>Im Rausch der Tiefe</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2004 03:53:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Frühes EM-Ausscheiden, letzter Platz im europäischen Wachstumsvergleich. Was nun?
Zuerst PISA, dann die rote Laterne im europäischen Wachstumsvergleich und jetzt auch noch das: Deutschland gehört auch im Fußball nicht mehr zur europäischen Spitze.
Ganz Deutschland fragt: Was nun? Im Jahr 2006 findet die Weltmeisterschaft nicht nur in unseren Wohnzimmern, sondern auch direkt in unserem Land statt, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frühes EM-Ausscheiden, letzter Platz im europäischen Wachstumsvergleich. Was nun?</p>
<p>Zuerst PISA, dann die rote Laterne im europäischen Wachstumsvergleich und jetzt auch noch das: Deutschland gehört auch im Fußball nicht mehr zur europäischen Spitze.<br />
Ganz Deutschland fragt: Was nun? Im Jahr 2006 findet die Weltmeisterschaft nicht nur in unseren Wohnzimmern, sondern auch direkt in unserem Land statt, und in den Träumen von 80 Millionen Deutschen ist der Titel für „unsere Jungs“ schon gebucht. Rudi Völler weckt uns jedoch mit seinem Rücktritt unsanft auf, er glaubt nicht, er könne uns unsere Träume erfüllen. Auch das noch. Durch die Gesellschaft geht ein Ruck des Entsetzens, auf den tiefe Ratlosigkeit folgt. Erst die Europameisterschaft verloren und nun auch noch den besten Mann auf dem Platz. Lieber hätte die ganze Mannschaft zurücktreten sollen, das ist den Experten der Presse und des Stammtisches sofort klar. Wie soll es jetzt bloß weitergehen, wer oder was kann uns retten?<br />
<span id="more-4"></span></p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/tiefe.jpg" height="320" width="450" border="1" hspace="4" vspace="4" alt="Tiefe" /><br />
Foto: www.cdu.de [M]</p>
<p><strong>Wer wagt, gewinnt.<br />
</strong><br />
Die Frage ist ergreifend einfach, die Antwort ist es auch.<br />
Die CDU muss ran, ganz klar. Die derzeit amtierende Opposition hat es schon lange gewusst und noch länger angemahnt: Mit Deutschland geht es abwärts, wie mit einem Schlauchboot in den Niagara-Fällen. Schuld ist, wer hätte das gedacht, die rot-grüne Regierung. Glaubt man den aktuellen Umfragen, so ist das Volk sich recht einig darüber, wer unser Land regieren sollte. Die CDU hat jedoch weit mehr als nur politische Kompetenz zu bieten. Ich erinnere mich an einen Slogan der Europawahl-Kampagne: „Damit Deutschland wieder oben mitspielt“. Die Wahlkampf-Strategen der Christdemokraten bewiesen mit dieser Ansage nahezu hellseherische Kräfte, zudem verdeutlicht sie auch die sportlichen Ambitionen der Volkspartei.<br />
Deutschlands Chance kann nur in einer unkonventionellen Lösung bestehen, was Fußball-Deutschland jetzt braucht, sind keine Reformen, wir brauchen eine ausgewachsene Revolution. Die Menschen in unserem Land haben nun wirklich keine Lust mehr auf Reformen, die haben schließlich auch absolut keinen Sexappeal. Revolutionen hingegen sind attraktiv wie riesige Überschriften. Die Vernunft sollte daher bei der Trainerwahl völlig ausgeschaltet werden, im Fußball ist die Begeisterung schließlich wichtiger als nüchterne Fakten.<br />
Vorbild für die kreative Bewältigung offener Führungsfragen ist neuerdings, der Zufall will es so, der Deutsche Fußballbund. Dort zauberte man vor kurzem gleich zwei Kaninchen aus dem Zylinder. Doppelspitze heißt der magische Zaubertrank, der den DFB wieder stärken soll. Bravo, das ist die Lösung all unserer Probleme.<br />
Deutschland braucht eine Doppelspitze, aber nicht in Form von zwei Personen, die das gleiche Amt ausfüllen. Wir bündeln die beiden wichtigsten Ämter der Nation, Bundeskanzler und Bundestrainer, zu einem einzigen Super-Posten. Wir nennen ihn Bundeschef.<br />
Für diesen Job kommt nur eine Person in Frage, welche bereits Vorsitzende der Partei ist, die sich sportliche und politische Kompetenz zuspricht. Ja richtig, es ist eine Frau, und ja, sie ist ein Ossi. Angela Merkel. Ich bin entzückt, mehr Revolution geht nun wirklich nicht.<br />
Sollte diese Variante am Unverständnis des Bürgers scheitern, so steht selbstverständlich<br />
auch eine Zweitbesetzung bereit. Diese Zweitbesetzung besteht, wie der Name schon sagt, aus zwei Personen. Lothar Matthäus und Roland Koch könnten den Posten des Bundeschefs zu zweit übernehmen. Wobei völlig egal ist, wer welchen Aufgabenbereich übernimmt, schließlich trauen sich beide so ziemlich alles zu.</p>
<p><strong>Mut zum Mittelmaß<br />
</strong><br />
Mein liebes Deutschland, schauen wir der Realität genau in die Augen, so erkennen wir, dass im Leben manches doch so ist, wie es uns das Fernsehen vorspielt. Es gibt gute Zeiten und es gibt schlechte Zeiten. Nun ist es an uns, in Zeiten sich häufender Niederlagen Größe zu beweisen. Höre nicht auf die Vertreter großer Volksparteien, welche dir erzählen wollen, dein Platz sei selbstverständlich an der Spitze Europas, du hättest von Gott gegebenes Talent, und die dir versprechen, dich wieder ganz groß herauszubringen. Wir müssen uns endlich von diesem fast unverschämten Großmachtdenken trennen. Wir überschreiten oft die Grenze des gesunden Ehrgeizes und verhalten uns wie Streber, innerhalb unserer 25-köpfigen Klasse möchten wir immer die Besten sein. Streber mag jedoch niemand. Im Fußball und in der Volkswirtschaft gibt es schließlich auch kein Naturrecht auf Erstklassigkeit.<br />
Deutschland, du musst jetzt Mut haben zum Mittelmaß. Vergiss nicht, Verlieren ist nicht immer nur ein Zeichen eigener Schwäche, es kann auch das Ergebnis der starken Leistung des Gegners sein.<br />
Komm, wir beide freuen uns über das Ergebnis der jahrelangen Vorbildfunktion, die du für viele inne hattest. Sieh dir den amtierenden Europameister Griechenland an, du müsstest vor Stolz fast platzen. Die Grundpfeiler des griechischen Spiels waren Disziplin, Fleiß und unerschütterbarer Kampfgeist, Tugenden, die dir und deinem Volk nachgesagt werden. Das die Hellenen diese, ihnen zum Teil fremden Werte übernommen haben, ist auch ein Zeichen für den Respekt und die Anerkennung dir gegenüber. Nicht umsonst ist ihr Trainer einer von vielen Deutschen, welche ausländische Mannschaften trainieren. Du bist eines der erfolgreichsten Export-Länder der Welt. Doch wichtiger als Mercedes und Co. ist, dass die Eigenschaften, die dich vor Jahren so erfolgreich gemacht haben, zu einem Exportschlager geworden sind. Es gibt also keinen Grund, jetzt den Kopf hängen zu lassen.<br />
Stattdessen solltest du genau hinsehen und aufpassen, denn wir müssen jetzt endlich auch das Importieren lernen. Als erstes steht der Reimport der eigenen Tugenden an, zudem könnten wir Spielfreude, -witz und Laufbereitschaft durchaus gut gebrauchen.</p>
<p><strong>Neue Größen braucht das Land.</strong></p>
<p>Nach dem Rücktritt Rudi Völlers fragen viele Menschen nach der Moral von der Geschicht. Eine befriedigende Antwort darauf gibt es wohl nicht. Diese Geschichte und ihr Hauptdarsteller bleiben ein Phänomen. Völler bekleidet das zweitwichtigste Amt im Land, ist am Ende offensichtlich an seiner Aufgabe gescheitert und tritt zurück. Inzwischen ist er so beliebt, als hätte er im eigenen Land die Weltmeisterschaft gewonnen, und zwar im Finale mit 6:0 gegen Holland. Was können wir also von diesem Mann lernen?<br />
Die Beliebtheit einer Person ist ein nicht zu unterschätzender Integrations- und Begeisterungsfaktor.<br />
Obwohl die Erwartungen in die deutsche Mannschaft nicht höher waren als im Jahr 2000, sahen 6 Mio. Menschen mehr das EM-Spiel Deutschland gegen die Niederlande (23,54 Mio.) als bei der Europameisterschaft 2000 den Klassiker Deutschland gegen England (17,43 Mio.).  Der deutsche Fußball ist in den letzten Jahren zwar nicht viel erfolgreicher geworden, aber die Begeisterung ist sprunghaft angestiegen.<br />
Im fast gleichen Zeitraum (1998/2002 bzw. 1999/2004) sind die Wahlbeteiligungen bei den Europa- und Bundestagswahlen um 2,2 bzw. 3,1 Prozent zurückgegangen.<br />
Wäre eine Integrationsfigur also ein mögliches Mittel gegen politisches Desinteresse?<br />
Spannend ist diese Frage, wenn man sich durch den Kopf gehen lässt, weshalb Rudi Völler so beliebt beim deutschen Volk ist. Dieser Mann hat nie eine starke Führungspersönlichkeit verkörpert, er hat kein besonderes Talent im Umgang mit Medien, und auch als kühlen Pragmatiker kann man ihn kaum bezeichnen. Dieser Mann ist einfach nur ehrlich, glaubwürdig und bescheiden.</p>
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		<title>Wohin?</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/wohineine-kritik-der-hiesigen-sportstattenpolitik/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2004 03:52:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Kritik der hiesigen Sportstättenpolitik
Zeit:    ein Wochenende im Spätsommer 2006
Ort:    Magdeburg
Situation: der FCM erwartet nach 3 verpassten Aufstiegen und ebenso vielen Lizenz – bzw. Insolvenzverfahren seine Fans zum ersten Heimspiel, der SCM gewann zum 2. Mal die Champions League nach dem überragenden Gewinn der Meisterschaft (nur 3 Minuspunkte) im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Kritik der hiesigen Sportstättenpolitik</p>
<p>Zeit:    ein Wochenende im Spätsommer 2006<br />
Ort:    Magdeburg</p>
<p>Situation: der FCM erwartet nach 3 verpassten Aufstiegen und ebenso vielen Lizenz – bzw. Insolvenzverfahren seine Fans zum ersten Heimspiel, der SCM gewann zum 2. Mal die Champions League nach dem überragenden Gewinn der Meisterschaft (nur 3 Minuspunkte) im letzten Jahr<br />
<span id="more-5"></span><br />
Wohin? Ja wohin, wird sich der sportinteressierte Magdeburger fragen.</p>
<p>Die Stadt hat ihr neues „Schmuckkästchen“ bekommen, die steril und klobig wirkende HochTief-Arena soll ab sofort das altehrwürdige Ernst-Grube-Stadion vergessen machen. Allerdings mit über einem Vierteljahr Verspätung, sodass auch der Plan als WM-Trainingsort begraben werden konnte.</p>
<p>Frontenwechsel: SCM-Manager Hildebrandt hat nach ca. 17 Drohungen gen Stadtväter diese auch Realität werden lassen und den Umzug nach Berlin zur neuen Saison angekündigt, da die 8000 Zuschauer fassende Bördelandhalle den Ansprüchen eines Handballereignisses auf Bundesliga- und internationaler Ebene nicht mehr gerecht wird.</p>
<p>Was für ein Jammer?! Da wird dem hiesigen Fan die Entscheidung nicht leicht gemacht, für welches „Sportereignis“ man sich entscheiden soll.</p>
<p>Variante 1 wäre der FCM&#8230; 12 € Eintritt (ermäßigt) für ein Oberliga-Spiel, ein Stadion, indem die ca. 3400 Zuschauer verloren wirken wie Nemo in den Weiten des Ozeans! 12 mitgereiste Fans aus Auerbach, die die ersten 20 Minuten damit beschäftigt sind , zu realisieren, dass um ein Fußballfeld auch Tribünen existieren. 10 Vip-Logen, von denen 9 komplett leer stehen und eine einzige vollendet wurde, aber nur weil sich Vortstandsvorsitzender Hans-Peter Keitel von HochTief angesagt hat. Das Spiel, das dem Oberliganiveau gerecht wird: Fehlpässe, technische Fehler und Grätschen, dass dem Platzwart schon zur Halbzeit Angst und Bange um seinen neuen Rasen wird.</p>
<p>Variante 2 wäre der SCM&#8230; Handball der Spitzenklasse mit einer Mannschaft aus internationalen Stars und jungen einheimischen Talenten, die Lust auf Handball weckt.</p>
<p>Aber auch ein Anreiseweg von ca. 140 km gen Osten in die Hauptstadt. Ein samstägliches Verkehrschaos, das es in sich hat. 18 € für den billigsten Sitzplatz, der soweit vom Spielfeld weg ist, dass man denkt, man würde das Spiel vom Berliner Fernsehturm aus betrachten. Die Stimmung, die durch ca. 5000 Magdeburger immer wieder neue Nahrung erhält, aber in der Weite der Halle und durch die Lethargie der gut 7000 anderen „Handball-Experten“ aus und um Berlin immer wieder Richtung Nullpunkt sinkt.</p>
<p>Nun ist es an der Zeit, wo sich der geneigte Beobachter die Frage stellt: „Wohin?“ Was wird aus dem Sport in unserer Stadt? Spielt der FCM in den nächsten Jahren immer noch Oberliga und kämpf der SCM dann immer noch mit dem Identitätsverlust?</p>
<p>Oder wird der Fußball endlich mal zweitklassig und der Handball durch erweiterte Bördelandhalle wieder heimisch?</p>
<p>Zu wünschen wäre es&#8230;</p>
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		<title>Munitionssysteme? Deal!</title>
		<link>http://www.deramateur.de/blog/munitionssysteme-deal/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2004 03:51:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürger, Bosse und Beamte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Konferenz über Elektromagnetismus auf dem Campus der Magdeburger Uni
Es ist Prüfungszeit: alle sind schwer beschäftigt, kümmern sich vorrangig um die bevorstehenden Klausuren und gehen in die universitäre Bibliothek, um dort das vetrgangene Semester noch einmal Revue passieren zu lassen. Dass sich im Foyer eben dieser Unibibliothek Stände von Firmen ganz besonderen Kalibers befinden, wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Konferenz über Elektromagnetismus auf dem Campus der Magdeburger Uni</p>
<p>Es ist Prüfungszeit: alle sind schwer beschäftigt, kümmern sich vorrangig um die bevorstehenden Klausuren und gehen in die universitäre Bibliothek, um dort das vetrgangene Semester noch einmal Revue passieren zu lassen. Dass sich im Foyer eben dieser Unibibliothek Stände von Firmen ganz besonderen Kalibers befinden, wird größtenteils nicht wahrgenommen. Auch die hiesige Antikriegsgruppe wird sich über die Qualität der Konferenz erst bewusst, als die Konferenz schon im vollem Gange ist.<br />
<span id="more-2"></span></p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/euroem-2.jpg" onclick="window.open('http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/euroem-2.jpg','popup','width=254,height=339,scrollbars=no,resizable=yes,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=yes,left=0,top=0');return false"><img src="http://www.deramateur.de/presse/wp-content/images/euroem-2-tm.jpg" height="339" width="251" border="1" hspace="4" vspace="4" alt="Euroem-2" /></a></p>
<p>Die EUROEM ist eine Konferenzreihe, die sich dem Elektromagnetismus, einem Teilgebiet der Physik, widmet. Die Konferenz wurde 1978 im Verbund mit der amerikanischen Variante, AMEREM, von verschiedenen NATO-Staaten ins Leben gerufen, um den Einsatz von und den Schutz vor elektromagnetischen Feldern im militärischen Bereich zu diskutieren. Heute, so die Pressesprecherin der Uni, Waltraud Riess, gehe es eher um die Nutzung elektrischer und elektronischer Geräte im zivilen Alltag. Besondere Aufmerksamkeit wird auch den neuen Entwicklungen in der humanitären Minensuche zugeteilt.</p>
<p>Parallel zur Konferenz EUROEM 2004 findet auf dem Campus eine Messe statt. Nach Angaben der Magdeburger Uni in einer Presseinfo haben sich 30 Firmen aus dem In- und Ausland präsentiert. „Damit wird auch der wirtschaftliche Aspekt dieser Konferenz hervorgehoben. Neue Produkte werden angeboten, aber auch innovative Ideen zur Produktverbesserung und Produkterweiterung werden aufgenommen” (Waltraud Riess). Klar, dass wirtschaftliche Aspekte in Sachsen-Anhalt in diesen Zeiten im Vordergrund stehen. Aus wirtschaftlichen Gründen soll das Land schließlich auch eine Vorreiterrolle bei gentechnischverbesserter Landwirtschaft darstellen.</p>
<p>Bei näherem Hinsehen entpuppen sich einige der „innovativen Ideen zur Produktverbesserung” als eindeutige Kriegswerkzeuge. Und unter den 30 Firmen aus dem In- und Ausland befinden sich bekannte Vertreter der Rüstungsindustrie. Zum einen zeigt sich die Military Aircraft Division des zweitgrößten europäischen Entwicklers und Produzenten von Rüstungs- und Sicherheitstechnologie, der EADS. Dann war die Diehl Munitionssysteme GmbH vertreten, die sich als Anbieterin „von Munitionssystemen, Artillerie Raketensystemen, Schutzsystemen, Subsystemen, [...] für zukunftsorientierte Märkte im Verteidigungsbereich” versteht. Rheinmetall Defence Electronics GmbH gibt sich als eine der „führenden Adressen für wehrtechnische Elektronik” aus.</p>
<p>Kein Wunder, dass diese Konferenz nicht nur zivilen Charakter hat. Ein Schirmherr ist zum Beispiel der Vizepräsident des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) Schober. Hierbei handelt es sich um den Einkäufer der Bundeswehr. Auf der Homepage des BWB wird erklärt: „Beschafft werden Panzer, Flugzeuge und Schiffe. Aber auch Einsatzverpflegung, Feldlager, Handfeuerwaffen, Flugkörper, [...] und vieles mehr stehen auf der Einkaufsliste des Amtes.” Weiterhin am Gelingen der Konferenz ist das ‘’European Office of Aerospace Research and Development of the USAF”. USAF steht hier für die US Air Force. Ein anderer Unterstützer ist das amerikanische Energieministerium (United States Department of Energy), dessen Verantwortungsbereich auch das Nuklearwaffenprogramm umschließt.</p>
<p>Dass das alles schon recht ironisch ist, in Magdeburg die Rüstungsindustrie mit den Einkäufern zusammen zu bringen, steht außer Frage. Aber eine weitere Dimension dieses Ereignisses lässt Herr Pollmann, der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität, in seinem Begrüßungstext an die internationalen Wissenschaftler durchblicken. So wird die Universität sich in Zukunft auf wettbewerbsfähige Forschungsfelder konzentrieren und nach bestimmten Umstrukturierungen mehr Augenmerk auf die Ingenieurwissenschaften setzen. Die Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften sind damit wohl nicht gemeint. Auch nicht der Studiengang Friedens- und Konfliktforschung. Darüber hinaus bedankt er sich aber für die „effiziente und enge Zusammenarbeit” mit dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung. Na, wenn das keine Perspektive ist!</p>
<p>Ist es eigentlich kartellrechtlich erlaubt, Antipersonenminen und gleichzeitig Geräte für die humanitär Minensuche zu vertreiben?</p>
<p>Mehr davon: http://www.euroem.org/</p>
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