Archiv für die Kategorie 'Mensch'

Ältere Damen und die Jugend

Damen und Jungvolk

Ein Tisch, Tee und Sommerluft. Mit mir allein und Augen und Ohren in die Welt gerichtet. Ältere Damen am Nachbartisch.
Und: „Guten Tag, Frau Welke!“ Und: „Was machen die Pflaumen?“
[…]
„Sechsundvierzig/ Siebenundvierzig, bevor ich geheiratet habe, was hat man da gehabt?“
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Der Körper als Mittel zum Zweck

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Die Eröffnung eines Figurformungszentrums in Magdeburg mit dem wunderbaren Slogan ‚design your body’ ist Anlass der Auseinandersetzung mit dem Körper als zu bearbeitender Dauerbaustelle. Nun ist festzustellen, dass der Fleischberg, den wir Körper nennen, neuerdings auch in soziologischem Kontext intensiv debattiert wird. Lange Zeit galt er als etwas biologisch Gegebenes und niemand wäre auch nur auf den Gedanken gekommen, ihn unter soziologischen Gesichtspunkten zu verhandeln.

Ha, weit gefehlt!”, ruft uns da der gemeine Soziologe entgegen. Stellen wir uns einen zerzausten Unausgeschlafenen vor, jener welcher wohl in irgendeiner Großstadt in den letzten Nischen des verrauchten Milieus an einer Tasse schwarzen Kaffees nippt.
Die Körperdebatte ist mir durchaus nicht fremd, obschon sie vor noch nicht allzu langer Zeit in soziologischen Kreisen schlichtweg nicht verhandelt wurde…“.
Nun, das erwähnte ich bereits.
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mondsüchtig

Der Lyriker im Mond
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Hatte ich als Kind auch schon Probleme?/ Ein Fragment

Letzte Woche irgendwann saß ich mit einem guten Freund im urgemütlichen Layla, trank lecker Kölsch und diskutierte über Schäuble und den gläsernen Bürger, sprach über die kommenden Fußballduelle zwischen dem 1. FC Köln und dem FCM in der 2. Liga und über noch offene Baustellen in meinem Leben und große und kleine Probleme des Alltags.
Irgendwann fragte ich den Freund dann, ob man als Kind auch schon Probleme hatte. Denn das Leben schien mir damals – wenn ich jetzt so zurückblicke – doch recht einfach gestrickt gewesen zu sein.

Als kleiner Bub hatte ich noch wenig Ahnung von der Welt, das liebe Geld schien irgendwie immer da zu sein, wenn ich mir etwas Neues zum Spielen wünschte, das Essen auf dem Tisch wurde nie weniger und Zeit zum Spielen schien unbegrenzt da zu sein. Weiterlesen von ‘Hatte ich als Kind auch schon Probleme?/ Ein Fragment’

Osmose

Das Wecksignal ertönt. Dauer und Art des Signals sind, innerhalb sinnvoll erscheinender Grenzen, persönlicher Neigung entsprechend vorwählbar. Wir erwachen und beginnen unseren Tagesablauf.

Himmelstuermer

Die personale Bewegungsplanung berücksichtigt Termine, Verpflichtungen und körperliche sowie mentale Bedürfnisse. Auftretende Missverhältnisse zwischen Vorgabe und Ist werden automatisch erfasst und dienen als Grundlage für die selbsttätige Weiterentwicklung des neuronalen Regelungsnetzes, das dadurch auf Interferenzen zwischen den Individuen reagieren kann, Leerlaufzeiten und Unwägbarkeiten vermeidet. Weiterlesen von ‘Osmose’

Kuchen backen

„Schatz, was möchtest du am Wochenende für einen Kuchen essen?“
Für gewöhnlich kommt diese Frage jeden Freitag. Frau fragt Mann immer freitags morgens nach dem gemeinsamen Frühstück in der Küche, was er denn Leckeres übers Wochenende vernaschen will. Einen Anlass muss es dafür nicht geben. Wenn Mann nicht schon selbst den Vorschlag seiner Kaffeebeilage geäußert hat, kann er sich sicher sein, dass er gefragt wird. Die Antwort lässt dann meistens nicht lange auf sich warten. Und sollte Mann mal nichts einfallen, wird ihm ein Kuchen-Back-Buch mit lauter bunten Abbildungen unter die Nase gehalten. In diesem sind dann aber fast immer schon ein Paar Rezepte für ihn mit Zettelchen markiert. Die Auswahl soll ja nicht Stunden dauern und am Ende soll auf keinen Fall die Standartantwort „Rührkuchen wäre mir am Liebsten“ aus seinem Mund kommen. Ist die Entscheidung gefallen, trennen sich die Wege der beiden. Weiterlesen von ‘Kuchen backen’

Acht Frauen – Acht Interviews zu weiblicher Sexualität

Was ist nun die Intention eines Interviews über weibliche Sexualität? Dies mag die erste Frage sein, die sich aufdrängt. Das Interesse für die Sexualität anderer Frauen entsprang persönlichen Erfahrungen und dem Wunsch nach Vergleich. Das Gefühl zu wenig zu wissen, über das was so wichtig zu sein scheint, dem Anschein nach überall präsent ist und doch verschwiegen wird.
So bin ich nicht der Meinung Sexualität sei ein Tabuthema, doch bekräftigen mich die Aussagen meiner acht Frauen in der Annahme, das zu wenig gesprochen wird, zu wenig Worte fallen und manches kaum reflektiert ist. Es kam mir manchmal vor, als sei dies ein Feld, auf dem jede für sich allein steht, Erfahrungen selten geteilt werden, obwohl Sexualität doch etwas ist, was jede/r in Begegnung mit sich selbst oder mit anderen irgendwann im Leben einmal erfährt.
Ich interviewte acht Frauen aus meinem persönlichen Umfeld getrennt voneinander, wobei mal mehr und mal weniger Alkohol im Spiel war. Selten sind wir dann übereinander hergefallen. Die jüngste ist 19 Jahre alt, die älteste 27. Im Durchschnitt ergibt sich ein Alter von 23. Weiterlesen von ‘Acht Frauen – Acht Interviews zu weiblicher Sexualität’

Futterneid im Nachtcafé

Markenschweine-ErzeugerIn TV-Diskussionen (hier konkret: Sendung des ‘Nachtcafé’ vom 6. Oktober 2006, SWR) ergibt sich hin und wieder die Situation, dass Teilnehmer sich als Vegetarier oder, der Mehrheit des Publikums wohl erst recht suspekt, als Veganer outen.

Nun bin ich weder Vegetarier noch Veganer. Ich empfinde diese Personenkreise dennoch nicht als meine natürlichen Feinde, sondern kann die Motivation für ihre speziellen Ernährungsweisen durchaus nachvollziehen Weiterlesen von ‘Futterneid im Nachtcafé’

Draußen vor der Tür

Körperzucken im Neonlicht zu heißen Rhythmen, provozierend verführerische Blicke mit leicht geöffneten Lippen im Schweiße lasziver Bewegungen halbnackter Körper. Assoziationen, die wir mit exotisch erotischen Tänzen Lateinamerikas verbinden. Ausgelassen feiern, leben und genießen. Körperkult, Verehrung der Sinnlichkeit, Temperament und Feuer sind den Menschen auf der anderen Seite der Welt eigen. Doch auch in unseren Breitengraden hält die sexy Leichtigkeit des Seins Einzug. Wir tanzen uns in Ekstase, flirten mit allen Mitteln und genießen die uneingeschränkte Freizügigkeit, die das Leben so frei erscheinen lässt. Wir spielen Spielchen, geben uns so, wie wir und die anderen uns sehen wollen. Spielregeln gibt es keine, alles ist erlaubt. Wir bleichen jetzt nicht mehr nur Haare, sondern auch Zähne, malen rosa Bäckchen auf die natürlich gebräunte Solariumhaut. Wir minimieren Körperumfang und addieren etwas zur Körpchengröße, wir hüllen uns in Düfte und reden uns ein, auch bei der Partnerwahl einen guten Riecher zu haben. Und wenn es nicht klappt ist nichts dabei, denn wir haben ja die uneingeschränkte Möglichkeit zu wählen und zu wechseln. Weiterlesen von ‘Draußen vor der Tür’

Placer en latinoamericano

Um sich ins Innere des Schwerpunktthemas „Lateinamerika“ zu begeben, sind wir „Amateure“ mal einen etwas anderen Weg gegangen. Statt kräfig in Büchern, Zeitschriftenartikeln und Aufsätzen zu kramen, zogen wir es vor, erst einmal unsere Sinne für diesen Themenkomplex zu sensibilisieren. Dabei legten wir besonderen Wert auf den Geschmackssinn, aber auch Augen und Nase kamen nicht zu kurz. Stellvertretend für den ganzen Kontinent traten mexikanisches Essen und chilenischer Wein an, um uns kulinarisch zu begrüßen. Bei diesem Essgelage gab im Einzelnen:
Empanadas, Mexikanischen Reis, Nachos mit Bohnen und Käse, Kartoffelspalten mit Chili-Käse-Sauce, Tequila-Hähnchen, Maisbrot, Chili con Carne und Salsa-Sauce.
Damit ihr selbst erleben könnt, wie Lateinamerika in etwa schmeckt, gibt es einige Genüsse hier zum nachkochen:
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