Wer shomst, simst nicht

Bei einer SIM-Karte handelt es sich um “eine Chipkarte, die in ein Mobiltelefon eingesteckt wird und zur Identifikation des Nutzers im Netz dient”. Der Begriff SMS hingegen bezeichnet einen “Telekommunikationsdienst zur Übertragung von Textnachrichten” (Quellen: Wikipedia). Per SMS ist es möglich, eine Short Message (kurz: SM) einerseits zu versenden und andererseits auch zu empfangen.

Nun steht aber offenbar eine Kenntnis der Bedeutung dieser Abkürzungen für eine sperrige, in der postaltmodischen Vorvergangenheit als nicht-kalt (ugs.: uncool) empfundene Anforderung, die sich nur sehr schwer in ein modernes schnelllebiges Tun integrieren lässt. Denn: mir persönlich bekannt gewordene Telekommunikationsteilnehmer greifen, wenn sie ihr Mobiltelefon zur Hand nehmen, vermehrt zum Verb “simsen”, um ihr Handeln der Umwelt zu erläutern.

Allerdings ist der Vorgang des Versendens der Chipkarte, die in sein Mobiltelefon eingesteckt wird und zur Identifikation des Nutzers im Netz dient, auf dem Funkwege gegenwärtig noch nicht möglich und auch vom jeweiligen Benutzer kaum beabsichtigt. Schließlich lassen sich heute gerade einmal nicht-materielle Werte auf diese Weise von Hü nach Hott beamen. Selbst in dem Fall aber, dass das Versenden flacher Plastikschnippsel mit eingelassenem Mikroprozessor per elektromagnetischer Strahlung überhaupt einmal realisiert werden könnte, würde “simsen” also eine andere Tätigkeit beschreiben als die Übertragung einer Short Message, in der der gemeinsame Besuch z.B. eines Sprachkurses angeregt wird. Passender könnte damit immerhin das Durchspielen einer Situation des beliebten Computersimulationsspiels “Die Sims” benannt werden, wofür ich diesen Begriff hiermit nominiere.

Ich bitte also an dieser Stelle die hier versammelte deutschsprachige Weltöffentlichkeit darum, sich diese Tatsachen einmal auf den Hirnhäuten zergehen zu lassen, sinnlose Simsereien in Zukunft zu unterlassen und statt dessen in Zukunft freundlicherweise zu shomsen. Dankeschön & gern geschehen.

6 Antworten zu “Wer shomst, simst nicht”


  1. 1 marco

    Beim Wort “simsen” handelt es sich um ein Exemplar einer äußerst seltenen Spezies. Während im Normalfall Wörter aus der Umgangssprache mit massiver Gewalt den Duden erobern, breitete sich das “Simsen” in umgekehrter Richtung aus. Eins ist jedoch klar, es steht (samt korrekter Bedeutung) fest eingemeißelt in die Steintafel der deutschen Sprache und mit einem unangespitzten Bleistift wird es sich wohl kaum von dort verteiben lassen.

  2. 2 Betrunkener Flamingo

    Wenn du schon so vehement auf solche Pingeligkeiten bestehst, schlage ich dir hiermit vor, ein anderes Wort für “nicht mehr durstig” zu erfinden. “Sitt” wie es eine Kommission der deutschen Sprache unlängst vorschlug, ist dann wohl auch nicht angemessen, oder?

  3. 3 michael

    @Betrunkener Flamingo: vielen Dank für Deinen Kommentar. Leider erschließt sich mir jedoch nicht der argumentative Zusammenhang zwischen dem besprochenen, real existenten und häufig im Alltag verwendeten Verb ’simsen’ und dem rein spekulativen Wortvorschlag ’sitt’, den “eine Kommission der deutschen Sprache [???] unlängst [m.M.n.ist dies schon gut 2 Jahre her] vorschlug”… Ich möchte daher Deine Nachfrage in diesem Zusammenhang nicht beantworten, da dies als “off topic” schnell vom Artikel fortführen würde. Gerne schlage ich Dir aber vor, einen Beitrag zu diesem Thema im Amateur zu verfassen und es aus Deiner Perspektive angemessen weiträumig zu beleuchten.

    Edit: als Service noch ein Link auf eine nette Seite, die mit dem Artikel hier nicht das Allergeringste zu tun hat :).

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